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Chor und Orchester des Weimarer Musikgymnasiums Belvedere waren in der Dresdner Musikhochschule zu Gast

Chor und Orchester des Weimarer Musikgymnasiums Belvedere waren in der Dresdner Musikhochschule zu Gast

Musikalisch hochbegabte Schülerinnen und Schüler fördert in Weimar das Musikgymnasium Belvedere als vorbereitende Einrichtung der Musikhochschule Franz Liszt.

Und dem allgemeinen Trend folgend - das zeigte das Gastkonzert von Chor und Orchester des Gymnasiums im Konzertsaal der Dresdner Musikhochschule - ist das Interesse an Musik bei jungen Damen weit stärker ausgeprägt.

Das Weimarer Orchester spielte mit ziemlich gutem Niveau ein Programm, das sich zunächst ernst gab. Üppige Farben gab es beim Concerto für Marimba, Vibraphon und Orchester von Darius Milhaud mit dem Solisten Joshua Lutz. Der agierte mit Lockerheit und starker musikantischer Präsenz und gekonnt die Klangnuancen der Instrumente variierend. Dirigent Joan Pages Valls lieferte mit dem Orchester den immer stimmigen Rahmen für diesen virtuosen Vortrag. Schöne Details von den Bläsersolisten gab es in der Begleitung der jungen Geigerin Charlotte Kraemer (Preisträgerin von "Jugend musiziert" 2008) bei Ralph Vaughan Williams' "The Lark Ascending" zu hören. Die Solistin trug mit einem feinsinnig warmen, über das ganze Instrument sehr frei klingenden Ton das zwischen Lyrik und impressionistischer Dichte pendelnde Stück. Die Ruhe und Tiefe, womit sie das Solo auszuloten verstand, waren bemerkenswert. Nochmals ernst und auch sehr dramatisch folgte Tschaikowskis Fantasie-Ouvertüre zu Romeo und Julia, doch hier standen der hohe Anspruch an die Soli und die klingende Wirklichkeit etwas auseinander. Zudem war dieser schwermütige Brocken nach dem filigranen Vaughan Williams arg wuchtig.

Einfach vergnüglich wurde es endlich mit der Uraufführung von "Frühling" und "Sommer" aus der Kantate "Die 13 Monate", komponiert von George Alexander Albrecht (geb. 1935) auf die Texte Erich Kästners. Der Chor des Musikgymnasiums Belvedere und der Chor des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik (Solisten: Tabea Süßmuth, Lisa Kapanadze, Sopran; Berenike Vollmer, Alt; Lukas Klöppel, Tenor; Erik Jirsak, Conrad Mauersberger, Bass) sangen gemeinsam mit dem Weimarer Orchester. Albrecht, der auch dirigierte, hat Kästners Gedichte angelehnt an Schlager und Operette vertont, zitiert hier "Hoch auf dem gelben Wagen", da "In München steht ein Hofbräuhaus" und illustriert die Verse mal schwunghaft, mal lyrisch. Doch dauerte es eine Weile, bis Albrechts Musik in etwa den Witz zu entfalten begann, den Kästners Text besitzt, und der Komponist verpasst in der biederen Illustration auch den philo- sophischen Ernst, der hinter den locker perlenden Reimen steckt. Den musikalischen Idyllen fehlen die Brüche, und immer bombastisch geht es zum nächsten Monat. Unterhaltsam ist die Kantate durchaus, und so waren die Chöre und das Orchester auch mit hörbar und sichtbar viel Spaß und Begeisterung bei der Arbeit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.03.2012

Hartmut Schütz

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