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Carte Blanche: "Glanzlichter"-Revue auf Dresdens Garde

Carte Blanche: "Glanzlichter"-Revue auf Dresdens Garde

Der liebe Gott muss ein Mann sein, wäre die mächtige Nummer Eins eine Frau, sie würde mit uns reden. Da ist sich Marcel Bijou, der bei der "Glanzlichter"-Revue auf die Freilichtbühne Junge Garde mit seinen Conférencen und Witzen die Zuschauer zum Lachen brachte, ganz sicher.

Was er ist, ob nun Mann oder Frau, das war wie bei vielen anderen Künstlern nicht zweifelsfrei sicher. So ist das nun mal einer bei einer Travestie-Show. Gelenkige Gogo-Girls entpuppen sich von einem Moment zum nächsten als nicht ganz so kurvige Kerle, Marcel hat nichts dagegen, auch mit Marcella angesprochen zu werden.

Ab und an eine rauschende Revue unter freiem Himmel - das hat schon Tradition bei Dresdens berühmt-beliebten Travestietheater Carte Blanche. Für die diesjährige "Glanzlichter"-Revue hatte Chefin Zora Schwarz, die am Sonnabend zudem Geburtstag hatte, eine internationale Starbesetzung nach Dresden eingeladen. Ganz so gut besucht wie sonst war die Show nicht, aber das ist wie so vieles im Leben eine Frage der Betrachtung. Der Eindruck täusche, man sei "nicht nicht ausverkauft, sondern überbestuhlt", außerdem "warte man noch auf zwei Busse, nämlich Herrn Busse und Frau Busse", flachste und kalauerte eine Dame zu Beginn der Show.

Was versprochen wurde, gab es frei nach dem Motto "Wer werden Sie nicht schonen/Wir zeigen Sensationen" auch: Wunderschöne Live-Gesänge aus den unterschiedlichsten Sparten von Pop über Soul bis zum Schlager, hinreißende Choreografien, frechen, doppeldeutign bis eindeutig schlüpfrige Witze, Double-Nummern, die mehr Hommage als Parodie sind, verzaubernde Magie und unglaublich viele traumhafte Kostüme, wahre Träume aus Taff und Tüll, Samt und Seide, Perlen und Pailletten. Mit einer Hommage an die leider verstorbene Souldiva Whitney Houston verzaubert Stimmwunder Benéy aus Nigeria das Publikum. Auch gab Nachwuchskünstler Sarah Barelly aus der Marzipanstadt Lübeck, immerhin Gewinner des einzigen diesjährigen Travestienachwuchswettbewerbes in Hamburg, eine Kostprobe seines Schlager-Könnens.

Das Magierduo Mandy & Kylian, eigens für den Abend aus Nizza einge- flogen, begeisterte mit Zauberkunst im Stil von Hans Klok. Wo eben noch Mandy gefesselt am Käfig hing - Fesselspiele scheinen mal wieder in zu sein, wie der derzeitige Erfolg von E.L. James' Sado-Maso-Werk "Fifty Shades of Grey" nahe legt - ist es plötzlich Kylian. Vorher umtanzten drei Damen im Stil einer Burlesque-Nummer drei Stangen und drei Stühle. Der Fokus liegt hierbei auf der Unterhaltung, die Erotik ist raffiniert.

Von der Seine angereist sind vier elegante Elevinnen vom Moulin-Rouge - und wenn beim Cancan die Beine hochfliegen, dann kennt der Jubel keine Grenzen. Cristina aus Amsterdam, die Grande Dame der Travestie, röhrt als Zarah Leander: "Kann denn Liebe Sünde sein? Nein, wir nehmen die Pille ein!" Die Stimmung ist in der "lieben Gemeinde" gut. Es wird mitgesungen, mitgeschunkelt, allerorten tanzen Pärchen. Ganz bis zum Schluss konnte ich leider nicht bleiben... Die Pflicht in Gestalt der Museumssommernacht rief (Bericht siehe 7).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2012

Christian Ruf

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