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Das Electronic Beats Festival im Alten Schlachthof in Dresden macht Lust auf mehr

Das Electronic Beats Festival im Alten Schlachthof in Dresden macht Lust auf mehr

Elektronische Musik funktioniert nicht zwangsläufig nur dann, wenn sie rein am Computer erzeugt wird. Elektronische Musik ist immer handgemacht - davon konnten sich rund 1800 Leute im Alten Schlachthof live überzeugen.

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Er brachte spätestens mit "Run Boy Run" die Hütte zum Kochen: Woodkid alias Yoann Lemoine.

Quelle: Patrick Johannsen

Beim Electronic Beats Festival standen mit Sizarr, Mount Kimbie und Woodkid gleich drei Bands auf der Bühne, die ihre elektronischen Beats mit "echten" Instrumenten erweiterten. Doch Instrumentierung hin oder her - es geht ja darum, was am Ende aus den Lautsprechern kommt. Und das konnte sich hören lassen. Das Festival war eine große, gelungene und musikalisch sehr abwechslungsreiche Party für alle Anhänger der am Computer generierten Klänge.

Den Anfang machte das Trio Sizarr aus Landau in der Pfalz. Nicht nur optisch, auch musikalisch nahmen sie das Publikum mit auf eine Zeitreise in die 1980er. Mit den teils langsamen und schleppenden Beats waren viele Titel nicht wirklich tanzbar, dennoch überzeugte die Band mit tollen Arrangements und abwechslungsreichen Klängen. Die Jungs lieferten einen passenden Einstieg ins Festival.

Etwas schneller und härter ging es dann beim britischen Duo Mount Kimbie zur Sache. Sie ließen die Beats durch die Boxen knallen und schienen die Musik förmlich in sich aufgenommen zu haben. Headbanging geht eben auch zu elektronischer Musik. Mount Kimbie heizte den Besuchern richtig ein - und bereitete sie für den vor, auf den sie alle gewartet haben. So schien es (leider) zu sein, denn erst mit Woodkid kochte die Halle.

Spätestens mit ihm auf der Bühne avancierte die Veranstaltung von einem Festival zu einem Konzert. Woodkid, der Hauptact, mit zwei Vorbands. Niemand stand mehr im Foyer, alle strömten sie in die große Halle. Fotoapparate wurden gezückt, das obligatorische Schreien und Klatschen steigerte sich unweigerlich ins Massive. Auch seitens der Veranstalter schien das so aufgefasst zu werden - allein die Lichtregie nahm hier Stadion-ähnliche Züge an.

Woodkid weiß um seine Beliebtheit und lieferte dem Publikum auch eine 1a-Liveshow ab. Mehrere Trommler, Schlagzeuger und Blechbläser - genauer Trompete, Tuba und Posaune - sorgten zwar für eine außergewöhnliche Instrumentierung, aber erfüllten ihren Zweck. Bombastische Bläsersätze und archaische Trommelparts unterlegt mit einem treibenden Beat - Woodkid weiß, wie "music for the masses" geht.

Neben alten Tracks stellte der französische Musiker auch noch einige neue Werke vor, die stampfend und hämmernd aus den (übrigens viel zu laut aufgedrehten) Boxen dröhnten. Den Track, der ihn berühmt gemacht hat, hob sich Woodkid bis fast zum Schluss auf. Als "Run Boy Run" dann mit dem tragenden Bläsersatz begann, setzte das Publikum beim Feiern und Tanzen noch einen drauf. Von ihm werden wir noch eine Menge hören, so viel steht fest.

Das Festival tourt momentan durch Europa, aber wartet in jeder Stadt mit anderen Bands und Künstlern auf. Das nächste Electronic Beats Festival steigt in Wien Ende November. Auch für den österreichischen Gig ließen sich die Veranstalter alles andere als lumpen: Hauptact dort ist Giorgio Moroder.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.11.2013

Annette Thoma

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