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"Das Highfield-Festival soll ein Musikurlaub sein"

"Das Highfield-Festival soll ein Musikurlaub sein"

Die musikalische Breite könnte kaum größer sein: Beim Highfield-Festival mischen sich Rock, Punk, Hip Hop und Indie. Vom 14. bis 16. August werden am Störmthaler See (Kreis Leipzig) etwa 25000 Besucher erwartet.

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In den ersten Reihen ist es besonders kuschelig: Das Highfield am Störmthaler See (Kreis Leipzig) ist mit rund 25 000 Besuchern das größte Rock/Pop-Festival Ostdeutschlands. Vom 14. bis 16. August werden 42 Bands auf den beiden Bühnen stehen. Scannen Sie das Foto und sehen Sie ein Video der Band Congoroo aus Halle.

Quelle: André Kempner

Ein Gespräch mit Jana Goethel, Stephan Thanscheidt und Benjamin Hetzer - den Machern des Highfield-Festivals.

Das Highfield-Festival findet zum sechsten Mal am Störmthaler See statt, nachdem es seit 1998 bei Erfurt war. Wie wurden Sie im Leipziger Süden aufgenommen - immerhin wirkt sich ein Festival dieser Größenordnung auch auf die Region aus?

Jana Goethel: Die Reaktionen waren zunächst zweigeteilt: Auf der einen Seite war das Gelände, als wir es 2009 das erste Mal besichtigt haben, noch so etwas wie Ödland, dem man die Spuren der Tagebauvergangenheit noch deutlich angesehen hat. Insofern hatten wir den Eindruck, dass viele Menschen froh waren, dass da etwas passiert und sich jemand langfristig engagieren möchte. Auf der anderen Seite gab es natürlich auch mehr oder weniger offen vorgetragene Bedenken, was nachvollziehbar ist, wenn über 20 000 Menschen für drei bis vier Tage in eine dörflich geprägte Infrastruktur kommen.

Stephan Thanscheidt. So eine Veranstaltung ist immer ein Geben und Nehmen. Wir haben jetzt den Strand komplett ausgebaut, nicht nur zum Baden, sondern auch für Beachvolleyball oder Bananenboot-Fahrten. Außerdem haben wir Wege anlegen lassen, eine Infrastruktur für Strom, Internet, Trink- und Abwasser mitgebaut.

Das heißt, das Highfield ist nicht nur für ein paar Tage präsent, sondern quasi das gesamte Jahr?

Benjamin Hetzer: Die Halbinsel gehört zur Gemeinde Großpösna, mit der wir uns über all die Jahre gut abgestimmt haben. Alles, was wir auf dem Gelände gebaut und an Service gemacht haben, kommt letztlich allen zu Gute, ist über das Jahr hinweg öffentlich nutzbar.

Jana Goethel: Wir arbeiten wirklich jedes Jahr an unserer Veranstaltungskonzeption, um sie gerade in diesen Punkten immer weiter zu verbessern. Und die Gespräche mit Anwohnern, zeigen, dass wir da auf einem sehr guten Weg sind.

Ein Festival ist ja auch ein Wirtschaftsfaktor - wie kann die Region partizipieren?

Jana Goethel: Neben den direkt messbaren Aspekten, wie den Umsätzen bei den von uns beauftragten Firmen, der Auslastung von Hotels und Pensionen in der Umgebung und ähnlichem konnten wir vor allem zur überregionalen Bekanntheit des Störmthaler Sees und der Gemeinde Großpösna beitragen. Da mussten wir in den ersten ein, zwei Jahren wirklich viel erklären. Mittlerweile kennt man die Region in unserer Zielgruppe - und wenn man aus dieser irgendwann mal rauswächst, ist das Neuseenland vielleicht ein Ziel für Familienausflüge und Urlaube.

Was sind die größten Unterschiede zu den Anfängen am Stausee Hohenfelden?

