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Damit keiner leer ausgeht - Die Dresdner Kulturloge steuert auf einjähriges Jubiläum zu

Damit keiner leer ausgeht - Die Dresdner Kulturloge steuert auf einjähriges Jubiläum zu

Gefüllte Ränge und Säle sind für die Schauspieler auf der Bühne und die Sportler auf dem Spielfeld ein ermutigender Anblick. Doch manchmal bleiben Plätze unbesetzt.

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Annika Schilling als Ophelia und Matthias Reichwald als Laertes. Beate Puscholt war von der "Hamlet"-Aufführung im Schauspielhaus begeistert.

Quelle: Matthias Horn

Die Kulturloge Dresden hat es sich seit fast einem Jahr zur Aufgabe gemacht, Restkarten an Menschen zu verteilen, die sich sonst den Eintritt zu Kultur- und Sportveranstaltungen nicht oft leisten könnten. Und das mit durchschlagendem Erfolg.

"Wir haben bereits über 500 Menschen, die unser Angebot nutzen", erzählt Heidrun Frank. Sie managt die Kulturloge als einzige Festangestellte zusammen mit weiteren 18 ehrenamtlichen Mitarbeitern. 27 Kultur- und Sportveranstalter konnte die Loge bereits für sich gewinnen, darunter zum Beispiel das Staatsschauspiel, die Städtischen Bibliotheken, die Jugendkunstschule oder das Theater Junge Generation. Dynamo Dresden reserviert extra drei mal zwei Tickets für jedes Heimspiel, da diese meist ausverkauft sind. Auch die Dresden Monarchs, der DSC Volleyball und die Eislöwen halten häufig Tickets zur Vermittlung bereit.

In Anspruch nehmen können den Service alle, die weniger als 930 Euro Monatseinkommen als Haushaltsvorstand, Alleinerziehender oder Einzelperson haben. Dazu zählen zum Beispiel Bezieher von Arbeitslosengeld, Grundsicherungsbeziehende, Rentner und Geringverdiener, aber auch Selbstständige, Freiberufler, Auszubildende und Berechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Diese Grundsätze orientieren sich an den Kriterien der Dresdner Tafel. Nach der Anmeldung und Angabe der eigenen Interessen (bis zu 14 Wahlmöglichkeiten wie Ballett, Klassik oder Film gibt es) werden in etwa alle zwei Monate Angebote gemacht. Es werden nach Möglichkeit immer zwei Tickets vergeben, damit niemand allein gehen muss. Die Angebote sind zwar meist recht kurzfristig, aber bisher ist es laut Frank immer gelungen, alle Karten zu vermitteln.

"Es kommt Gott sei Dank auch nur selten vor, dass die Gäste trotz einer Zusage nicht erscheinen", so Frank. Passiert das doch einmal, wird nachgeforscht. "Gerade bei Menschen mit psychischen Problemen kann das schon mal der Fall sein, dass sie sich nicht wohl fühlen." Auf jedes Problem wird individuell eingegangen, verspricht sie. Insgesamt rund 2100 Karten konnte die Kulturloge im laufenden Jahr bereits vermitteln.

Zum einjährigen Jubiläum im Oktober stehen bei der Kulturloge Veränderungen an. "Zum einen wollen wir unser Angebot auf das Umland ausdehnen", erzählt Frank. Auch Menschen zum Beispiel aus Pirna oder Radebeul sollen so vermehrt angesprochen werden. Dazu ist Frank auf der Suche nach weiteren Sozialpartnern, die auf das Angebot der Kulturloge aufmerksam machen. Zudem befindet sich Frank weiter in Verhandlung mit möglichen Kulturpartnern.

Zum anderen streben die Betreiber - das sind die Bürgerstiftung Dresden, das Kulturbüro Dresden, der Dresdner Umweltzentrum e.V. und der Wir e.V. - die Gründung eines Fördervereins an. "Damit wird es für die Kulturloge einfacher, Fördermittel zu beantragen", hofft Frank. Und die sind auch nötig. Ihre Teilzeitstelle muss bezahlt werden, zudem fallen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter Telefonkosten an. Auch die Datenbank aus Berlin, die zur Vermittlung genutzt wird, kostet monatlich ein gewisses Sümmchen.

Doch der Einsatz lohnt sich. "Wir bekommen nur positive Rückmeldungen", so Frank. Franziska Schmieder

@www.kulturloge-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.09.2013

Franziska Schmieder

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