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Cro rockt die Filmnächte am Elbufer

Konzert Cro rockt die Filmnächte am Elbufer

Vor ausverkaufter Kulisse rockte der Ausnahmerapper am Freitag die Filmnächte am Elbufer. Tausende kamen, um den Musiker vor dem malerischen Hintergrund der Dresdner Altstadt zu sehen.

Cro bei den Filmnächten am Elbufer

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Seit Mai tourt der Rapper mit der Pandamaske mit seinen MTV Unplugged Open Airs durch Deutschland, jetzt gab sich Cro, der selbsternannte „King of Raop“, die Ehre bei den Filmnächten am Elbufer.  Zur Erinnerung: MTV Unplugged ist eine seit 1989 produzierte Konzertreihe vom mittlerweile privaten Fernsehsender MTV. Kennzeichnend dafür ist, dass die Musiker ihre Lieder stets rein akustisch und ohne elektronische Klänge zum Besten geben. Doch Cro interpretiert das Ganze noch mal neu. Und so halten sich hier neben dem klassischen Orchester erstmals auch DJ und E-Gitarrist bereit. Eigentlich sollte der Musiker in Dresden in der Jungen Garde spielen. Doch aufgrund des riesigen Andrangs wurde das Konzert schließlich doch ans Elbufer verlegt, und auch hier waren die 12 000 Tickets dann restlos ausverkauft. 

Cro, der Musiker mit der Pandamaske, spielte am Freitag bei den Filmnächten am Elbufer.

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Seit 2011 ist Cro, der mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel heißt, ein gefragter Star in der Musikszene. Seine Musik nennt er selbst „Raop“: eine Gute-Laune-Mischung aus Rap und Pop. Bereits sein erstes Album, das 2012 veröffentlicht wurde und ebenfalls „Raop“ heißt, hielt sich ganze 85 Wochen in den deutschen Charts. Und auch der Nachfolger „Melodie“, 2014 erschienen, erreichte Goldstatus. Sein Markenzeichen ist die Pandamaske, die er trägt, um seine Privatsphäre zu bewahren und sich unerkannt in der Öffentlichkeit bewegen zu können.

Obwohl seine Fangemeinde eigentlich eher aus jungen Leuten besteht, war wider Erwarten ein komplett gemischtes Publikum vieler Altersgruppen am Elbufer vorzufinden. Während sich beispielsweise ganz vorne vor der Bühne zahlreiche kreischende Mädchen im Teenageralter tummelten, standen weiter hinten Schulkinder in Pandashirts Hand in Hand mit ihren Eltern und warteten auf ihr Idol.
Pünktlich um halb acht startete dann Vona als Vorgruppe. Mit melodischen Gitarrenklängen und Gesang sorgte er für gute Stimmung bei den Fans. Dann wurde es dunkel auf der Bühne. Etwa eine Dreiviertelstunde sollte es noch dauern, bis schließlich der Rapper mit der Maske auf der Bildfläche erschien. Als er dann aber seinen ersten Song beginnt, scheint das Warten verziehen. Sämtliche Hände gehen hoch, das Publikum wippt mit im Takt, und als der Musiker dann schließlich seinen bekannten Hit „Hi Kids“ anstimmt, wird kräftig mitgesungen.

Der 26-Jährige, der in „Schlabberlook“ und Turnschuhen noch immer sehr jugendlich aussieht, tanzt selbstbewusst über die Bühne und animiert immer wieder zum Mitsingen und Tanzen. Er führt seine Fans mit guter Laune und viel Humor durch den Abend, und auch das Publikum, das von der Carolabrücke aus zusieht, wird von ihm spaßeshalber zum Mitmachen aufgerufen.

Ein Highlight des Konzerts ist schließlich, als Cro seinen Nummer-Eins-Hit „Bye Bye“ anstimmt, der von einer unerfüllten Liebe zwischen zwei Menschen handelt. Während früher bei gefühlvollen Liebesballaden Feuerzeuge im Takt der Musik geschwenkt wurden, dienen hier als Pendant dazu die Taschenlampen von Smartphones. Hierbei witzelt der Musiker über seine „übervierzigjährigen“ Konzertgänger und erklärt ihnen, wie das nun so in der heutigen Zeit vonstatten gehen würde. Es ist ein schönes Bild, als dann tausende Handylichter aufblinken und Cro, vom Streichorchester begleitet, die erste Strophe singt. Den Refrain intonieren dann alle zusammen textsicher mit. Und inmitten der tausenden Menschen ist plötzlich wahre Harmonie zu spüren.

Nach über einer Stunde verabschiedet sich der Musiker von seinen Fans. Als Zugabe stürmt er dann die Bühne mit Rapperkollegen Danju. Die beiden hatten bereits als Jugendliche zusammen in Stuttgart Musik gemacht. Während die zuvor gespielten Stücke dem „Raop“-Genre des Musikers entsprachen und in ihren Texten harmlos für die jüngeren Zuschauer waren, werden nun Stücke performt, die eher der „unartigeren“ Hiphop-Schiene zufallen. Es ertönt schneller Rap, und es dürfen diesmal erstmals ein paar Ausdrücke fallen. Diese zeigen sich allerdings auch eher wirkungslos, und Eltern können mit einem Schmunzeln darüber hinweg sehen.

Zusammen mit Teesy als weiterem Überraschungsgast und den beiden guten Background-Sängerinnen kann Cro hier auch noch mal auf seine andere Seite als Rapper verweisen und kommt auch mit dieser, für ihn nunmehr eher untypischen Songauswahl ebenfalls gut beim Publikum an. Als er dann schließlich noch den Sommerhit „Du“ singt, ist die Stimmung auf dem absoluten Höhepunkt.
Sein zweistündiges Konzert beendet der Musiker schließlich mit seinem wohl bekanntesten Hit „Easy“. Das Stück ist ein Sample des Liedes „Sunny“ von Bobby Hebb aus dem Jahre 1966 und sorgt mit der bekannten Melodie daher für Begeisterung bei Jung und Alt. Alle bewegen sich ausgelassen mit der Musik mit und trällern noch viele Male lautstark zusammen den Refrain.

Da das Konzert in Dresden den Abschluss der Cro MTV Unplugged-Sommertournee bildete, fand anschließend eine Aftershow-Party im Puro City Beach statt. Wer immer noch nicht genug hatte, konnte dann dort noch ausgelassen feiern gehen. Und wahrscheinlich feierte auch Cro selbst mit. Ohne seine Maske und unerkannt.

Marie Zoe Vanherpe

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