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DDR-Fernsehmärchen mit Prominenzfaktor: Spuk unterm Riesenrad auf der Bühne am Weißen Hirsch

DDR-Fernsehmärchen mit Prominenzfaktor: Spuk unterm Riesenrad auf der Bühne am Weißen Hirsch

Dieses Jahr fängt eher der späte Vogel den Theatersommerwurm. Denn noch harren die Siebenschläferschlechtwetterwochen beharrlich aus, der Regenradar auf den tomatengroßen Telefonbildschirmen gehört zum wichtigsten Handwerkszeug aller probenden und spielenden Freiluftmimen in Sachsen.

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Endproben in den Zeitfenstern des Regenradars: Riese Otto (Jürgen Mai), Regisseur (Olaf Becker) und Rumpelstilzchen (Jürgen Zack) bespielen ab Freitag die Konzertmuschel am Weißen Hirsch.

Quelle: Robert Jentzsch

So auch im Juli 2012 auf dem lauschigen Konzertplatz, am Weißen Hirsch, zweihundert Meter hinterm Parkhotel gelegen, der zum zweiten Male als aufwendig hergerichtete Heimstatt des "Dresdner Sommers" taugt.

Nachdem im vergangenen Jahr der dritte Teil von "Die Hexe Baba Jaga" mit rund 13 000 Zuschauern in 30 Vorstellungen hier reüssierte, folgt nun ein weiteres Familienstück ostiger Provenienz: "Spuk unterm Riesenrad" feiert heute Premiere. Produzent und Regisseur Olaf Becker, der jedes Regenpäuschen für die Endzeitproben nutzt, während links und rechts die duftenden Frischholzkulissen als Wald getarnt werden, hofft die-ses Jahr auf 15 000 Besucher in 31 Vorstellungen - also auf "eine gesunde, moderate Steigerung".

Für den einstigen Palucca-Meisterschüler, der 1999 nach Rückkehr aus Chicago und Ende der aktiven Tänzerkarriere gemeinsam mit seiner Frau die Johannstädter Tenza-Schmiede gründete und immer noch betreibt, kam der erste Theater- Regieerfolg mit "Die Weih- nachtsgans Auguste" - erst als Tourneeproduktion, dann in Neufassung an der Dresdner Komödie. Es folgte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Rainer König, der mit seiner pantomimischen Klasse die Idealbesetzung für "Baba Jaga" sei. Die vier verschiedenen Folgen und Inszenierungen hätten wohl rund eine Viertelmillion Besucher gesehen, schätzt Becker.

Nun also "Spuk unterm Riesenrad" - mit einem durchaus interessanten Ensemble. Neben Ulrike und Jürgen Mai als Hexe Emma und Riese Otto konnte Jürgen Zack Michalowski als Rumpelstilzchen gewonnen werden - alle drei werden durch die Geisterbahnfigurenwäsche zum echten Leben in der Neuzeit erweckt und büxen aus - in der Hirsch-Fassung gen Burg Kriebstein, der Theaterspuk nimmt seinen Lauf. Als Verfolger agieren Günter Junghans als Opa Kröger und Philipp Richter als Oberwachtmeister Bullerjahn. Gespannt darf man auch sein auf Mandy Partzsch als Umbo und Lena Heimannsberg als Keks.

Damit der Titel - wie vieles beim Freilufttheater - nicht nur Schall und Rauch bleibt, wurde eigens ein echtes Objekt der Begierde eingeladen: Der Lübbe- nauer Schausteller Wilfried Danke baute sein zwölf Tonnen schweres Drehge- fährt auf der Lichtung auf und wird bis zum Ende der Spielzeit am Weltfriedenstag hier artgerecht im Wohnwagen hausen. Zehn Umdrehungen in einer der acht Vierergondeln kosten einsfuffzig. Nur während der Vorstellung brauchen es die Akteure - natürlich nicht nur als Kulisse. Das "Wiener Rad", Baujahr 1929, ist natürlich kein Riesenriesenrad, sondern ebenso hoch wie Wald und Konzertmuschel, die als Hinterbühne und Reflektionsfläche für Filmeinspielungen dient. Davor warten zwei Drehbühnchen und eine große Spielfläche, gute Sicht und nahes Spiel sind gesichert.

Die Premiere ist ausverkauft, auch die Theatertage am 23. & 24. Juli, an denen alle Plätze nur 12,12 Euro kosten, sind gut vorgebucht. Ansonsten kostet der Spaß für junge Menschen bis 15 (und Erwerbslose mit Bescheid) ab 9,50 Euro, für Erwachsene ab 15,40. An der Abendkasse zahlen frisch entschlossene Wetterhörige drei Euro mehr. Pressesprecher Thomas Kaufmann verweist auf die durchaus beachtliche Kapazität von 800 Sitzplätzen und verspricht, dass bei großem Andrang keiner nach Hause geschickt würde.

Angst, dass diese Story, die als Serie anno 1979 ins all- seits beliebte DDR-Fernsehen kam, den Nerv heutiger Eltern nicht treffen könnte, hat Becker, der als Geschäftsführer der veranstaltenden TW.O GmbH auch das unternehmerische Risiko trägt, nicht: "Wenn nicht die Eltern, dann kommen die Großeltern und werden versuchen, die Enkel zu begeistern", zeigt er sich sicher. Und auch, dass nun der Sonnensommer kommt. Elmar Mann

Konzertplatz Weißer Hirsch ab heute bis 1. September

www.dresdner-sommer.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.07.2012

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