Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Google+
Chefdirigent Sanderling sieht Dresdner Philharmonie in Existenz bedroht

Chefdirigent Sanderling sieht Dresdner Philharmonie in Existenz bedroht

Dirigent Michael Sanderling sieht die Dresdner Philharmonie bei langfristigem Verlust der angestammten Spielstätte Kulturpalast in ihrer Existenz bedroht.

Voriger Artikel
Welterbe in Dresden-Hellerau? - Experten wollen am 4. Mai über Sachsens Kandidaten entscheiden
Nächster Artikel
Giacometti-Künstlerbuch für Dresdner Kupferstich-Kabinett

Sanderling hatte die Dresdner Philharmonie erst im Sommer 2011 übernommen und hat zunächst einen Vertrag für drei Jahre.

Quelle: dpa

Es würde zum Fiasko führen, das Orchester länger als drei Jahre auf Ausweichbühnen auftreten zu lassen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Hintergrund sind offene Fragen zum geplanten Umbau des Kulturpalastes. Das Projekt wird mit drei Jahren Bauzeit und mehr als 80 Millionen Euro veranschlagt. Davon fehlen aber etwa 35 Millionen Euro, weil zunächst eingeplante EU-Gelder nicht verwendet werden können. Dresden will nun vor allem Stiftungsgelder anzapfen, am 4. April soll der Stadtrat entscheiden.

Sanderling zufolge braucht das Publikum schnell Antwort auf die Frage, wo das Orchester in der kommenden Saison auftritt. Der 45-Jährige warnte davor, das Orchester finanziell zur Ader zu lassen und mit Gehaltsverzicht an der Finanzierung des neuen Saales zu beteiligen. „Damit wäre ein schleichender Verfall programmiert. Die Philharmonie ist eines der Spitzenorchester in Deutschland. Es wird auch deshalb gut bezahlt, weil dort gute Musiker spielen und um weiterhin gute Musiker zu bekommen."

Gedankenspiele anderer Art würden in einer verhängnisvollen Spirale münden, an deren Ende die Frage stehen könne, ob Dresden überhaupt eine Philharmonie brauche. „Das wäre ein fatales Signal an die Musikwelt", sagte Sanderling. In Dresden gehe es nicht um einen „lokalen Spielbetrieb". Er hob damit auf die Bedeutung der Stadt in der europäischen Musikgeschichte ab. Zusammen mit der Staatskapelle Dresden existieren hier zwei Top-Orchester, die weltweit präsent sind. Sanderling zufolge gehen seine Musiker mit der Situation bisher professionell um. Dennoch sei vielen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Ein Orchester ist ein fragiles Gebilde. Hier sitzen nicht 100 Maschinen, sondern 100 Seelen."

Sanderling hatte die Dresdner Philharmonie erst im Sommer 2011 übernommen und hat zunächst einen Vertrag für drei Jahre. „Mir war von Beginn an klar, dass sich mit der Übernahme der Chefposition eine große und außergewöhnliche Verantwortung während der Umbauzeit ergibt. Aber: Ich kann nur Verantwortung übernehmen für etwas, was ich auch kalkulieren kann." Das sei keine Rücktrittsdrohung, aber eine deutliche Ansage: „Es ist ein klares Signal, dass das Schicksal der Dresdner Philharmonie und meines als Chef nun mehr als je zuvor in der Hand des Dresdner Stadtrates liegt."

Von Jörg Schurig, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr