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Das Festival "Sandstein und Musik" reist 2016 am Fluss entlang

Klingende Elbe Das Festival "Sandstein und Musik" reist 2016 am Fluss entlang

Ohne das Wasser, das sich tief zwischen die Felsen gegraben hat, ist die Sächsische Schweiz nicht denkbar. So ist es mehr als naheliegend, dass das Festival "Sandstein und Musik" seine 24. Saison dem Fluss widmet, der sich so malerisch durchs Gebirge schlängelt.

Mutmaßlich bewältigt das aus Österreich stammende Musikkabarett Faltenradio den Weg zu seinem Auftritt bei "Sandstein und Musik" nicht komplett auf dem Wasser. Selbigem namens der "Klingenden Elbe" ist das Thema des diesjährigen Festivaljahrgangs gewidmet. Die jungen Herren von "Faltenradio" - im wahren Leben u.a. als Musiker der Wiener Philharmoniker tätig - bringen am 25. September in der Bergkirche Tharandt eine ganz eigene musikalische Farbe ins reichhaltige Festivalprogramm ein.

Quelle: PR

Dresden. Ohne das Wasser, das sich tief zwischen die Felsen gegraben hat, ist die Sächsische Schweiz nicht denkbar. So ist es mehr als naheliegend, dass das Festival "Sandstein und Musik" seine 24. Saison dem Fluss widmet, der sich so malerisch durchs Gebirge schlängelt: "Klingende Elbe - von Böhmen nach Hamburg" lautet das Motto für den am 2. April beginnenden Festivaljahrgang, der unter der Schirmherrschaft des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich steht. Bis zum 11. Dezember finden 27 Konzerte statt, traditionell in der Regel je zwei pro Wochenende, so dass Gäste der Region Gegend und Kultur in aller Ausgiebigkeit genießen können.

Wie gewohnt offeriert Festivalleiter Ludwig Güttler gemeinsam mit dem Trägerverein "Sandstein und Musik e.V." unter Vorsitz von Klaus Brähmig ein stilistisch abwechslungsreiches Programm, das von bewährten Interpreten sowie - und das betrifft die Hälfte aller Konzerte - von Künstlern oder Ensembles bestritten wird, die zum ersten Mal bei "Sandstein und Musik" auftreten. Eröffnet und beschlossen wird das Festival wie stets vom Künstlerischen Leiter höchstselbst: Der Trompeter und die Virtuosi Saxoniae gastieren am 2. April in der St. Marien-Kirche Pirna, und am selben Ort wird das Blechbläserensemble Ludwig Güttler das Festival am Wochenende 10./11. Dezember mit der "Sächsischen Bläserweihnacht" beenden.

Dazwischen also geht es um die "Klingende Elbe", ausgehend von der Tatsache, dass Flüsse in der Kulturgeschichte eine entscheidende Rolle spielen, dass vor allem an ihnen zuerst Menschen siedelten, Städte entstanden, sich Zentren und weiterführende Verbindungswege entwickelten. So seien am Ende im jeweils einzigartigen Wechselspiel von Kultur und Natur Flüsse Träger von Identität, schreiben die Festivalmacher auf der Webseite.

Von den Spielstätten am Oberlauf des Flusses aus wollen sie die Musikgeschichte links und rechts der Elbe in ihren geographisch-kulturellen Bezügen noch stärker erhellen, wollen den Fokus auf Komponisten lenken, die hier Maßgebliches geleistet haben. Zwar lasse sich die Elbe nicht an Donau oder Rhein messen, doch im Zusammenspiel mit ihren wichtigsten Nebenflüssen durchmesse sie jene Kulturlandschaft, die als Wiege der deutschen Musik gilt: das Gebiet zwischen Böhmen und Hamburg, Leipzig und Berlin. Und sie führt vorbei an der Lutherstadt Wittenberg, die als Ausgangspunkt der Reformation für die protestantische Kirchenmusik eine zentrale Rolle spielt.

Neben Städten wie Hamburg und Dresden sollen kulturelle Zentren Aufmerksamkeit erhalten, die historisch einflussreich waren, in heutigen Konzertprogrammen aber kaum bedacht werden, darunter das bis nach Böhmen hinein reichende Einzugsgebiet der Oberelbe (wo etwa die Komponisten Georg Anton Benda und Jan Dismas Zelenka herstammen), die Residenz des Fürstentums Anhalt-Zerbst, in der Johann Friedrich Fasch wirkte, oder die Kapelle des preußischen Kronprinzen Friedrich in Ruppin, wo Carl Philipp Emanuel Bach wirkte. Das Schaffen des aus Magdeburg stammenden, später in Hamburg reüssierenden Georg Philipp Telemann soll beleuchtet werden, ebenso jenes von "Hamburgs Söhnen" Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms. Nicht zuletzt werden Komponisten von heute zu Wort kommen, so Eckehard Mayer und Johannes Wulff-Woesten.

Besonders gewürdigt wird der vor 350 Jahren in Fürstenwalde geborene Barockbaumeister George Bähr, dessen Handschrift nicht nur die Dresdner Frauenkirche, sondern auch zahlreiche andere Kirchen in der Region tragen. Das Gotteshaus in Loschwitz etwa zählt in diesem Jahr zu den Spielstätten von "Sandstein und Musik". Das Festival veranstaltet zudem am 1. März einen "George-Bähr-Tag" mit Veranstaltungen in Fürstenwalde, Schmiedeberg - wo Bähr einen seiner ersten Kirchenbauten realisierte - und Dresden.

Zu den rund 170 Künstlern, die die Konzerte gestalten, gehören Astrid von Brück (Harfe) und Florian Mayer (Violine), das Sächsische Vocalensemble unter Matthias Jung, der Cellist Isang Enders, der Organist Oliver Stechbart, der Pianist Peter Rösel, das mit zehn Bandoneons, zehn Violinen, Klavier, Kontrabass, Tuba, Gitarre und Gesang aufwartende Orchester Tango Carambolage unter Jürgen Karthe, das aus Österreich anreisende Musikkabarett Faltenradio oder das Ensemble "amarcord", das gemeinsam mit "German Hornsound" in Erscheinung tritt.

Weiter gepflegt wird natürlich das vor Jahren vom Festival und vom regionalen Energieversorger ENSO entwickelte Programm zur Förderung des musikalischen Nachwuchses, in dessen Rahmen bei ausgewählten Veranstaltungen Vorkonzerte mit Eleven der Musikschule Sächsische Schweiz stattfinden. Hier spendeten Konzertbesucher in den letzten Jahren bereits über 42 000 Euro - Geld, mit dem 30 Instrumente für die Musikschule angeschafft werden konnten. Das Programm also steht, nun gilt es, die insgesamt 12 500 Tickets unter die Besucher zu bringen. Der Vorverkauf läuft, erwartungsgemäß tut er dies gut, rund die Hälfte der Karten ist bereits verkauft, für zwei Konzerte - jenes in der Kirche Dresden-Loschwitz und jenes im Tom-Pauls-Theater Pirna - sind schon keine mehr zu haben.

Sybille Graf

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