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Das Dresdner H.O.Theater startet mit Shakespeares Komödie "Was ihr wollt" am Theaterhaus Rudi

Das Dresdner H.O.Theater startet mit Shakespeares Komödie "Was ihr wollt" am Theaterhaus Rudi

Dass die alten Rittersleut schon immer dem Wein sehr zugetan waren, ist altbekannt. Geld hatten die Ritter meist mehr als Verstand und so avancierten sie daher zu Lebzeiten William Shakespeares zu den beliebtesten Gästen in den Wirtshäusern und Spelunken.

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"Was ihr wollt" im Theaterhaus Rudi: Narr (Renate Michel), Malvolio (Heinz Kitsche) und Gräfin Olivia (Alexandra Tuschka, v.l.).

Quelle: Wolfgang Zimmermann

In der aktuellen Inszenierung des Dresdner H.O.Theaters nun schlüpften Konrad Voigt und Simon Kimmeskamp in die Rollen der versoffenen Ritter Tobias Rülp und Andreas Bleichenwang. Und eröffneten mit ihrem permanenten Herumtorkeln in der Szenerie wie auch mit ihrem unaufhörlichen Lallen das turbulente Spiel.

Eingeführt werden die beiden durch einen leise gespielten Musettewalzer vom Akkordeon. Überhaupt: Die Musik von Veronika Wende untermalte ganz wunderbar und stets auf sehr zurückhaltende Weise die gesamte Inszenierung von Rita Schaller im restlos ausverkauften Theaterhaus Rudi. An und für sich manifestiert "Was ihr wollt" den Wechsel William Shakespeares weg von den großen Königsdramen und hinein in das sozusagen "leichte Fach" der Komödien. Die können aber auch so ihre Tücken haben. Für ein Amateurtheater ist die Einstudierung gerade dieser so immens doppelbödigen Komödie eine große Herausforderung. Denn die unzähligen Haken, Kurven und Windungen des Geschehens verlangen nicht nur der Regie und den Darstellern, sondern eben auch dem Publikum allerhand ab.

Eindringlich gelang Conny Haufe die Rollengestaltung, die in Männerkleidung unter dem Namen Cesario auf der Suche nach ihrem Bruder Sebastian (Jörg E. Fischer) ist. In den wiederum hat sich die Gräfin Olivia (Alexandra Tuschka) verliebt. Da sind aber auch die stets stabilen Felsen in der allgemein schäumenden Brandung des Theaterspiels und in der besonderen Spezifik des H.O.Theaters selbst. So wie es Heinz Kitsche ist, der die Rolle des Malvolio - des überkorrekten Haushofmeisters Olivias - übernommen hat. Der ist Opfer eines makabren Streichs geworden. In dessen Ergebnis er sich deshalb vom Hofnarren - ausgezeichnet von Renate Michel gespielt - mit der Frage tadeln lassen muss: "Wie seid Ihr nur um Eure fünf Sinne gekommen?"

Allzu vordergründig aber sucht die Regie manchmal die Zeiten zu überspringen. Das mag bei der Wahl der Kostüme noch erklärbar sein. Beim gemeinsamen lauten Absingen des Schlagers "Es gibt kein Bier auf Hawaii" und bei einer nachfolgenden Polonaise wirkt das allerdings weniger komisch als vielmehr überflüssig. Diese Passagen hätte man getrost einsparen können. Eine Kritik, die dennoch den guten Gesamteindruck und das fesselnde Spielvermögen der Darsteller keinesfalls schmälern soll.

"Was ihr wollt" im Theaterhaus Rudi: 21./22. Februar, 18./19. April, 11./12. Mai

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.01.2013

W. Zimmermann

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