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Das Thalia wird zur Arena: Low Roar aus Island spielten in Breitwand

Das Thalia wird zur Arena: Low Roar aus Island spielten in Breitwand

Nein, es war kein guter Sommer für den Norden Europas. Immer wieder hörte man von Stürmen, Wolken, Regen, weggewehten Zeltwänden und Nebel. Viel Nebel. Wer beispielsweise auf Island davon betroffen war, könnte Zuflucht im beliebten Reykjaviker Plattenladen 12 Tonar gefunden haben.

Sich unter Kopfhörern auf der Couch bei einer Tasse Kaffee durch die isländische Klang-Pop-Art zu hören, kann trösten. Und wer dabei dann Low Roar entdeckte, fand am Mittwoch schon die Live-Entsprechung in Dresden. Das Bühnendebüt in der Stadt stand an, es war vom Stand weg ausverkauft.

Low Roar ist die personengebundene Sache eines Musikers, der 2010 Sonne gegen Eis getauscht hat. Aus Kalifornien kam Ryan Karazija nach Reykjavik. Wie es ihm dort im langen Winter geht, ist auf zwei Platten nachzuhören. Doch die selbstbetitelte erste und auch "0" vom Vorjahr täuschen zunächst. Wo Karazija vor allem allein im Selbstversuch, dann mit ansässigen Freunden Pop-Folk zelebrierte, ihn mit den femininen Streichereinheiten von Amiina auffütterte, ist er gerade vollends in elektronischen Gewässern angelangt, die ihn tragen. Mit zwei Kollegen an seiner Seite, ist das Programm des Jahres 15 eines, das in Cinemascope, also Breitwand daherkommt. Ein Format, das akustisch in Arenen passt, im smarten Thalia aber schnell an Grenzen stößt.

Denn Low Roar setzen auf gezielte Überwältigung. Karazija hier fragile, dort jubilierende Stimme gleitet immer wieder ins Falsett und in ein "uhhhhhh" und "ahhhhh", das den a-ha-Freund genauso mitnimmt wie bald den von Sigur Rós. Vergleiche dieser Art lassen sich einfach nicht vermeiden, sind fix zitiert, helfen aber im Falle Low Roar nicht viel.

Wer glaubte, dass die Band ihr Konzert für die engen Bedingungen im Kino modifizieren würde, hatte sich schnell getäuscht. Da waren andere dort schon viel sensibler. Low Roar kamen mit der vollen Packung - einer Tasten-Burg, Drums, Effektgeräten. Selten griff Ryan Karazija zur akustischen Gitarre. Gut, der Beginn des Abends sei dann doch völlig anders als sonst, gestand der Sänger. Man käme eigentlich raus und spiele 15 Minuten, ohne ein Wort zu sagen. An diesem Abend steht Karazija allein vorn und erklärt sein erstes Stück. Für "I'm Leaving" wird er wehmütig. Er habe es geschrieben für Freunde, die er zurückgelassen hat. Nur Stimme, nur Saiten. Es konnte so nicht weitergehen.

"I'll Keep Coming" beispielsweise beginnt mit Pluckern, Schrammen, schweren Dosen und steigert sich in einen Rausch, der trotzdem mit Besen am Schlagzeug zu spielen wäre. Stattdessen: Sesseldruck. Low Roar vermeiden fortan gesetzte Klatschpausen, weben die raumgreifenden Songs, vornehmlich von "O", ineinander und verharren damit dann doch nur auf der Stelle. Konzertdramaturgisch bewegt sich vieles im Rahmen von Intro-Klimax-Outro mit Drang zum Wohligen, wenngleich das Glöckchengeklingel der Platte(n) dann doch fehlt. "Please Don't Stop" bleibt zum Heulen schön. Frau/Freundin oder Mann/Freund sollten danach, sofern man allein gekommen war, schon zu Hause gewesen sein und nicht weg, sonst wäre es eng geworden mit der Nacht.

Diese Musik steht zu ihren Referenzen, das macht sie grundsympathisch. Sie ist das, was der Flüchtige mit "typisch isländisch" beschreibt, ohne die wahre Vielfalt von dort zu kennen. Sie ist kein Abenteuer, kein Risiko, kein Neuland. Will meinen: Nach Low und The Low Anthem hat man trotzdem die nächsten "Low" auf dem Zettel. Vielleicht bald größer. Nein, sicherlich!

Sommerkino

in der Weinbergkirche

Der Verein KulturKirche Weinberg Dresden-Trachenberge veranstaltet heute in der Weinbergkirche, Albert-Hensel-Straße 3, Sommerkino. Um 20 Uhr wird die Filmbiografie "Walk the Line" aus dem Jahr 2005 gezeigt. Der Film mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle zeigt das Leben des berühmten Country-Musikers Johnny Cash und dessen Liebe zu seiner zweiten Frau June Carter Cash. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

Workshop für künftige HfBK-Studenten

Mit dem Dresden-Art-Workshop, der im Oktober und November stattfinden wird, möchte die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) begabten Schülern der 10. bis 12. Klasse einen Einblick in den Studienalltag ermöglichen. Interessenten können sich bis 31. August mit einer Auswahl ihrer Arbeiten bewerben. Die Mappe an Nora Arnold, Hochschule für Bildende Künste Dresden, PF 160 153, 01287 Dresden schicken!

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.08.2015

Andreas Körner

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