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Das Nils Petter Molvaer Quartett live in der Tonne

Berge zersetzen Das Nils Petter Molvaer Quartett live in der Tonne

Das Nils Petter Molvaer Quartett ist mit seinem neuen Album „Buoyancy“ am Freitagabend zu Gast im Jazzclub Tonne in Dresden. Der norwegische Trompeter Molvaer gilt als Vorreiter der Verbindung von Jazz und Elektronik.

Das Nils Petter Molvaer Quartett spielt am Freitag live im Jazzclub Tonne.

Quelle: PR

Dresden. Dass sich Nils Petter Molvaer nicht groß um die öffentliche Meinung kümmert und selbst nicht um die schwankenden Planken der selbst- oder fremdernannten Fachpresse, könnte ihm leicht als Arroganz ausgelegt werden. Dabei macht es ihn nur frei. Freiheit war schon immer ein hohes Gut im Jazz.

„Buoyancy“, Molvaers just vor Tagen bei OKeh/Sony erschienene neue CD, ist ein deutliches Statement jener Freiheit. Denn sie bedeutet eben nicht nur die Erfindung, sondern auch den Gebrauch, das Forschen genauso wie das Benutzen. Hochspannend wird diese Platte durch das Miteinander von vier Musikern – diesen vier Musikern. Es ist echte Addition, nein, echte Multiplikation! Dass der 56-jährige Molvaer trotzdem allein unter seinem Namen firmiert, den Schritt hin zu einem Bandnamen also nicht mehr geht wie einst, auch das könnte ihm fehlinterpretiert werden. Dass es Marktgründe hat, steht außer Frage. Schlechtes bedeutet es per se nicht, es sei denn, Marktgründe wären die einzigen.

Seit der 2014er CD namens „Switch“ setzt sich die Formation zusammen aus Nils Petter Molvaer (Trompete, Electronics, Stimmen, Loops), Erland Dahlen (Drums, Glocken, E-Drums, Xylophon, Klavier), Jo Berger Myhre (Bass, Gitarren, Synthesizer) und Geir Sundstel (Gitarren, Pedal Steel, Banjo, Sitar). Weitere Instrumente und Effekte fehlen in der geklammerten Aufzählung, Hände klatschen zum Beispiel. In Zeitlupe.

Band meint zudem, dass Molvaer das Gros der Kompositionen in kollektiver Arbeit umgesetzt hat, meist im Trio oder Duo, ausgenommen ein nacktes Solo auf der Trompete, das wie ein lyrischer Vorhang fällt und weht und keine zwei Minuten lang ist.

Band meint auch die Produktion, die sich Molvaer mit Berger Myhre teilt, wobei der profunde Helge Sten mit seinem Mastern erneut das I zu tüpfeln verstand. Wie gesagt, es geht Molvaer & Band nicht um des Fahrrads neuen Lack. Dass er und sie es glänzend verstehen, klare, schwebende, sezierende, einleuchtende Natur-Klang-Töne mit schroffen und anders klaren, schwebenden, sezierenden, einleuchtenden Elektronics zu paaren, zu verheiraten und wieder zu trennen, ist gesetzt. Alle Musiker sind erfahren im Ambient(e), das sich aus Jazz und Rock speist, am Ende aber immer eher wie ein Berge zer- statt -versetzen anmutet. Es ist Musik en detail, die sich dem Auswalzen konsequent verweigert, dafür Schlupflöcher offeriert und sich einem freien Hören hingibt. Die Stücke, zehn sind es insgesamt auf „Buoyancy“, tragen wirklich Stücke-Charakter, haben sechs, vier, nur einmal knapp zehn Minuten Länge. Sie rufen nach Rotation. Nach Tauchgang, denn dem Wasser sind sie vom Titel her entnommen.

Das Nils-Petter-Molvaer-Quartett – obwohl es gar nicht so heißt – repräsentiert ein nächstes Mal die so fundamentale, kreative, wild entschlossene, kooperationswillige und seit Jahren mit Schwärmerei konfrontierte norwegische Populärmusik-/Jazz-/Rockszene. Zumindest hierbei gibt es keine zwei Meinungen. Auch Besucher des letzten Motorpsycho-Konzerts vom April im Beatpol sind herzlich eingeladen! Jene, die sich an den fulminanten Auftritt der norwegischen Landsleute von Jaga Jazzist vor vielen Jahren an gleicher Stelle erinnern, sowieso!

Die Bühne könnte voll werden am Freitagabend. Gut, dass sie in der Tonne wieder größer ist. Und noch Platz hat für eine Dresdner Vorband: Mother Princess sind Inéz „Ätna“ Schaefer (Gesang), Felix-Otto Jacobi (Bass), Arne Müller (Drums) - Rhythmus, der vorgreift!

Nils Petter Molvaer Quartett / Mother Princess, 07. Oktober um 21 Uhr, Jazzclub Tonne

Von Andreas Körner

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