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"Das Kind der Seehundfrau" feiert Premiere

"Das Kind der Seehundfrau" feiert Premiere

Es war einmal ein altes Märchen der Inuit, wie es in Grönland oder dem arktischen Kanada erzählt wird... Die Landesbühnen Sachsen erwecken diese poetische und auch ein wenig traurige Geschichte über "Das Kind der Seehundfrau" jetzt zu neuem Leben.

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Jan Heinke (hinten) und sein Stahlcello spielen neben Stephanie Krone und Grian Duesberg eine wichtige Rolle in der Inszenierung des Inuit-Märchens "Das Kind der Seehundfrau" an den Landesbühnen Sachsen.

Quelle: Hagen König

Die berührende Erzählung feiert in einer Inszenierung von Klaus-Peter Fischer am Nikolaustag als Musiktheater für Kinder (ab 8 Jahren) Premiere. Jan Heinke schrieb die Musik zu dem arktischen Stoff. Im Gespräch mit den DNN erzählt er, warum seine Stahlcelli genau die richtigen Klangfarben zu diesem Märchen liefern.

Frage: Das Märchen vom "Kind der Seehundfrau" ist hierzulande eher unbekannt. Wie haben Sie sich dem Stoff genähert, bevor Sie die Musik dazu geschrieben haben?

Jan Heinke: Zunächst habe ich mir angehört, wie die Eskimos Musik machen, auch Unterwasseraufnahmen von Robbenklängen habe ich als Inspiration genommen. Erst wollte ich diese Geräusche direkt ins Stück integrieren, aber dann haben wir uns entschieden, doch alles live zu spielen. Ich habe auch gemerkt, dass es gar nicht richtig wäre, das Stück zu stark an diesem Ethno-Kontext der Inuit festzumachen. Denn die Geschichte erzählt indirekt auch ganz Alltägliches. Da geht es um den Verlust der Mutter, die nach sieben Jahren zurück zu den Seehunden geht - dorthin, wo sie herkam. Das ist für mich auch ein Symbol für eine Trennungsgeschichte.

Trotzdem wird die Herkunft dieses Inuit-Märchens allein mit der Instrumentierung durch Ihr Stahlcello doch musikalisch betont, oder?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe auch ein Stück für Obertongesang für das Märchen komponiert. Dabei werden zwei Töne gleichzeitig gesungen, was die Fremdheit der Landschaft unterstreicht. Wir sind aber noch nicht ganz sicher, an welcher Stelle wir das einsetzen werden. Daneben gibt es ein sehr großes Spektrum an Genres in dem Stück. Im Text sind zum Beispiel auch Lieder vorgegeben, die habe ich als Erstes komponiert. Die Seehundwelt zeigen wir mit Rap-Elementen, das ist wie eine kleine Party auf der Bühne. Es gibt Geräusche wie im Hörspiel und dann gibt es noch die Momente, in denen die Musik als zweite Erzählebene eingesetzt wird, ähnlich wie im Film.

Warum spielt gerade das von Ihnen konzipierte Stahlcello, ein Instrument aus Edelstahl und Eisen, hier eine sehr wichtige Rolle?

Ich bin überhaupt erst wegen des Instrumentes gefragt worden, ob ich die Musik zu diesem Stück schreiben möchte. Der Regisseur hatte das Stahlcello zuvor schon einmal gehört und von Anfang an das Gefühl, dass es sehr gut zur Atmosphäre dieses Märchens passen würde. Das Stahlcello klingt metallisch, es besteht aus Stahlstäben und wird mit einem Bogen aus Bambus und Angelschnur gestrichen, wobei die Langsamkeit des Instruments und der lange Nachhall wunderbar die Weite der Eiswelt hörbar machen. Ich finde es reizvoll, dass wir hier mehr mit Klangmusik arbeiten als mit klassischen Tonfolgen.

Sie sind bekannt dafür, ungewöhnliche Instrumente zu bauen. Haben Sie auch für "Das Kind der Seehundfrau" welche entwickelt?

Ich war mit dem Schlagzeuger Demian Kappenstein auf den Schrottplätzen rings um Dresden unterwegs, um passende Percussion-Instrumente zusammenzustellen. Das reicht von alten Sägeblättern bis hin zu Gastanks. Ich habe schnell gemerkt, dass das Spektrum von einem Instrument nicht reicht, um die Klangfarben für das Stück darzustellen. Unser Orchester besteht also aus dem Stahlcello, dem Schlagzeug mit Schrott-Elementen und - da wir noch ein Harmonieinstrument brauchten - aus der glockenspielähnlichen Celesta, gespielt von Thomas Tuchscheerer.

"Das Kind der Seehundfrau" wurde zuvor auch schon in den Niederlanden inszeniert. Dort mit einer anderen Musik. Haben Sie sich diese Version des Märchens angehört?

Nein, das wollte ich auch nicht. Ich will ja meinen eigenen Weg finden, diese Geschichte zu vertonen. Wenn ich mir zuvor anderes anhöre, besteht die Gefahr, dass ich mich davon zu stark beeinflussen lasse.

iDas Kind der Seehundfrau" an den Landesbühnen Sachsen, Premiere morgen, 10 Uhr im Zentralgasthof Weinböhla; in der Studiobühne/Stammhaus Radebeul: 7.12., 15 Uhr; 8.12., 17 Uhr; 14.12., 11 Uhr; 16.12., 10 Uhr; im Schloss Großenhain: am 10.12., 9.30 Uhr und 14 Uhr.

www.landesbuehnen-sachsen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.12.2013

Nicole Czerwinka

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