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Das britische Hidden Orchestra spielt am Freitag in der Tonne

Such-Klang-Bilder Das britische Hidden Orchestra spielt am Freitag in der Tonne

t sein, einiges vom Rauschen und Winden und Vogelgeschrei ist im Konzert von Joe Achesons Hidden Orchestra am Freitag in der Tonne zu hören, verwoben mit Melodie und Rhythmus von Drums, Violine, Cello, Synthesizer, also von der Stammbesetzung seiner Band.

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Ein tatsächlich versteckter Vierer: Hidden Orchestra.

Quelle: Tobias Feltus

Dresden. Der Guardian druckte im Sommer 2015 stimmungsvolle Fotos von Joe Acheson. Auf denen steht der Musiker mit Schwebe-Mikrophon und Regenjacke in einem Kornfeld oder auf einem Felsen nahe am Meer und lächelt innig. Die Augen sind weit offen und mit ihnen sind es Gemüt und Ohren. Acheson gilt ja nicht nur als profunder Saiten- oder Maschinen-Musiker, er forscht auch am offenen Ton der Natur. "Fishing for sounds", sagt er dazu im Artikel. Diesmal in Lizard Point, Cornwall, Englands südlichster Stelle der Hauptinsel.

Könnte gut sein, einiges vom Rauschen und Winden und Vogelgeschrei ist im Konzert von Joe Achesons Hidden Orchestra morgen in der Tonne zu hören, verwoben mit Melodie und Rhythmus von Drums, Violine, Cello, Synthesizer, also von der Stammbesetzung seiner Band, die sich seit Bestehen als Projekt erweist. Was meint, dass Mitglieder kommen und gehen (dürfen) und mit ihnen die Nuancen und Einflüsse. Acheson selbst steuert Kompositionen bei, Bässe, Mixe, Loops - Geräusche. Seine Arbeit dort in Cornwall sollte ein Versuch sein, "allein über Klänge die Essenz eines Ortes wiederauferstehen zu lassen." Es ist ein spezieller, denn ausgerechnet Guglielmo Marconi experimentierte dort um 1900 in einer Station in Sachen Radio. Eine alte Uhr hängt an der Wand. Ihr Ticken landete natürlich auch in Achesons Dateien.

Das Hidden Orchestra kommt nicht das erste Mal nach Dresden, nicht das erste Mal in den Jazzclub, sehr wohl aber debütiert es an historischer Stelle der Tonne. Dort, wo in vielen Jahren "Verwandte" in Reihe aufgetreten sind. Musiker und Musikerinnen, die mit Joe Acheson und seinen aktuellen Hidden-Kollegen Poppy Ackroyd (Violine, Keyboards), Tim Lane (Drums, Perkussion) und Jamie Graham (Drums) Inspiration, Können und Geist teil(t)en. Vor allem aber die Ablehnung gar zu enger Stilbegriffe. Auch für Hidden Orchestra sind Jazz, Postrock, Avantgarde, Neofolk, Dub - Wörter nur. Zunächst...

2010 erschien die Studioplatte "Night Walks", zwei Jahre später "Archipelago", aktuell ist vom Hidden Orchestra "Reorchestrations" (Denovali) zu haben. Und genau diese "Re-Orchestrationen" sind darauf enthalten: Sieben Stücke, sechs davon geschrieben und schon eingespielt von ihren Komponisten. Nunmehr wird das Material von Acheson & Co. neu erfasst. Mit "The Revival" ist als siebter ein eigener älterer Track ins Heute geholt worden. Der Rest kommt von Piano Interrupted (Franz Kirmann/Tom Hodge), Clarinet Factory und Floex (Tomáš Dvorák) aus Tschechien, Long Arm aus Russland, Mary Macmaster/Donald Hay sowie Poppy Ackroyd. Joe Acheson und Hidden Orchestra zerpflücken nicht die Originale aus bloßer Mutwilligkeit, sondern lassen den Vorlagen ihre eigene experimentelle, klassische, folkige Seele.

Wenn die Band nach Dresden kommt, ist das Ende einer längeren Tour bald erreicht. Die Stationen hießen u.a. Thessaloniki, Lublin, Prag, Istanbul, Sofia, Neu Delhi, Bangalore, Mumbai. Kein Wunder wäre, auch davon ist - hörbar - schon wieder etwas hängengeblieben.

Hidden Orchestra, Freitag, 21 Uhr, Tonne

Andreas Körner

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