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Das Haydn-Orchester Dresden wird 60 und eröffnet seine Jubiläumssaison in der Dreikönigskirche

Das Haydn-Orchester Dresden wird 60 und eröffnet seine Jubiläumssaison in der Dreikönigskirche

Musikbegeisterte Lehrer, Ärzte, Ingenieure, Rechtsanwälte und Informatiker aus Dresden und Umgebung verwandeln sich allwöchentlich nach Feierabend in eine enthusiastische Orchestergemeinschaft, um mit Herzblut einer kraft- und zeitaufwändigen Liebhaberei zu frönen: Das Haydn-Orchester Dresden hat gebührenden Anlass zum Feiern und lädt morgen im Rahmen der Konzertreihe des Landesverbandes Sächsischer Liebhaberorchester zum Auftakt seiner Jubiläumssaison in die Dreikönigskirche ein.

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Schreibt Tradition über die Zeitläufte hinweg: das Haydn-Orchester.

Quelle: PR

Das zweitälteste Laienorchester Sachsens begeht unter Leitung von Matthias Herbig sein 60-jähriges Bestehen mit einem keinesfalls "in die Jahre gekommenen" Programm, das die Orchester-Tradition aufs Beste widerspiegelt: Neben "Klassikern" wie Schuberts Ouvertüre im italienischen Stil C-Dur und Mozarts Sinfonie Nr. 31 (Pariser) D-Dur interpretiert das 1952 als Haydn-Kammerorchester gegründete Ensemble auch zeitgenössische Klänge aus der Feder Dresdner Komponisten und arbeitet als verlässlicher Partner mit interessanten Solisten zusammen. Es erklingen Friedbert Strellers Concertino für Viola und Streicher sowie das Konzert für Viola und Orchester D-Dur von Franz Anton Hoffmeister. Als Solist an der Bratsche ist hier überraschender Weise der Geiger der Sächsischen Staatskapelle Martin Fraustadt zu erleben.

Setzte sich das Orchester anfangs ausschließlich aus Streichern zusammen (vorrangig Mitarbeiter der Medizinischen Akademie, die dann auch die Schirmherrschaft übernahm), erwies sich dies bald als nicht ausreichend. Für zahlreiche Konzerte (ab 1971 unter der Trägerschaft von Robotron) mussten auch Bläser engagiert werden. Der damalige künstlerische Leiter Peter Doß (langjähriger Solocellist der Dresdner Philharmonie), der das Ensemble 1965 von seinem Vorgänger Heinz Biskup übernommen hatte, gab schließlich den wesentlichen Impuls: Unter seiner Führung entwickelte es sich zu einem viel beachteten Klangkörper mit klassischer sinfonischer Besetzung. Über vier Jahrzehnte stand Doß hier am Pult, musizierte das Orchester mit namhaften Solisten wie Ludwig Güttler (Trompete), Eckart Haupt (Flöte), Bettina Otto (Klavier) gastierte bei den Arbeiterfestspielen, trat im Hygiene-Museum, im Kulturpalast, bei Open-Air-Konzerten im Zwinger oder im Schloss Pillnitz auf und war regelmäßig bei den Dresdner Musikfestspielen dabei. Jahrelange Unterstützung kam von der Dresdner Philharmonie.

1990 wagte man einen Neuanfang als "Orchestervereinigung Dresdner Musikfreunde e.V.", freundlich unterstützt vom Stamitz-Orchester Mannheim, mit dem sich eine rege Partnerschaft entspann. Auftrittsorte sind inzwischen verschiedene Dresdner Kirchen, insbesondere die Dreikönigskirche sowie Lingnerschloss, Palais Großer Garten u.a. Seinen herausragenden Platz in der lebendigen Laienmusiktradition der Elbestadt hat das ambitionierte Ensemble (seit 2002 unter seinem heutigen Namen Haydn-Orchester Dresden e.V.) behauptet und kann auf ein Repertoire von der Vorklassik bis zur Moderne verweisen.

Der ehemalige Chefdirigent des Sinfonieorchesters Pirna MD Andreas Grohmann und Matthias Herbig, beide über die Grenzen des sächsischen Musiklebens hinaus bekannte und in Orchester- und Chorarbeit erfahrene Musiker, tragen seit 2006 gemeinsam die künstlerische Verantwortung. Dank der Kooperation mit verschiedenen Chören wie "Friedrich Wolf"-Chor Dresden, Kantorei Ottendorf-Okrilla, Polizeichor Dresden, Carl-Maria-von-Weber-Chor konnte das Repertoire enorm erweitert werden (Haydns "Stabat mater" und Mendelssohn-Festkonzert 2009, "Reise durch die Welt der Oper" 2011.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich nach wie vor die Zusammenarbeit mit Studenten und Absolventen der Dresdner Musikhochschule. Dankbar ist der Verein für die kostenfrei zur Verfügung gestellten Proberäume im Marie-Curie-Gymnasium wie auch am neuen Probenort, der Berufsschule Dr. Zeiger. Dort proben die 26 Musikerinnen und 27 Musiker im Alter von 26 bis 78 Jahren jeden Montag und heißen neue musikbegeisterte, qualifizierte Orchestermitglieder (insbesondere Kontrabassisten) herzlich willkommen.

Die Sinfonie in D "Die Uhr" seines Namenspatrons hat das Haydn-Orchester aufs Programm der nächsten beiden Festkonzerte gesetzt. Sie erklingt am 7. Juli im Kulturzentrum Erbgericht Reinhardtsgrimma neben Werken von Schubert und Brahms (Leitung: Grohmann/Herbig) sowie am 6. Oktober in der Dresdner Dreikönigskirche neben Mendelssohns Violinkonzert e-Moll mit der jungen Solistin Konstanze Heinicke vom Sächsischen Landesgymnasium für Musik (Leitung: Grohmann).

Nicht hoch genug zu schätzen und im besten Wortsinne vorbildlich ist des Orchesters Engagement für die Neue Musik (bisher 20 Uraufführungen). Zum Abschluss seines Jubiläumsjahrgangs wird es in der Dreikönigskirche das Werk eines noch ganz jungen Komponisten aus der Taufe heben. Der 13-jährige Jan Arvid Pree ist Mitglied des Dresdner Kreuzchors und Schüler der Komponistenklasse Dresden und fiebert schon heute der Premiere seines ersten sinfonischen Opus im Herbst entgegen.

Silke Fraikin

Konzert am Sonnabend, 19.30 Uhr Dreikönigskirche

Kontakt: Tel. 035200/2 46 59, haydn-orchester-dresden@web.de, www.haydn-orchester-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.02.2012

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