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Das Jugendjazzorchester spielte zu drei Konzerten von Zwickau bis Dresden auf

Das Jugendjazzorchester spielte zu drei Konzerten von Zwickau bis Dresden auf

Es war ein gediegener Ausklang für einen warmen Wintertag, den das Jugendjazzorchester Sachsen am Sonntag im Dresdner Club Tante JU bescherte. Im gedimmten Licht des großen Saals jazzten sich die jungen Musiker auf der hohen Bühne durch Klassiker der Bigband-Literatur und Arrangements des Saxophonisten Marko Lackner.

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Saxophonist Marko Lackner (r.) und das Jugendjazzorchester Sachsen spielten zu einem Klangkaleidoskop quer durch die Bigband-Literatur auf.

Quelle: Nicole Czerwinka

Zusammen mit dem renommierten Musiker, der fünf Jahre lang an der Jazzabteilung der Dresd- ner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber lehrte, hatte das Orchester zuvor eine intensive Probenwoche in Seifhennersdorf verbracht. Das Dresdner Konzert war nun Abschluss der darauffolgenden Dreitagestournee unter Lackners Leitung und wie die vorherigen mit dem Titel "kaleidoskopia" versehen.

Ohne Programmzettel, dafür aber mit vielen erklärenden Ansagen Lackners sorgte das Orchester für einen beswingt-ruhigen Abend am Rande des Industriegebietes im Norden der Stadt. Hier und dort wippten dabei Füße unter lückenlos gefüllten Stuhlreihen, während die jungen Orchestermitglieder auf der Bühne genüsslich losgroovten. Die Atmosphäre pegelte sich bald in einer wohligen Unentschiedenheit zwischen klassischem Konzertsaalambiente und lässig gelassenem Clubfluidum ein, profitierte am Ende wohl ein wenig von beidem, während das musikalische Kaleidoskop aus Stücken von Cole Porter oder Bill Coleman und Arrangements von Marko Lackner bunte Klangfarben streute.

Von Beginn an hielt Lackner dabei die Fäden des Orchesterleiters mit Hingabe in der Hand, wies seinen Schützlingen mit lockerer Geste die Einsätze an, rückte Mikros zurecht, erläuterte dem Publikum einige Fakten zum Programm und plauderte mitunter sogar recht frei aus dem Nähkästchen. Nein, wo Seifhennersdorf sei, habe er zuvor nicht gewusst, aber die Probenwoche dort sei schön gewesen und habe das Orchester weit gebracht. Dass sich dieses bei dem einwöchigen Workshop gut aufeinander eingespielt hatte, konnte man tatsächlich vom ersten Ton an hören. Sowohl stimmungsvolle Bigband-Partien, als auch die zahlreichen Soli gelangen reibungslos und motivierten das Publikum immer wieder zum (oft allzu) zaghaften Zwischenapplaus.

Die fünf Nummern bis zur Pause waren flugs vorbei, doch drehten die jungen Musiker danach eigentlich erst richtig auf. Die Jazz-Session des Abends erklang zunächst vielleicht noch einen Tick zu brav. Doch als Lackner beim Bigband-Arrangement von Charles Trenets "La mer" ("Beyond the sea") schließlich selbst zum Saxophon griff, lieferte das Jugendjazzorchester Sachsen sich mit Lackners fast lyrischen Solosaxophonpassagen einen mitreißenden musikalischen Dialog auf Augenhöhe. Vor dem zehnten und letzten Stück der Mini-Tour durch Sachsen verteilten die Jugendlichen noch schnell ein paar kleine Geschenke an die Organisatoren. Marko Lackner bekam eine Tafel Schokolade überreicht, bevor auch er schließlich erneut zum Saxophon griff.

Es hätte sicher nicht viel mehr als der zehn Nummern bedurft und die Ersten der sonst eher ruhig lauschenden Zuschauer wären angesteckt mitgroovend von den Plätzen aufgestanden. Folgerichtig war denn auch die Zugabe der absolute Höhepunkt des Abends. Bei Beyoncés Popmusikhit "If I were a boy", in einem Arrangement für Bigband von Marko Lackner, hoben sich endlich die Hände zum Mitwinken oder Mitklatschen. Spätestens hier war die still lauschende Konzertsaalstimmung in der Tante JU einem locker unbeschwerten Jazzabend gewichen. Die Besucher gingen anschließend, Beyoncé noch lebhaft im Ohr, wahrhaft beswingt nach Hause, während das Orchester sich sichtbar begeistert von diesen drei Konzertabenden zunächst im Vorraum sammelte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.02.2014

Nicole Czerwinka

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