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Das With Full Force feiert sich als größtes Metal-, Punk- und Hardcore-Festival des Ostens

71 Bands in 3 Tagen auf dem WFF Das With Full Force feiert sich als größtes Metal-, Punk- und Hardcore-Festival des Ostens

Chuck Berry auf dem With Full Force? Was nach Tinnitus im stromgitarrenverwöhnten Metallerlauscher klingen mag, ist am Sonnabendnachmittag tatsächlich Realität. „Es gibt in Deutschland wohl kein Festival, das in dieser Größenordnung eine solche Bandbreite vorweisen kann“, betont WFF-Mitgründer Roland „Bogo“ Ritter.

Das With Full Force feiert sich als größtes Metal-, Punk- und Hardcore-Festival des Ostens

Quelle: Susanne Richter

Roitzschjora . Chuck Berry auf dem With Full Force? Was nach Tinnitus im stromgitarrenverwöhnten Metallerlauscher klingen mag, ist am Sonnabendnachmittag tatsächlich Realität: Buster Shuffle, dieses Ska-Monster aus dem Brexit-Land, salben die Jungmenschen vor der Bühne mit einer gewaltigen Portion Rock’n’Roll-Historie – und gefühlt Tausende Beine zucken. Doch nicht nur die Besucher von Ostdeutschlands größtem Metal-, Hardcore- und Punk-Festival wiegen sich sanft im Rhythmus, nein, selbst die Security-Hünen vor der Bühne schwingen mit und tänzeln von einem auf den anderen Muskel.

Wenn es vom With Full Force (WFF), das seit Freitag drei Tage lang in Roitzschjora (Nordsachsen) in seine mittlerweile 23. Auflage ging, nur eines Bildes bedarf – so muss es dieses sein. „Es gibt in Deutschland wohl kein Festival, das in dieser Größenordnung eine solche Bandbreite vorweisen kann“, betont WFF-Mitgründer Roland „Bogo“ Ritter oft und gern. Der reanimierte Chuck Berry ist der äußerst lebendige Beweis für diese These.

Die Fans von Hardcore, Punk und Metal haben dem Event seit Wochen entgegengefiebert. Bis Sonntag wird gefeiert auf dem härtesten Acker im Osten Deutschland: Das 23. With Full Force in Roitzschjora

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Und es ist eine These, die sich immer wieder bestätigt. Denn wühlen Buster Shuffle im Geschmeide der 50er und 60er, also in jenen Zeiten, von denen das Gros der rund 24 000 Besucher noch nicht einmal im antiautoritär geprägten Musikunterricht etwas gehört haben dürfte, werden unter anderem zur freitäglichen Knüppelnacht die metallischen Extreme auf die Grashalme gezerrt. Die schwarz betuchten Beweise hören auf Namen wie Inquisition, Vader, Grave oder Endstille, die mit dem Sonnenaufgang die letzten der Überlebenden in die Zelte verabschieden.

Wenn man so will, könnten auch Jogis Halbfinal-Eleven als Pate stehen: Der Star ist die Mannschaft. Denn zwischen den beiden Amplituden – Chuck Berry und Endstille – bringt das With Full Force so ziemlich jede Spielart der härteren Musik auf die Ohren, die irgend etwas mit Stromgitarren gemein hat. Es wäre müßig, alle 71 Bands der Rekord-Beteiligung, die auf diesmal drei statt zwei Bühnen für nickende Köpfe und wiegende Leiber sorgen, zu nennen. Die Mischung reicht von Punk und Ska, über Metal- und Hardcore bis hin zu extremen Varianten aus den Death- und Black-Bereichen. Dafür stehen unter anderem Bands wie Bad Religion, Slayer, Cock Sparrer, Hatebreed, Behemoth, Trivium, Rise Of The Northstar, Paradise Lost oder Five Finger Death Punch. Den Machern war diesmal hörbar daran gelegen, der Corelastigkeit der vergangenen Jahre ein klares Statement entgegenzusetzen. Nicht zuletzt deshalb reiht sich sehr häufig Höhepunkt an Höhepunkt.

Einer dieser unerwarteten Abgänge ist zweifellos Frank Carter: Der Ex-Gallows-Schreihals demonstriert mit seiner Band The Rattlesnakes, dass er nicht nur die Halsadern anschwellen lassen kann, sondern bezirzt auf und vor der Zeltbühne, inmitten hunderter um ihn schneidersitzender Zuhörer, mit postpunkigen Indieballaden. So überraschend Mr. Carter flaniert, so planbar ist der Druckabbau bei der brülltechnisch von ihrem Nachwuchs antizipierenden Jungmutter Candace Kucsulain und deren Band Walls Of Jericho – inzwischen eine feste Springgröße auf dem With Full Force, das gleichermaßen zum steten Aufstieg der amerikanischen Hardcore-Granate beigetragen hat. Von diesen Beispielen gibt es etliche: Auch die Headliner des Sonnabends, Amon Amarth aus Schweden, hieben einst ihre melodiebetonten Wikinger-Äxte des Nachmittags, also quasi zum Warm Up, auf Roitzschjora – heute sind die Rauschebärte eines der Schwergewichte in der Metal-Szene überhaupt.

Genau darum, und wegen der dreitägigen Partygarantie auf dem fast 80 Hektar großen Gelände, ist das With Full Force längst zur Institution geworden. Das Flugplatzgelände am Rand des 2200-Seelen-Dorfes Roitzschjora gilt in Fachkreisen als „heftigster Acker Deutschlands“, da das Wacken-Festival nicht diese Bandbreite liefert. Amon-Amarth-Frontmann Johan Hegg bringt das WFF-Motto am Sonnabend äußerst lauthalsig auf den viel zitierten Punkt: „Lasst uns feiern! Lasst uns Bier trinken!“ Mehr Worte braucht es nicht.

Andreas Debski

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