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Charakterbilder nackter Haut - Günter Rössler zeigt eine Fotoauswahl im Dresdner Kunstkeller

Charakterbilder nackter Haut - Günter Rössler zeigt eine Fotoauswahl im Dresdner Kunstkeller

Diese Frauen! Schamlose Bilder... Fast jeder kennt sie. Wer diese schwarz-weißen Ablichtungen sieht, wird sie mögen. Wer sie wiedersieht, fühlt sich erinnert.

Erinnert an Zeitschriften wie Das Magazin und Sibylle, vor allem aber an den Leipziger Altmeister Günter Rössler. Von ihm stammen all diese Bilder. Zu sehen sind sie in einer kleinen, sehr feinen Auswahl im Kunstkeller Dresden.

Aber was soll das heißen: Diese Frauen? Schamlos?! Fehlte nur noch das Wort vom Starfotografen! Diese Frauen sind allesamt sehenswert, schöne und sichtlich so kluge wie sensible Wesen. Solche Kriterien waren für den inzwischen 86-jährigen Günter Rössler schon immer eine wichtige Vorbedingung für seine Arbeit. Er hat seine Mädchen, die er tatsächlich derart lebensecht und nicht etwa vergegenständlichend als Modelle oder gar Models bezeichnete, stets ernst genommen und sie mit einem künstlerischen Anspruch abgelichtet, der nachhaltig sichtbar, ja bleibend ist. Platte Sexualisierung oder gar brutale Pornografie wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Die Fotografien sind so unverschämt schamlos, weil sie sich nicht anbiedern, sondern ganz und gar offenherzig sind. Eine bedingungslose Ehrlichkeit im Abbild nackter Haut. Prägend bei den meisten der Aufnahmen sind die Augen-Blicke, die den Betrachter in ein stilles Zwiegespräch ziehen, bei dem das gegenseitige Selbstwertgefühl nie auch nur einen Deut auf der Strecke bleibt.

So manche Fotografie von Günter Rössler, der am 6. Januar 1926 in Leipzig geboren wurde und heute mit seiner zweiten Frau, einem seiner einstigen Foto-Mädchen, und der gemeinsamen Tochter in Markkleeberg lebt, wurde im Laufe der Jahre zur Ikone. Die grazilen Wesen auf Rösslers Bildern sind keinesfalls ausgeliefert, sondern stets mit Würde und Selbstbewusstsein dargestellt. All diese Bildwelten, ob sie nun vom Ostseestrand der 1960er Jahre oder aus der allerjüngsten Vergangenheit einer Studioaufnahme stammen, scheinen das Resultat einer gemeinsamen Inszenierung von mindestens vier Akteuren zu sein: Fotograf, Frau, Licht und Schatten. Und doch gibt ein jedes Bild die einzigartig meisterliche Handschrift eines Ästheten preis, der körperliche Schönheit vom Anspruch humanistischer Ideale nicht zu trennen bereit ist.

Rund drei Dutzend Aufnahmen - allesamt wertvolle Handabzüge des Meisters in distanzvollem Schwarz-Weiß - sind im Kunstkeller zu sehen und können auch erworben werden. Für den Initiator Volkmar Fritzsche, der diese Galerie seit gut 15 Jahren betreibt, erfüllt sich mit der zweiten Rössler-Präsentation ein doppelter Herzenswunsch. Nach der ersten Akt-Schau des Meisters darf diese 76. Ausstellung als Hommage an dessen Lebenswerk gesehen werden. Liebhaber und Sammler sollten sich sputen, denn noch sind einige seiner unverwechselbaren Originale zu haben.

Bis 4. Februar, Kunstkeller, Radeberger Str. 15, geöffnet Di/Do 16.30-19 Uhr, Mi/Fr 16.30-19.30 Uhr, Sa 11-13 Uhr

www.erotic-art-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.01.2012

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