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Das 25. Dresdner Rudolf-Mauersberger-Stipendium erhält der Ex-Kruzianer Vincent Hoppe

Kreuzchor Das 25. Dresdner Rudolf-Mauersberger-Stipendium erhält der Ex-Kruzianer Vincent Hoppe

Im Rahmen der Vesper des Dresdner Kreuzchores erhält der ehemalige Kruzianer Vincent Hoppe das 25. Rudolf-Mauersberger-Stipendium. Der 19-Jährige war schon als Knabenchorist mit solistischen Aufgaben betraut und gewann bei den Jugend-musiziert-Wettbewerben auf Landes- und Bundesebene mehrfach erste Preise.

Vincent Hoppe

Quelle: Ulrike Weber

Dresden. Im Rahmen der heutigen Vesper des Dresdner Kreuzchores erhält der ehemalige Kruzianer Vincent Hoppe das 25. Rudolf-Mauersberger-Stipendium. Der 19-Jährige war schon als Knabenchorist mit solistischen Aufgaben betraut und gewann bei den Jugend-musiziert-Wettbewerben auf Landes- und Bundesebene mehrfach erste Preise. „Mit seinem hohen Qualitätsbewusstsein und seiner Leistungsorientierung war er stets ein Vorbild für die Kruzianer und hatte eine große Ausstrahlung in den Chor hinein“, so Kreuzkantor Roderich Kreile. Nach seinem Bundesfreiwilligendienst, den er bis vor kurzem in München ableistete, wird Vincent Hoppe ab diesem Herbst bei Roland Schubert an der Leipziger Musikhochschule Gesang studieren. führte mit ihm folgendes Interview.

Frage: Wie hat der Dresdner Kreuzchor Ihre Berufswahl beeinflusst?

Vincent Hoppe: Schon als kleiner Junge hatte ich den Wunsch, entweder Sänger oder Dirigent zu werden, weil ich die „Weihnachtsgans Auguste“ so toll fand mit dem sonoren Opernsänger. Durch Zufall hat es sich dann ergeben, dass ich im Kreuzchor vorsang. Als ich dahin ging, war eigentlich schon klar, dass ich auch später singen will. Mit dem Dirigieren wäre es nichts geworden, dafür hätte ich Klavier spielen können müssen. Das hat mich nie so interessiert. Meine Gesangslehrerin beim Kreuzchor hat mich immer so motivieren können, dass ich den Spaß am Singen behalte. Der Chor selbst hat garantiert, dass ich mich nie von der Musik abgewandt habe. In der Pubertät gibt es ja so Phasen, in denen man manchmal keine Lust hat oder was anderes machen will.

Gab es denn einen Plan B?

Entweder Klarinette spielen oder notfalls Architektur studieren. Ich hoffe, dass der Plan nicht greifen muss.

Ihr Gesangsstudium ist inzwischen sicher?

Die Aufnahmeprüfung ist am 31. Mai, aber ich habe schon seit September 2015 bei Professor Schubert Unterricht und bin daher gut vorbereitet.

Zum 800. Geburtstag des Dresdner Kreuzchores das 25. Rudolf-Mauersberger-Stipendium zu erhalten – sind diese Zahlen für Sie wichtig?

Zu der 25 habe ich im Moment eine größere Nähe, weil hervorragende Musiker meine Vorgänger sind als Stipendiaten. Wesentlich ist da das Gefühl, wertgeschätzt zu werden, wenn man in so einer Reihe steht.

Der Kreuzkantor hat in besonderer Weise Ihr Engagement für den Chor gelobt. Wie klingt das im Nachhinein?

Das ist schon eine Überraschung, denn es ist ja für einen Dirigenten nicht selbstverständlich, in der Probenarbeit mit einem hundertstimmigen Chor die Wahrnehmung für die einzelnen Sänger entwickeln zu können. Darauf bin ich schon stolz.

Sie haben schon früh als Knabensolist gewirkt – ob im Chor selbst oder in der Oper. Ergab sich diese Entwicklung wie im Fluss?

Das hat mir immer am meisten Spaß gemacht, aber ich habe das nie forciert. Es war einfach nur so, dass ich immer versucht habe, mein Bestes zu geben und zu überzeugen. Den Beruf zu wählen hat letztlich mein Bundesfreiwilligendienst in einem Münchner Altenheim bestärkt: Da hat mir einfach die Musik gefehlt und auch die Abwechslung.

Ändert sich in der Retrospektive Ihr Bild vom Kreuzchor?

Dafür bin ich noch nicht lange genug weg. Ich stehe ja noch in engem Kontakt. Aber sicher erkennt man die Wertigkeit des Chores erst im Nachhinein. Als ich im Hauptbahnhof von München plötzlich ein Plakat zum Jubiläum mit den kleinen Fünftklässlern sah, hat mich das schon stolz gemacht, denn der Außenwahrnehmung ist man sich als Kruzianer nicht so bewusst. Da ist es völlig natürlich, dass man in China, Japan oder beim Semperopernball singt. Ich kann dem Chor unglaublich dankbar sein, sonst wäre ich nie dort gelandet, wo ich jetzt stehe.

Was lernt man beim Chor außer Singen?

Musiker wird man ja nur aus eigenem Antrieb. Man lernt, die Augen offen zu halten, sich nicht zu verrennen. Und man lernt sich durchzusetzen. Die Gemeinschaft ist fast noch wichtiger, die Freundschaften sind das Wesentliche. Sie geben lebenslang Halt.

Vincent Hoppe tritt am Sonnabend, 17 Uhr in der Kreuzkirche mit dem Kreuzchor als Solist in Bachs Kantate „Du Hirte Israel, höre“ auf. Das mit 5000 Euro dotierte Rudolf-Mauersberger-Stipendium wird an aktive oder ehemalige Kruzianer verliehen und soll die musikalische Ausbildung der Stipendiaten unterstützen. Viele der bisherigen Stipendiaten haben inzwischen eine erfolgreiche Karriere als Dirigent, Sänger oder Organist gestartet. Seit vier Jahren wird das Stipendium durch die „Förderstiftung Dresdner Kreuzchor“ verliehen.

Von Sebastian Klinger

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