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Das Punkquartett "Die Art" in der Groove Station

Doppelt tanzwütige Meute Das Punkquartett "Die Art" in der Groove Station

Doppelt hallt länger. So verbrachte das Leipziger Musikquartett namens "Die Art", das vor mittlerweile 29 Jahren aus "Die Zucht" hervorging, das Wochenende komplett in Dresdner Neustadt, um die Groove Station doppelt füllend zu bespielen.

Dresden. Das gelang am ersten Tag sehr passabel, am zweiten vorzüglich, wobei etliche große, erfahrene Haudegen nur leicht kopfbewegend den rasenden Tanzkreis vor der Bühne umschlossen, um sich nebenher ihre Gedanken um Wirkung und Erfolg der Band im Systemwandel zu machen.

Dabei sehen viele jener Wutbürger der Zonenendzeit nicht wirklich befriedet aus, was normal ist, sonst wären sie nicht hier zugegen. Sie schauten dabei vor sich auf eine wild hüpfende Tanzmeute, die vor allem das deutschsprachige Liedgut der Band bevorzugt und die Bedeutung in der DDR-Endzeit eher nicht kennt. Und sie wundern sich, dass ausgerechnet eine Art Popsong wie "Das Schiff" (1995), das im Nirvana endet, so laut mitgesungen wird.

Frontmann Makarios, Lindenauer Jahrgang 1959, bleibt eher ruhig bei sich selbst und lässt sich auch nicht zu gelegentlichen Tänzchen inspirieren. Wie gewohnt, schließlich ist das letzte Art-Konzert vor Weihnachten hier Tradition wie woanders Schwibbögen, gelingen die schnellen, geradlinigen Nummern, getragen vom feinen Gitarrenspiel von Thomas Gumbrecht und Conrad Hoffmann (Bass) besser. Schlagzeuger Sven Löbert, mit Jahrgang 1974 der jüngste im Bunde und während der Artauszeit über das Nebenprojekt "Wissmut" akquiriert, zeigt als einzigen Showeffekt seinen Oberkörper bei den Zugaben.

Aus dem aktuellen Studioalbum "Success", unter dessen Namen die Tour lief, die wieder einen Mix aus deutsch- und englischsprachigen Titeln anbietet und auch auf edlem Vinyl daherkommt, gelangten am ersten Tag drei Titel zu reichlich zweihundert Leuten, tags drauf waren es sogar vier für fast 300 Tanzwütige. Derweil hat das Quartett schon das 30. Bandjubiläum, das 2016 ansteht, im Blick - eine Rückkehr in die GrooveStation ist angekündigt.

Einen Pluspunkt hat die Band zudem ganz hinten stehen - der bärtige Mann am Merch-Stand ist ein wandelndes Art-Lexikon, alle Fragen zur Band können während der Konzerte hinreichend beantwortet werden. Eines kann er natürlich nicht wissen: Ob vielleicht ein neues Überraschungskonzert wie anno April 2004 - also mitten in der Auflösungzeit, die bei "Die Art" von 2001 bis 2007 dauerte - geplant sein könnte. Damals gaben sie - zu Ehren und gemeinsam mit der Dresdner Combo "Freunde der italienischen Oper" im Gare de la Lune ein einzigartiges Konzert zwei damals nicht existenter Bands. Solche Geschenke wünscht man sich zu runden Geburtstagen.

Hutzenabend mit

Annamateur

Am 29. Dezember, 20 Uhr lädt die Scheune zu Annamateurs allmonatlichem "Büro für Ordnung und Chaos". In der letzten Ausgabe 2015 widmet sich die Dresdnerin einer erzgebirgischen Tradition - dem Hutzen. Zu Gast sind unter anderem Hans-Christoph Rademann, Chordirigent und Professor, sowie der Pianist Andreas Gundlach. Musikalische Begleitung gibt es wieder vom Dresdner Gnadenchor.

Tickets für 15 Euro bei Sax-Tickets oder unter www.scheune.org

andreas herrmann

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