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Das Festival "The Sound of Bronkow" bietet im dritten Jahr von allem noch ein wenig mehr

Das Festival "The Sound of Bronkow" bietet im dritten Jahr von allem noch ein wenig mehr

Ein Smiley, der nicht lächelt, ist ihr Symbol. Wer sich Die Heiterkeit nennt und dann eher lakonisch über die Liebe und das Leben singt, dem steht dieses Emoticon ziemlich gut.

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Beliebt: Der "Beutel of Bronkow".

Die drei jungen Frauen Stella Sommer (Gesang, Gitarre), Rabea Erradi (Bass, Gesang) und Stefanie Hochmuth (Schlagzeug) sind aus Hamburg gekommen, um auf der großen Bühne im Dresdner Societaetstheater weiterzumachen, wo Christiane Rösinger letztes Jahr aufgehört hat - das Leben als Baustelle zu betrachten und es trotzdem irgendwie zu mögen. "The Sound of Bronkow" im Jahr 2012 klingt noch ein wenig mehr nach den himmelgrauen Zwischentönen aus der Singer/Songwriter-Szene.

Auch im dritten Jahr bleibt das kleine Labelfest ein Wagnis. "Jetzt, wo es an jedem Wochenende mindestens zwei Festivals mit gutem Line-Up gibt, ist die Konkurrenz natürlich groß", sagt einer der Macher, Mario Cetti, Co-Cheffe vom Dresdner Indie-Label Kumpels & Friends, das mit dieser Veranstaltung erneut um sich scharte, was ihm am musikalischen Herzen lag. Sonnabendnacht trat Cetti gemeinsam mit Label-Kollege Lars Hiller auf die Bühne und drückte seine Freude darüber aus, dass er vor einem vollen Saal steht und das Vergnügen hat, Kid Kopphausen ansagen zu dürfen, die hier ihr erstes Festivalkonzert gaben. Für "so ein popeliges Festival" sei das etwas ganz Besonderes. Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch − im schicken Zwirn und mit speckigen Haaren − spielten mit ihrer Band eine Art Bar-Blues, mit Texten, die sich zwei großartige Songschreiber hin und her werfen und zu den jeweils ihren machen. Ein gelungenes Gesamtkonzept als Headliner des Abends.

Nicht alle musikalischen Stimmen blieben derart hängen. Unglücklicherweise hatte der junge William Morgan nur eine Woche Zeit, um mit seinen Musikern zu einer Band zu werden. Das gelang nur bedingt. Seine eindringliche Stimme hätte einen schärferen Gegensatz vertragen, so wurde sie nur begleitet. Nach Stippvisiten bei Die Heiterkeit, bei den Sons of Noel & Adrian und auf jeden Fall bei Morgan beschlich einen langsam das Gefühl, ein wenig zu viel Melancholie abbekommen zu haben. Aber dann tauchte Masha Qrella auf, wischte mit dem ersten Gitarrenschlag die kalten Tränen weg und rettete mit ihrem fröhlichen Popkonzert den Abend vorm Ertrinken. Wie viele andere Künstler vor ihr wunderte sie sich über die "Disziplin", mit der die Dresdner ihrem Konzert lauschten, und freute sich, als vier Besucher wie angestochen aufsprangen, um den Rest ihres Konzertes zu vertanzen. Aber mal ehrlich, so ein richtiges Festival zum Ausflippen ist das "SOB" ja nun nicht. Aber vielleicht ist das als Vorschlag für Kommendes, ein paar Ecken und Kanten mehr stünden dem Festival sicher gut.

Das Aufgebot ist, im Vergleich zum letzten Jahr, noch einmal dicker geworden. Zu den Bühnen im Societaetstheater und dem immer gut gefüllten Obstgarten dahinter konnten die letzten drei Konzerte des Festivals in der Dreikönigskirche nebenan belauscht werden. Freitag ging's zur Tanzverlängerung in die Groove Station, Sonnabend mit The Dropout Patrol zum Spätnachtkonzert ins Thalia. Der Sonntagnachmittag wurde dann komplett im Garten verbummelt, bei Konzerten wie dem wunderbar verspielten der Band Fenster. Dazu gab es selbstgebackenen Kuchen aus einem befreundeten Café in der Neustadt.

Kumpels & Friends ist Name und eben auch Konzept der Dresdner Veranstalter. Neben den Platten der Musiker lagen am Merchandise-Stand auch individuelle Postkarten, SOB-Shirts und die obligatorischen Jutebeutel zum Festival. Doch letztlich waren weniger Hipster da als Kinder. Da wird eine Armada an Nachwuchsbesuchern herangezogen, was sicher im Interesse der Macher ist. Denn trotz guter Besucherzahlen haben sie mit noch ein bisschen mehr Zuspruch gerechnet. Bleiben also noch ein paar Ziele fürs nächste Jahr. Bis dahin lohnt es sich, die Veröffentlichungen des Labels im Auge zu behalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2012

Juliane Hanka

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