Stephan Thanscheidt: Festivals haben sich in den vergangenen Jahren generell verändert: Früher bestand ein Festival aus ein paar Bierbuden, einer Bühne und drumherum war ein Zaun - heute ist ein Festival viel mehr. Das betrifft den Service, aber den Anspruch der Besucher. Dazu gehören gute Getränke und gutes Essen, wassergespülte Toiletten, bis hin zu hohen Sicherheitsstandards. Und auch das Rahmenprogramm spielt eine große Rolle, so hat man von unserem Riesenrad einen gigantischen Blick bis nach Leipzig und unsere Strand verbreitet Urlaubsfeeling. Das Festival als Event und einen Mix aus richtig guten Künstlern erleben - das muss man heute als Veranstalter leisten. Am Anfang hatten wir auch nicht diese großen Bands, schon gar nicht in dieser Dichte. Unterm Strich steht für uns: Das Highfield-Festival soll für die Besucher so etwas wie ein Musikurlaub sein.

Die Konkurrenz wird nicht geringer, jedes Jahr gibt es neue Festivals. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Stephan Thanscheidt: Man muss in die Marke investieren, nicht das ganze Geld in ein oder zwei Headliner stecken - und darf vor allem nicht auf den schnellen Euro schauen, sondern nachhaltig investieren. Das heißt, man muss das Festival entwickeln und schließlich so weit kommen, dass es die Besucher sagen "Das ist mein Festival und hier will ich jedes Jahr wieder hinkommen". Das heißt, wenn die Leute immer wieder Lust drauf haben, wenn es heißt: Hier hat man garantiert ein gutes Wochenende, auch wenn noch gar nicht klar ist, wer überhaupt spielen wird - dann ist man gegen die Konkurrenz gut aufgestellt.

Wen würden Sie gern mal verpflichten?

Stephan Thanscheidt: In diesem Jahr sind wir sehr breit aufgestellt - aber immer noch so ausgeglichen, dass sich viele Besucher wieder finden. Natürlich hatten wir über die Jahre auch immer wieder große Bands bei uns. Doch ich würde gern mal Rage Against The Machine und die Toten Hosen machen.

Benjamin Hetzer: Jede Band, die ich sagen würde, war schon mal da. Foo Fighters und diesmal The Gaslight Anthem, zum Beispiel. Andere Größen, die Über-Über-Bands, würden wahrscheinlich gar nicht zum Highfield passen.

Wen werden Sie sich in diesem Jahr auf jeden Fall anschauen - Ihren Geheimtipp bitte?

Benjamin Hetzer: Bilderbuch und Against Me!

Stephan Thanscheidt: Against Me! und Adam Angst.

Jana Goethel: Da ich selbst in der Jury unseres diesjährigen Bandcontests saß, natürlich die Siegerband Congoroo aus Halle. Da fühlt man sich schon ein bisschen verantwortlich und hofft, dass die Band entsprechend ankommt. Und ganz persönlich freue ich mich auf die Antilopen Gang.

Und wie kommen Sie an die Szene- Größen heran?

Stephan Thanscheidt: Ich schaue jetzt schon - und buche auch -, wen wir nächstes Jahr als Headliner haben wollen und werden. Ab September beginnt dann das Feintuning, das sich über den Herbst erstreckt. Man muss natürlich auch immer genau hinhören, wer auf dem Sprung ist, wer eine neue Platte bringt und wen man deshalb unbedingt im nächsten Jahr haben sollte. Es gibt nicht mehr - so wie früher - Zeit zum Luftholen, wir müssen immer am Ball bleiben.

Als größtes Rock-Pop-Festivals des Ostens erwarten Sie in diesem Jahr etwa 25 000 Besucher. Soll das Highfield noch wachsen?

Stephan Thanscheidt: Wir hoffen sehr, dass das Highfield noch wächst - das Gelände bietet dafür auf jeden Fall alle Optionen. Es soll aber niemals ein Mega-Festival von 50 000 Leuten werden. Das würde nicht zu unseren Vorstellungen vom Musikurlaub passen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.08.2015

Andreas Debski

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