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Das Theater Wechselbad der Gefühle feiert 10. Geburtstag

Das Theater Wechselbad der Gefühle feiert 10. Geburtstag

"Wachgeküsst - Das Dornröschen-Musical" heißt ein Stück, das Anfang Mai am Theater Wechselbad Premiere hat. Durch die Geschichte führen die Brüder Grimm höchstselbst, und hier und da bringen sie einiges durcheinander.

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Petra Scheunemann und Gerd Schlesselmann führten das Theater zum Erfolg.

Oder trat der Froschkönig schon immer in Dornröschen auf? Die beiden Freunde Konstantin Wecker und Christian Berg sind mit dieser aufgepeppten Version der Vorlage wieder gemeinsame Wege gegangen, komponierten und texteten gleich zwölf neue Songs.

Vor zehn Jahren wurde es aus der Taufe gehoben, das Theater Wechselbad - und zwar vom Hamburger Gerd Schlesselmann, der damals auch noch die Komödie betrieb. Seit 2003 firmiert die Bühne in Regie der Orphée GmbH und wird gemeinsam vom künstlerischen Leiter Schlesselmann und der Geschäftsführerin Petra Scheunemann geführt. So wie Schwerter schon zu Pflugscharen wurden, so mauserte sich dank dem theaterbesessenen Duo eine Bezirksparteischule der SED nach einer entsprechenen Komplett-Entkernung und Sanierung zu einem Theater und Kongresszentrum.

"Die Idee, ein solche großes Privattheater zu betreiben und dann auch noch ohne Fördermittel und Projektgelder, war sicher ein Wagnis", räumt Scheunemann ein, die auch deutlich macht: "Wir mussten uns permanent verändern". Deswegen arbeitet man im Wechselbad mit mehreren großen Agenturen zusammen, insbesondere Stars der Comedy-Szene kommen gern nach Dresden. "Das hat schon eine Eigendynamik", sagt Scheunemann. Ob Bülent Ceylan oder unlängst Michael Hatzius - wenn sie sich ankündigen, ist der große Saal mit seinen 460 Plätzen (500, wenn aufgestuhlt wird) voll. In der Spielzeit 2012/13 sind es bereits über 60 Gastspiele, die im Vorverkauf sind.

Auch deshalb sind Eigenproduktionen mittlerweile vorzugsweise in der Wechselstube zu sehen, die je nach Nutzung 120 bis 200 Plätze bietet, oder im Gropius-Saal mit seinen 120 bis 170 Sitzgelegenheiten. Das müsse kein Nachteil sein, der Kontakt zum Publikum sei dann "einfach besser", ist sich Scheunemann sicher.

Was auch gut läuft; Theater kombiniert mit einem Dinner. 643 Mal wurde etwa bislang die von einer gastronomischen Grundversorgung begleitete Liebesgeschichte von Agnes und Michael gespielt, auf deren Hochzeitsfeier das Publikum im Musical & Dinner "... bis dass der Tod uns scheidet" eingeladen ist.

Allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz hat sich auch das "Wechselbad der Gefühle" behauptet, ist das Haus, das 1925/26 der erste Neubau eines Arbeitsamtes in der Weimarer Republik war, zu einer festen Adresse in der Dresdner Theaterszene geworden. Alles im allem hat man im Auftaktjahrzehnt 57 Eigenproduktionen auf die Bühne gehievt. Ein künstlerischer Glanzpunkt war das von der Kritik hochgelobte Musical "Cabaret", das im Nostalgiezelt am Gasometer in Reick gespielt wurde.

Anlässlich des (Bühnen-)Betriebs-Jubiläums lässt man es mit einer Festwoche ordentlich krachen. Unter dem Motto "Es bleibt alles ganz anders!" gibt es einen kleinen Überblick über das, wofür das Wechselbad in den letzten Jahren stand. Mit Comedy, Schauspiel, Musik, unterhaltsamen wissenschaftlichen Vorträgen ("Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit") sollen die Gäste in Feierlaune versetzt werden. In der Woche vom 22. bis 29. April werden auf drei Bühnen des Hauses an acht Tagen 19 Vorstellungen gespielt. Zum Auftakt wird "Caveman" gegeben, mit dem das Wechselbad am 22.4.2002 den Spielbetrieb aufnahm. Das erfolgreichste Solo-Stück in der Geschichte des Broadways, dieser herrlich komische Monolog über die auf ewig komplizierte Beziehung zwischen Mann und Frau, wurde bis dato 233 Mal am Wechselbad gespielt. Selbstverständlich fehlt auch die erste Eigenproduktion des Hauses nicht: Edith Piaf - Nein, ich bereue nichts!" mit der Dresdner Sängerin und Schauspielerin Kati Grasse.

Die Gäste sind hochkarätig. U.a. wurden eingeladen: Sven Ratze, der gern als "Prinz des deutschen Chansons" tituliert wird, tritt mit seinem Album "NachtSpiele" auf. Die Science Busters werden einmal mehr den Beweis antreten, dass sich Witz und Wissenschaft nicht ausschließen. Mit Vocal Recall kommt "die erste Boygroup mit Frau", in deren Show zwischen House-Musik und Kaufhaus-Musik eine absurde Alltagsgeschichte die nächste jagt. Man kann den "Vagina-Monologen" lauschen, aber auch Nicola Ruf als Billie Holiday. Zum Jubiläum gibt's zudem eine hauseigene Neuinszenierung: Am 27. April hebt sich der Vorhang für "Bei uns kocht das Chaos!". Und das Wechselbad beteiligt sich auch an der 1. Dresdner Theaternacht am 12. Mai. Christian Ruf

www.theater-wechselbad.de. Karten Tel. 0351/796 11 55

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2012

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