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Das Orchester Sinfonietta Dresden ist unverzichtbarer Bestandteil der sächsischen Musikkultur geworden

Das Orchester Sinfonietta Dresden ist unverzichtbarer Bestandteil der sächsischen Musikkultur geworden

Orchester haben es nicht leicht. Wenig Geld, viele Fusionen, manche sterben aus Mangel an finanziellen Zuwendungen einen stillen Heldentod. Nicht so das Kammerorchester Sinfonietta Dresden, das in diesem Jahr 20. Geburtstag feiert und sich aus diesem Anlass mit vier Festkonzerten gleichsam selbst beschenkt.

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Das Orchester Sinfonietta Dresden feiert 2014 sein 20-jähriges Bestehen - und gibt aus diesem Anlass vier Festkonzerte.

Quelle: Grit Dörre

Der Konzertkalender der Sinfonietta ist mit 25 Auftritten, darunter drei Uraufführungen, in diesem Jahr besonders gut bestückt. "Mit diesem Programm trumpfen wir zum 20. groß auf", sagt Olaf Georgi, Vorsitzender des Trägervereins für den renommierten Klangkörper.

Georgi musiziert hauptberuflich in der Elbland Philharmonie Sachsen. Er gehört zu den Gründern der Sinfonietta Dresden, die sich heute vorrangig aus Profimusikern wie ihm zusammensetzt, die neben dem gängigen Repertoire eben einfach mal etwas anderes spielen wollen. "Wir waren damals alle Musikstudenten, heute besteht das Orchester zur Hälfte aus freischaffenden Musikern und zu einem Drittel aus Musikern, die fest in Orchestern spielen", sagt er. Der Anteil der Studenten sei geringer geworden, doch die Nachwuchsförderung gehöre nach wie vor zu den erklärten Anliegen des Orchesters.

Sowohl zur Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber als auch zur Hochschule für Kirchenmusik Dresden bestehe bis heute eine enge Verbindung. Die Fluktuation im Ensemble sei jedoch groß. Den harten Kern der Sinfonietta Dresden bilden derzeit etwa 20 Musiker. Im Durchschnitt bestreiten sie zusammen reichlich 20 Konzerte im Jahr. Das ist zu wenig, um davon leben, aber genug, um eigene kreative Projekte aus der Taufe heben zu können. Vor allem zwei Musikreihen haben in den vergangenen 20 Jahren die künstlerische Position der Sinfonietta in der Musiklandschaft geprägt.

In beiden war es das Anliegen des Orchesters, ein Spannungsfeld aus alter und neuer Musik zu erzeugen und gewwohnte Hörmuster aufzubrechen. Im Jahr 2004 startete die Reihe "Spannungen", in der alle Klavierkonzerte von Mozart in elf Konzerten mit Uraufführungen von Werken junger, sächsischer sowie europäischer Komponisten kombiniert wurden.

Die Reihe "Spiegelungen" setzte dieses Prinzip in weiteren sechs Konzerten fort, nur dass dieses Mal jeweils eine Sinfonie von Joseph Haydn im Vordergrund stand. Parallel dazu gründete sich damals des "KlangNetz Dresden", das Sinfonietta bis heute als Partner unterstützt.

Die Idee, Altes mit Neuem zu verbinden, Neues zu entdecken und jungen Komponisten aus ganz Europa eine Bühne zu bieten, habe sich seither zu einer Kernkompetenz der Sinfonietta Dresden entwickelt, sagt Olaf Georgi. "Wir wollen die Schwelle zur neuen Musik niedrig halten, sehen uns als Mittler und Türöffner für das Publikum, dem wir die Angst vor Unbekanntem nehmen wollen", so der Vereinsvorsitzende. Dennoch sieht er die Sinfonietta nicht als typisches "Spezialensemble" für Neue Musik.

Schließlich wurde das Kammerorchester vor 20 Jahren in erster Linie als Begleitorchester für den Dresdner Kammerchor gegründet, war daher ursprünglich eher auf Barockwerke spezialisiert - und konzertiert bis heute vorrangig mit Ensembles und Chören wie dem Dresdner Bachchor, dem Kreuzchor oder dem Chor der Technischen Universität sowie der Singakademie Dresden. "Diese Zusammenarbeit mit zahlreichen festen Partnern ist das zweite und eigentlich größere Standbein des Orchesters", erzählt Georgi.

Die Kooperationen der Sinfonietta Dresden mit den zahlreichen semiprofessionellen Chören und Kantoreien in ganz Sachsen tragen einerseits zur musikalischen Qualitätssicherung des Orchesters bei, da sie den größeren Teil des Konzertprogramms einnehmen und somit für spielerische Routine sorgen. Andererseits sind sie auch für das Überleben des Klangkörpers unverzichtbar. Die eigenen Konzerte seien nur mit geringen Gagen verbunden, diese speziellen Programme würden vor allem vom großen Enthusiasmus der Musiker getragen, so Georgi. Zwar fördern Stadt und Land besondere Konzertreihen wie "Spannungen" und "Spiegelungen" mit Zuschüssen, aber um ein Orchester aus Berufsmusikern zu finanzieren, reiche das nicht.

Die Mischung aus eigenen Konzerten und Begleitengagements wird daher auch über das Jubiläumsjahr hinaus das künstlerische Profil der Sinfonietta Dresden prägen. Und auch Idealismus ist nach 20 Jahren noch genug vorhanden, wie die vier Festkonzerte unter der Schirmherrschaft von Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) beweisen. Hier gehen Altes und Neues abermals spannend-spiegelnde Verbindungen ein, immer mit Bezug auf frühere Projekte, versteht sich. So wird am 5. April abermals die "Sinfonia concertanta" des rumänischen Komponisten Tiberiu Olah erklingen, die Sinfonietta Dresden 2004 erstmals in Sachsen spielte, sowie das für das Abschlusskonzert der "Spannungen"-Reihe 2008 entstandene "Grazioso 222" der Dresdnerin Silke Fraikin. Außerdem stehen im ersten Festkonzert in der Dreikönigskirche unter Leitung von Milko Kersten Sechs Deutsche Tänze und zwei Konzertarien von Mozart und Beethovens 2. Sinfonie auf dem Programm. Als Solisten sind die Sopranistin Marie Friederike Schöder sowie Olaf Georgi (Flöte) und Georg Wettin (Klarinette) zu erleben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2014

Nicole Czerwinka

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