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Das 28. Filmfest Dresden zeigt wieder internationale Kurzfilme

Gefühle und Gefilde Das 28. Filmfest Dresden zeigt wieder internationale Kurzfilme

Fast hätten wir es gelöst, das Geheimnis des Universums. Doch leider bleibt „Myself Universe“, der vermutlich kürzeste Beitrag zum diesjährigen Filmfest, in seiner Aussage dann doch sehr vage. Die Antwort lautet jedenfalls nicht 42.

„Wer trägt die Kosten?“, ein Streifen von Daniel Nocke, wird im Nationalen Wettbewerb gezeigt.

Quelle: Filmfest

Dresden. Fast hätten wir es gelöst, das Geheimnis des Universums. Doch leider bleibt „Myself Universe“, der vermutlich kürzeste Beitrag zum diesjährigen Filmfest, in seiner Aussage dann doch sehr vage. Die Antwort lautet jedenfalls nicht 42. Aber hier ein paar gesicherte Zahlen zur Veranstaltung: Der Anderthalbminüter ist einer von 61 Animations- und Kurzspielfilmen aus 27 Ländern, die von Dienstag bis Sonntag im Rahmen des „28. Filmfest Dresden – International Short Film Festival“ im Nationalen und Internationalen Wettbewerb antreten. Um dreizehn „Goldene Reiter“ und ein Preisegeld von 64 000 Euro. In zwölf Spielstätten, darunter wie immer die Kinos Schauburg, PK Ost und Thalia. Acht Sonderprogramme kreiseln als Satelliten ums Programm herum. Insgesamt ist das Filmfest damit erfreulich überschaubar.

Dafür gesorgt hat einmal mehr die lokale Sichtungskommission. Über Monate schauten elf Kinobegeisterte rund 2200 eingereichte Filme an und mussten entscheiden, welche davon ins Programm passen. Dabei ging es erklärtermaßen sehr turbulent zu. „Myself Universe“ von Andreas Hykade hat es jedenfalls in den Nationalen Wettbewerb geschafft, genau wie ein Dresdner Beitrag. In „Simply the Worst“ von Johannes Kürschner und Franz Müller versuchen zwei vollsächsische Ski-Profis mit Trabbi, Bier und Zigaretten einen Tatra-Berg zu erklimmen. Lustig ist das und damit vielleicht eher die Ausnahme im Sortiment. Denn besonders der Nationale Wettbewerb wird seit jeher von schweren Themen dominiert. Die Deutschen könnten halt nicht anders, vermutet Karin Küchler, eine der drei Leiterinnen des Filmfests. Zur Not müssen das mit dem Humor eben die Nichtdeutschen übernehmen. „Food, first“ vom in Berlin lebenden Katalanen Pol Ponsarnau serviert Beziehungslügen an perfekt inszenierten Tapas.

Und was passiert im Internationalen Wettbewerb? Da geht es laut Küchler sehr abwechslungsreich zu, vor allem bei der Umsetzung. Die klare Unterteilung in Animations- und Spielfilm gäbe es nicht mehr, denn immer öfter vermische sich mittlerweile beides in einem Werk. Das dürfte die Entscheidung für einen Gewinner nicht einfacher machen, Animations- und Kurzspielfilm sind ja zwei getrennte Kategorien, klingt aber auf jeden Fall spannend. Auch thematisch liest sich das Programm offen: perfekt inszenierter Alltag aus Argentinien, Fernweh aus den Niederlanden, eine tierische Gute-Nacht-Geschichte aus Neuseeland, Pflanzenromantik aus Tschechien und der merkwürdige Versuch aus Japan, sich im Anus des Geliebten zu verstecken, um mit ihm für immer vereint zu sein. Eine große Bandbreite von Geschichten, Gefühlen und Gefilden also, die nicht älter als zwei Jahre und nicht länger als 30 Minuten sind.

Alles, was nicht in den Wettbewerben landete, weil es inhaltlich schwer einzuordnen, aber trotzdem irgendwie gut war, ist wieder im „Panorama“ zu sehen. Auch andere alte Bekannte kehren zurück, wie die „Mitteldeutsche Filmnacht“ oder der „Fokus Québec“, der in diesem Jahr sein Zehnjähriges feiert. Ein Schwerpunkt des diesjährigen Sonderprogramms ist die Fotoanimation. Eine besonders unterhaltsame Variante zeigt „Photograph of Jesus“, ein mehrfach prämierter Kurzfilm der Britin Laurie Hill. Sie bebilderte die merkwürdigsten Anfragen in einem Fotoarchiv. Anrufer verlangten demnach schon Fotos von Hitler 1948 bei den Olympischen Spielen, vom im späten 17. Jahrhundert ausgestorbenen Riesenvogel Dodo oder eben von Jesus, der ja angeblich noch etwas eher verstarb.

Den noch lebendigen Künstler Jürgen „Strawalde“ Böttcher gibt’s in Filmen in der Schauburg und in einer begleitenden Ausstellung im Albertinum zu erleben. Verhör- oder Schulungsvideos aus bulgarischen und ostdeutschen Geheimdienstarchiven in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Experimentalfilme aus Österreich im gemütlichen Thalia-Kino. Filme zum Thema Heimat und Patriotismus im Open Air-Kino auf dem Neumarkt. Diverse Kinder- und Jugendprogramme in allen drei Kinos. Gespräche über Kurz- und Langfilme in „Körners Corner“ im PK Ost. Man kommt also fast nicht um die diesjährige Ausgabe des Filmfests herum. Es sei denn natürlich, man grübelt zu lange über der Frage nach dem Geheimnis des Universums.

Das komplette Programm des 28. Filmfest Dresden finden Sie unter www.filmfest-dresden.de. Es wird am Dienstag (12.4.) 19 Uhr in der Schauburg eröffnet.

Von Juliane Hanka

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