Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Collagen, Zeichnungen und Aquatinten von Bärbel Voigt in der Galerie Adlergasse

Collagen, Zeichnungen und Aquatinten von Bärbel Voigt in der Galerie Adlergasse

Im April dieses Jahres entstanden in einem Schaffensschub 15 großforma-tige Tusche-Zeichnungen, von denen gegenwärtig vier neben weiteren anderen Arbeiten in einer Ausstellung der Galerie Adlergasse zu sehen sind.

Voriger Artikel
Universitätschor Dresden trauert um seine Leiterin Maja Sequeira
Nächster Artikel
Claudia Bauer inszenierte Oscar Wildes "Salome" am Chemnitzer Schauspielhaus

Bärbel Voigt. Zirkualation, Aquatinte, 2012. Repro: Heinz Weißflog

Die Grafikerin Bärbel Voigt (geb. 1962 in Döbern/Lausitz) machte schon in den vergangenen Jahren (in der Kreativen Werkstatt) mit ihren Aquatinten und Zeichnungen auf sich aufmerksam.

Diesmal jedoch bevorzugt sie das überdimensionierte Format. Ihre Collagen sind fast wandhoch und fügen sich ideal in das Raumprovisorium der "Runden Ecke" ein. Auch die vier Zeichnungen und eine Serie von Aquatinten haben eine außergewöhnliche Dimension. Die wie Psychogramme wirkenden informellen Zeichnungen bilden den lebendigsten Teil der Präsentation, spürt man doch hier das Ringen um die grafische Form und kann deren gestische Entstehung nachvollziehen: In ihnen spiegelt sich das lebhafte Temperament von Bärbel Voigt, die Vehemenz ihres Pinselschwungs.

Dabei arbeitet die Künstlerin sehr subtil mit Farbe, chinesischer Rohrfeder und Pinsel und erreicht mit wenigen Mitteln große Wirkungen: Über die meist nasse Fläche zieht sie zunächst mit verschieden breiten Pinseln Tusche von unterschiedlicher Konsistenz. Manchmal verwendet sie auch über längere Zeit abgestandene Tusche, die wie geronnen, spröde-rostige und fast körnige Effekte auf dem Blatt erzielt. Auf der Fläche werden danach mit der Feder Spuren gegraben, geschwungene Lineaturen, Kreuzungen und Überlagerungen, die einander kommentieren. Sie hellen die Fläche auf und stehen immer im Diskurs miteinander.

Nach bereits acht Tagen ergaben sich, so Bärbel Voigt, stimmungsbedingt andere Konstellationen, die mal grafischer, mal malerischer waren, so dass jedes Bild einen individuellen Charakter hat. Natürlich ist das Informel gut geeignet, innere Prozesse zu veranschaulichen. Die Spiegelung des künstlerischen Selbst und die damit verbundene innere Regulation bewirken Lusteffekte besonderer Art, lösen und befreien positive Energien.

Bärbel Voigt gab ihrer Ausstellung den vielsagenden Titel "UnterDruck", gleichsam mit den drei verschiedenen Bedeutungen spielend, die das Doppelwort in sich trägt.

Ihre Aquatinten im Format 65 mal 50 haben für Radierungen eine außergewöhnliche Größe. Kennzeichnend für die Serie (2009-2012) ist die in sich verschlungene labyrinthische Linie, dem Ariadnefaden gleich, der sich im Vordergrund schlängelt und bizarre Verknotungen bildet, die in rätselhafter Bewegung erscheinen. Darüber liegen oft graue und tiefschwarze Flächen, die durch die besondere Behandlung in der Ätzung entstehen. Ein Gefühl für Weite hier und sonderbarer Gegenläufigkeit dort entsteht ("Zirkulation", 2012). Das Atmosphärische der Kompositionen hat auch etwas Unterirdisches, ein Fließen am Grunde und schicksalhaftes Verweben pseudolandschaftlicher Formen.

Ganz dem Spiel mit dem Material folgend, hat Bärbel Voigt mit ihren Collagen ein Optimum an Ausdruckskraft erreicht: Mit schwarzem Acryl eingefärbte, sehr dünne Blätter von der Papierrolle wurden nach dem Antrocknen geknautscht, geknittert, eingerissen und Schwarz auf Weiß geklebt ("Getöse", 2012).

Spuren von Blau und Weiß tauchen auch partiell auf, ebenso ein gemischtes erdiges Braun. Außerdem hat die Künstlerin dünnen Draht unter das Papier gelegt und wie bei einer Frottage abgerieben. Damit erreichte sie eine grafisch lebendige, seismische Feinlinigkeit, die so nicht mit Feder oder Pinsel zu machen war.

Ihre monumentale Grafit-Collage "Fusion" (2012) hat etwas von der Elementarkraft des Malerischen, bei der sie die Wirkung von Schwarz-Weiß ausspielt, die im Kontrast zueinander und im räumlichen Abstand schon wieder grafisch bestimmt ist.

Bis 1. Juni. Galerie Adlergasse. Adlergasse 12/Runde Ecke. Geöffnet: Mi 14-18 Uhr, Do und Fr 16-20 Uhr. Tel. 0351/ 866 02 16

www.riesa-efau.de.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2012

Heinz Weißflog

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr