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Das Konzert "Offen und Bunt" in Dresden geht mit dem Auftritt von Grönemeyer zu Ende: Bis zu 25.000 Besucher

Das Konzert "Offen und Bunt" in Dresden geht mit dem Auftritt von Grönemeyer zu Ende: Bis zu 25.000 Besucher

Dresden. Rund 25.000 Menschen haben laut Veranstalter am Montagabend in Dresden ein deutliches Zeichen für Weltoffenheit, für Toleranz und gegen Rassismus gesetzt.

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Auch die Stadtsilhouette wurde bunt beleuchtet.

Quelle: Stephan Lohse

Zahlreiche prominente Musiker und Personen des öffentlichen Lebens riefen die Dresdner auf, ihre Stadt gegen Vorurteile und Diskriminierung zu verteidigen.

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Eindrücke vom Konzert "offen und bunt für Dresden" am Montagabend auf dem Neumarkt.

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Herbert Grönemeyer fand deutliche Worte gegen Pegida.

Quelle: Dominik Brüggemann

Stargast der Veranstaltung war Sänger Herbert Grönemeyer, der zwischen seinen Songs deutliche Worte fand. „Erschreckend und traurig“ sei das, was momentan jede Woche in Dresden passiere. Sich bei berechtigten Sorgen Gehör zu verschaffen, sei legitim, religiöse Grupen aber zu Sündenböcken zu machen, sei eine Katastrophe. Vielfalt sei Deutschlands Zukunftsgarantie. „Alle für jeden. Das ist Deutschland und das bleibt so“, rief Grönemeyer unter lautem Applaus.  Die Rede von Herbert Grönemeyer als PDF.

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Gentleman und Niedecken im Duett

Quelle: Dominik Brüggemann

Zuvor hatten die Dresdner zu der Musik von zahlreichen Künstlern und Bands getanzt. Unter anderem standen Silly, Gentleman, Keimzeit, Sarah Connor und Adel Tawil auf der Bühne am Neumarkt. Wolfgang Niedecken und Gentlemen sangen zusammen Marleys "Redemption Song", einer von vielen ergreifenden Momenten. Auch die regionalen Bands Fogo de Ritmo, Yellow Umbrella und Christian Friedel und Woods of Birnam waren mit dabei.

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Der neumarkt von oben

Quelle: dpa

Zwischen den Songs gab es immer wieder aufrüttelnde und teils berührende Ansprachen und Videobotschaften. Applaus gab es unter anderem für Robert Koall, Chefdramaturg des Staatsschauspiels Dresden. Er fordert die Menschen auf: "den Arsch hochzubekommen und die Zähne auseinander". „Die gute Stimmung hier lassen wir uns nicht durch die engstirnigen Aussagen des Ministerpräsidenten kaputt machen", so Koall weiter. Auch das Gedicht einer muslimischen Poetry-Slamerin aus Berlin wurde von den Dresdnern mit viel Applaus bedacht.

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Jeanette Biedermann

Quelle: Dominik Brüggemann

Die Dresdner Künstlerin Annamateur sendete eine Videobotschaft an die Zuschauer. „Seid empathischer, baut Brücken statt Mauern, seid neugierig, macht Kunst und Musik.“ Eric Hattke vom "Bündnis für Alle" mahnte die Würde aller Menschen an und forderte mehr Anstrengungen im Bildingsbereich. Jakob Gilles, Sprecher von Dresden Nazifrei, forderte einen Winterabschiebestopp und wünschte sich, dass sich viele Dresdner am Widerstand gegen Pegida beteiligen. "Kein Mensch ist illegal", rief er den Dresdnern zu.

Am Dienstag äußerte das Bündnis Nazifrei aber auch Kritik: So hatten die Organisatoren nicht erlaubt, dass der eigentliche Bündnis-Sprecher Silvio Lang das Statement verlesen konnte. Lang ist Mitglied der Partei die Linke, und die Veranstalter wollten dezidiert keine Parteipolitiker auf der Bühne. „Silvio Lang ist seit 2012 Sprecher unseres spektrenübergreifenden Bündnisses“, so Gilles, „und hat diese Funktion immer professionell von seinen Parteifunktionen getrennt und zur vollen Zufriedenheit aller Bündnispartner erfüllt. Wir haben uns dazu entschieden, dennoch an der Veranstaltung teilzunehmen, um sie nicht zu torpedieren. In Zukunft sollten Organisatoren von Großveranstaltungen aber wissen, dass Entscheidungen zur Rednerwahl und ebenso zu den Redeinhalten ausschließlich von den im Bündnis Dresden Nazifrei organisierten Personen und Strukturen getroffen werden.“, so Gilles weiter.

Khaldun Al Saadi, Sprecher des Islamischen Zentrums Dresden, sagte: "Der Islam gehört zu Sachsen wie die Eierschecke zu Blümchenkaffee", der sich aber enttäuscht zeigte, dass sich nach der ersten Großveranstaltung vor wenigen Wochen an gleicher Stelle nichts getan habe und Muslime in Sachsen weiter ausgegrenzt würden.

Was Redner und Musiker einte: Sie forderten die Dresdner auf, auch in den kommenden Wochen Gesicht zu zeigen.

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Da der Neumarkt zwischenzeitlich überfüllt war, wurde das Konzert auch auf den Theaterplatz übertragen.

Quelle: Stephan Lohse

Die Zuschauer strömten an diesem Abend in Massen zum Neumarkt. Bereits zu Beginn war der Platz vor der Frauenkirche bestens gefüllt, ab 19 Uhr ging an vielen Ecken nichts mehr, so dass sich die Veranstalter entschlossen, die Übertragung auf dem Theaterplatz zu starten. Dort verfolgten in der Spitze noch einmal rund 1000 Dresdner das Konzert. Auch der einsetzende Dauerregen konnte die Zuschauer nicht verschrecken.

Die mit rund 450 Beamten angetretene Polizei verlebte einen ruhigen Abend. Von einzelne Provokationen und Störversuchen seitens Pegida-Anhängern ließen sich die Dresdner nicht aus der Ruhe bringen. Als während der Videobotschaft der TU Dresden plötzlich eine kleine Gruppe „Wir sind das Volk" brüllt, bleibt alles ruhig. "Sind wir das nicht alle?“, konterte Moderatorin Alexandra Gerlach.

Organisiert wurde der Abend vom Verein „Dresden-Place to be!“. „Wir haben uns heute hier versammelt, um ein Zeichen zu setzen“, erklärte Moderatorin Gerlach die Gründe für die Veranstaltung. Ideengeber Gerhard Ehninger stellte auf der Bühne noch einmal klar, dass keinerlei Steuergelder flossen: „Wir sind unabhängig von König, Staat und Kirche.“

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Auch die Stadtsilhouette wurde bunt beleuchtet.

Quelle: Stephan Lohse

Neben Musik und Reden hatte sich der Verein noch etwas Besonderes einfallen lassen. Ab 18 Uhr erstrahlten zahlreiche Gebäude am Elbufer in den buntesten Farben. So verwies auch der Canaletto-Blick auf ein buntes Dresden.

jv/sl

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