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Das Kulturbüro Dresden e.V. wird 20 Jahre alt - Stadt soll sich zu Raumnot für Kreative positionieren

Das Kulturbüro Dresden e.V. wird 20 Jahre alt - Stadt soll sich zu Raumnot für Kreative positionieren

Das Kulturbüro in Dresden feiert seinen 20. Geburtstag. Im Interview sprechen die Mitarbeiter über die bisher geleistete Arbeit im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements und der Kulturarbeit.

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V.l.: Christoph Bülau, Martin Reichel, Peggy Stockhowe, Manja Riemann, Melanie Hörenz

Quelle: Julia Vollmer

Die Mitarbeiter des Büros helfen beispielsweise bei der Gründung eines Vereins und all den Fallstricken und Herausforderungen.

Sie feiern in diesem Jahr Ihr 20. Jubiläum. An welche Stationen erinnern Sie sich besonders gern?

Peggy Stockhowe: Ich erinnere mich gern zurück an einen älteren Herren, der sehr regelmäßig zur Beratung kam. Er tourte als Zeitzeuge durch die Schulen und ist mir als sehr aktiv und interessiert in Erinnerung geblieben. Ich habe ihn zu Fördermöglichkeiten und Steuerrecht beraten und ich hatte das Gefühl, ihm dadurch sehr geholfen zu haben.

Melanie Hörenz : Ich denke, wir können mit Stolz sagen, dass wir in 20 Jahren über 5000 Ideen von Menschen beraten haben und so tolle Projekte entwickelt worden sind. Wir führen mehrere hunderte Beratungen im Jahr durch und nach wie vor besteht hier ein stetiges Wachstum. Die Menschen haben weiterhin Fragen an uns und das ist ein tolles Gefühl. Dabei sind einige Themen immer aktuell wie, „Wie kann ich mich vernetzen?“ oder „Wo bekomme ich Fördergelder?“. Man könnte viele Highlights aus den 20 Jahren herausgreifen. Stolz sind wir, dass z.B. sich das Projekt Werk.Stadt.Laden von einer kleinen Initiative hin zu einem festen Bestandteil in Dresden Löbtau entwickelt hat oder wir schon sein 13 Jahren unser Domino-Projekt umsetzen.

Welche Projekte, die sie unterstützt und beraten haben, sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Melanie Hörenz : Vor allem die Projekte unserer Mitgliedervereine gilt es hier zu erwähnen, die das kulturelle und soziale Leben in Dresden aktiv mitgestalten. Da wären z.B. der Conni e.V., das Medienkulturzentrum, cocolores e.V. und der Förderverein für das Erich-Kästner-Museum zu nennen. Aber auch Kultur Aktiv e.V. oder der Ausländerrat Dresden e.V..

Peggy Stockhowe:  Immer schön ist es, wenn wir ein Projekt von Beginn an begleiten. Von der ersten Beratung zur Vereinsgründung und den Finanzierungsmöglichkeiten bis zu der Raumfindung. Ein wichtiges Thema für uns als Kulturbüro ist auch das Thema Beteiligung. So haben wir 2012 eine große Kinderbefragung zusammen mit dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten und der Projektschmiede gGmbH zur Beteiligung von Kindern am Hort durchgeführt.

Welche Projekte plant das Kulturbüro in der nächsten Zeit?

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Das Bandhaus auf der Gasanstaltstraße in Reick.

Zur Bildergalerie

Für den Herbst stehen jede Menge Workshops auf dem Programm. Wir beschäftigen uns unter anderem mit dem Thema „Crowdfunding – Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte“, wir veranstalten einen Beratungssalon zum Thema Vereinsmanagement. Im Dezember sind alle Interessierten eingeladen, sich zu den Themenfeldern GEZ, Gema und Künstlersozialkasse beraten zu lassen. Außerdem widmen wir uns natürlich unserer wichtigsten Aufgabe - der Beratung. Dort spielt zum Beispiel gerade die Raumnot von Künstlern eine zentrale Rolle. Mit Sorge blickt die Dresdner Kulturszene gerade auf die steigende Raumnot für Kreative.

Wo sehen Sie Ursachen und Lösungsansätze?

Peggy Stockhowe : Nach der Wende siedelten sich viele Kreative auf den Flächen der alten Industriegelände an, doch diese Räume fallen nach und nach weg oder werden verkauft. Der Markt für Wohnungen und Ateliers ist durch den Geburtenboom und Zuzug sehr dicht. Dabei wollen viele Künstler gar keine durchsanierten Räume, sie brauchen einfach Raum und Entfaltungsmöglichkeiten. Die Mietpreise sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass sie für viele Kreative kaum noch zu stemmen sind. Das Angebot an Räumen in Dresden passt schlicht nicht zum Bedarf. Als eine Lösung sehe ich, dem Beispiel der Blauen Fabrik folgend, dass sich Gemeinschaften bilden, die dann die Objekte erwerben.

Melanie Hörenz: Die Stadt muss sich zur Raumnot endlich positionieren. Das Problembewusstsein ist da, nun müssen Lösungen folgen. Die Vielseitigkeit der Dresdner Kultur-, Kreativ- und Kunstszene muss auch im Stadtbild akzeptiert werden. In verschiedenen Gremien, z.B. in der Facharbeitsgruppe Soziokultur, machen wir auf diese Problematik aufmerksam.

 Am 27. September feiern Sie ihr Jubiläum. Was haben Sie an diesem Tag geplant?

Melanie Hörenz: Wir laden unserer Freunde und Partner zu einem Fest ins „Oostende“ auf der Prießnitzstraße ein. Dort soll mit Kulturbeiträgen, Reden und netten Gesprächen auf die 20 Jahre zurückgeblickt werden. Vorstellen werden wir unserer Broschüre zu unsrem Jubiläum, in der wir exemplarisch 20 unsere Projekte vorstellen, die wir über die Jahre begleitet haben.

Julia Vollmer

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