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DNN präsentieren Oud-Musik mit dem Trio Joubran in der Dresdner Semperoper

DNN präsentieren Oud-Musik mit dem Trio Joubran in der Dresdner Semperoper

Welcher Musikfreund hätte nicht schon einmal die verführerisch wirkenden Klänge der Oud gehört, jener Kurzhalslaute, die für die Musik des Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens steht? Denn Meistermusikanten auf der Oud gibt es einige.

Der 1997 verstorbene Iraker Munir Bashir, der einen feinsinnigen Improvisationsstil pflegte und klassische arabische Musik mit den Erkenntnissen seiner Studien der europäischen und auch der indischen Musik bereicherte, darf als der große "Türöffner" für die Oud-Musik nach Europa und Amerika gelten. Die Einspielungen von klassischen Meisterwerken des Mittleren Ostens durch den aus dem palästinensischen Tarshiha (Israel) stammenden Simon Shaheen und dessen Interpretationen der Stücke von Mohammed Abdel Wahab, des Großmeisters der arabischen Musik, zählen zu den Meilensteinen der Oud-Musik.

Und dass - individuell verschieden - Anouar Brahem, Rabih Abou-Khalil und Dhafer Youssef die Oud in einen Jazz-, Worldmusic- und gar Afropop-Kontext stellen und damit weltweite Beachtung finden, dürfte bekannt sein. Allen hier genannten Klangkünstlern gemeinsam ist, dass sie der Oud den Rang eines exzellenten Solo-Instrumentes geben.

Die drei Oud-Spieler vom Trio Joubran jedoch unternehmen weltweit etwas Einmaliges: Sie agieren als Oud-Ensemble! Dessen faszinierendes Zusammenspiel erzeugt einen Zauber arabischer Klänge, eine Brillanz spanischer Flamenco-Virtuosität, die Intensität des Jazz und eine Art vibrierender Fusion kultureller Poesien.

In Israel (Nazaret) als Kinder eines palästinensischen Instrumentenbauers und einer Sängerin geboren, war den dreien die Kunst quasi in die Wiege gelegt. Samir Joubran, der älteste, studierte in Kairo am Konservatorium, bevor er nach Ramallah zog und dort eine Solokarriere als Musiker begann. Wissam absolvierte als erster Araber ein Studium am renommierten Stradivari-Konservatorium in Cremona als Instrumentenbauer, und Adnan, der jüngste der Familie, hatte fast keine andere Wahl, als 2004 ein Trio zu komplettieren, was bald Furore machen sollte. Inzwischen ist er ein den anderen ebenbürtiger Virtuose und treibt die Musik zu neuen Spannungsbögen.

Heute leben und arbeiten die Brüder hauptsächlich in Frankreich, spielen hier ihre Aufnahmen ein und koordinieren von dort aus ihre Tourneen. Seit dem Erscheinen ihrer ersten CD haben die drei in mehrfacher Hinsicht Großes vollbracht: 2004 gründeten sie das erste Oud-Trio der Welt. Als Vorbild dafür diente das bekannte Gitarrentrio mit John McLaughlin, Al Di Meola und Paco de Lucía mit der legendären Aufnahme "Friday Night in San Francisco". Durch die Übertragung der Idee auf drei Ouds haben sie es geschafft, das wohl wichtigste Musikinstrument der arabischen Musikkultur vom eingeengten Rollenzwang eines Solo-Daseins zu befreien.

Ihnen war allerdings auch klar, dass für diese Art von Musik, diese Verschmelzung verschiedener Kulturen, herkömmliche Instrumente technische Wünsche offen ließen. Deshalb konstruierte und baute Wissam neue Ouds für sich und seine Brüder.

Die erste Aufnahme, "Randana", erschien 2005 und markierte gleichzeitig den Beginn eines großen Erfolges. Sofort waren die drei palästinensischen Musiker Gäste der großen Jazz- und Ethno-Festivals der Welt und gaben Konzerte in berühmten Konzerthallen wie der Carnegie Hall, dem Stockholmer Konzerthaus und dem Théâtre des Champs-Elysées, und aus dem anfänglichen Geheimtipp war sehr schnell eine feste Größe der internationalen Musikszene geworden.

Wichtig war den dreien aber auch, weiterhin in der palästinensischen Heimat präsent zu sein. Deshalb feierten sie das Debüt ihrer zweiten Scheibe "Majaz" in Ramallah. Durch die TV-Live-Übertragung von Al-Dschasira in alle arabischen Haushalte wurde dieses Konzert zu einem triumphalen Ereignis. Mit ihrer Musik und ihrem weltweiten Erfolg haben sie bewiesen, dass man auch unter extrem schwierigen Bedingungen eine eigene künstlerische Sprache finden und diese als tolerante und fantasievolle Botschaft formulieren kann. Als ständiger Gast immer dabei ist der bekannte Percussionist Yousef Hbeisch, ebenfalls Palästinenser.

Mit dem im Frühjahr 2011 erschienenen Album "AsFâr", einer musikalischen Reise zwischen Tradition und weltoffenen Klängen, haben die Musiker ein weiteres Mal ihre Steigerungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Schon der Titel "AsFâr" spielt mit dem englischen "as far" und dem arabischen "Asfâr", das "Reisen" bedeutet. Mit "Sama Cordoba" und dem Titelstück haben die drei auf dieser CD Glanzpunkte kollektiver Oud-Musik geschaffen - die Reise lohnt sich, und die Kritiker sind begeistert. "Schon beim ersten Ton stockt der Atem", schreibt die Schweizerin Claudine Gaibrois auf "kulturtipp.ch".

Am Sonntag kann Dresden die musikalische Reise antreten: In dem von MDR Figaro und den Dresdner Neuesten Nachrichten präsentierten Konzert in der Semperoper.

Jazz special in der Semperoper, 11. Dezember, 20 Uhr: Trio Joubran feat. Yousef Hbeisch, Karten ab 9 Euro an der Schinkelwache, Restkarten an der Abendkasse

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.12.2011

MC/Mathias Bäumel

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