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Das Jealousy Mountain Duo bringt sein zweites Album heraus - mit einem Konzert im Dresdner Ostpol

Das Jealousy Mountain Duo bringt sein zweites Album heraus - mit einem Konzert im Dresdner Ostpol

Das Proben gestaltet sich schwierig: Die eine Hälfte des Jealousy Mountain Duo, Schlagzeuger Jörg Schneider, wohnt in Düsseldorf, die andere, Gitarrist Jens Berger, in Dresden.

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Jörg Schneider (l.) und Jens Berger sind das Jealousy Mountain Duo.

Quelle: PR

Die Lösung: lange Probenblöcke am Stück, mit dem Flieger in die andere Stadt. Trotz der Entfernung also volle Konzentration auf die Band. Wer per Flugzeug zur Bandprobe kommt, meint es ernst.

Jens Berger und Jörg Schneider kennen sich schon lange, hatten beide jahrelang in verschiedenen Bands gespielt. Irgendwann ergab sich die Möglichkeit einer gemeinsamen Band. Unter der Maxime "Lass uns ohne Kompromisse das machen, worauf wir Lust haben" gründete sich das Jealousy Mountain Duo 2010. Weitere Musiker waren nicht nötig. "Zu zweit spielen, das ist einfach so passiert", sagt Gitarrist Berger, der oft auf die ungewöhnliche Besetzung angesprochen wird. Genauso wie auf den ungewöhnlichen Bandnamen. Und auch ihm solle man nicht zu viel Bedeutung zumessen, sagt Berger. Für ihn war es einfach ein gut klingender Name, der "perfekte Name für ein Duo", und - heutzutage ein wichtiges Kriterium - die URL im Internet war noch zu haben.

Schon ein Jahr nach der Gründung, im September 2011, kam das erste Album, schlicht "No.1" betitelt, heraus. Mit dem Label bluNoise Records, auf dem u.a. auch die ersten Alben von Blackmail veröffentlicht wurden, hatte man ein perfektes Zuhause gefunden für dieses vor Ideen sprühende Werk.

Ein Album, das mit seinen vertrackten und ineinander verschlungenen Rhythmen einen instrumentalen Bastard aus Jazz, Noise, Post Rock darstellte - und damit den einen oder anderen Hörer überforderte. Nun erscheint mit "No.2" das zweite Album von Jealousy Mountain Duo und es ist nicht minder sperrig. Die neue LP, die den Untertitel "The Home Of Easy Credit" trägt, wurde im bandeigenen Studio aufgenommen, auf einer alten 24-Spur-Bandmaschine. Die neue Platte klingt kompakter als "No.1", was man durchaus wörtlich nehmen kann: Die beiden Musiker stellten sich in ihrem Aufnahmeraum dieses Mal näher zusammen, um einen anderen Sound zu erzielen. Die Stücke sind größtenteils Live eingespielt, es wurden so wenige Overdubs wie nötig gemacht. Deshalb klingt eine Jealousy Mountain Duo Platte wie ein Jealousy Mountain Duo Auftritt - vorausgesetzt man dreht die Anlage dementsprechend auf.

Aber wie schreibt man eigentlich solche Songs, die erstmal strukturlos und höchst kompliziert erscheinen? "Sie entstehen wie jeder andere Song, es unterscheidet sich wenig von normalem Songwriting", sagt Berger. Dabei legt das Jealousy Mountain Duo allerdings nicht jede Struktur zu 100 Prozent fest, manche Parts bleiben den spontanen Ideen des Moments überlassen.

"Unsere Musik ist einfach die ganze Essenz vom jahrelangen Musikhören und -machen", beschreibt Berger die Entstehung des Jealousy Mountain-Stils, auf den auch elektronische Musik einen großen Einfluss hat. Auf "No.2" finden sich jedoch nicht nur die verrücktesten Songs, sondern auch die verrücktesten Songtitel: Von "Lone Pixel In The Bitmap" über "Bergneider" bis "Don't Ask Me About Dresden". Die Titel entstehen aus Schnipseln, die Berger in Gesprächen, oder beispielsweise aus Filmen aufschnappt. So befand sich auf "No.1" ein Song mit dem Titel "David Has Awesome Hair". Weiß man, dass es hier um David Lynch geht, wird einiges klarer. Oder auch nicht. Ebenso mysteriös ist das Artwork: Auf dem Cover von "No.2"sieht man einen Baum vor blauem Himmel. Auf "No.1" war an selber Stelle eine Kuhweide zu sehen. Diese Schnappschüsse von Jens Berger scheinen in einem Kontrast zur eher aufgewühlten und durchaus hektischen Musik zu stehen.

Am Montag wird "No.2" im Ostpol mit einem Release-Konzert veröffentlicht. Als Support sind MajMoon aus München dabei, die mit ihrer epischen, visuellen Show einen Konterpart zum eher schlichten Auftreten von Jealousy Mountain Duo darstellen. Das besteht nämlich einfach nur aus zwei Männern, an Schlagzeug und Gitarre, die ihre Musik spielen. Ohne Kompromisse und ohne Firlefanz.

Das scheint in Amerika besser anzukommen als in Deutschland, hat das Duo doch bereits zwei USA-Tourneen hinter sich. Der Plan für 2013 sieht dann auch vor, möglichst viel zu Touren, im September geht es für einen Monat nach Kanada. "Für mich bedeutet Musik machen, auf der Bühne zu stehen", sagt Berger. Im Studio wird das Jealousy Mountain Duo allerdings auch bald wieder stehen: Noch in diesem Jahr soll "No.3" aufgenommen werden.

iJealousy Mountain Duo, Release-Konzert, Montag, 20 Uhr , Ostpol

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.04.2013

Falk Ulshöfer

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