Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+
Caroline Keating präsentierte sich selbstbewusst im Societaetstheater

Caroline Keating präsentierte sich selbstbewusst im Societaetstheater

Ihr Debütalbum "Silver Heart" veröffentlichte Caroline Keating bereits im April in Kanada, in Deutschland erscheint es aber erst Ende des Monats beim wunderbaren Label Glitterhouse Records.

Die CD konnte man aber schon oder eben noch auf ihrem Kammer- konzert im Dresdner Societaetstheater kaufen. Im Vergleich zu der Show vor knapp zwei Jahren an gleicher Stelle ist Keating angenehm selbst- bewusst geworden, ohne dabei ihren Mädchencharme eingebüßt zu haben.

Kurz vor Ende des Konzerts steht sie vom Klavierstuhl auf und sagt, dass sie dem Publikum jetzt etwas ganz Besonderes präsentieren würde, nämlich ihre Beine. Sie wusste selbst am besten, wie schlecht der Witz war, zumal sie die ganze Zeit seitlich zum Publikum saß und so dauerhaft ihre Beine unter dem kurzen Samtkleidchen und über den silbernen Pumps ins Licht hielt. Sie lächelte aber so unverschämt über diese Zote hinweg, dass der Saal herzhaft lachte. Ansonsten wurde mehr milde gelächelt, ob der verträumten Musik, die die Kindfrau mit ihrem kanadischen Akzent im Englischen hervorbrachte. Einige Songs spielte sie schon Anfang 2011, aber da saß sie noch allein am Keyboard und traute sich kaum, ins Publikum zu schauen.

Jetzt - fast zwei Jahre des Tourens und der Erfahrungen später − kam sie mit Sebastian Chow (Geige) und Matthew Perrin (Kontrabass) zurück und spielte ihre Stücke am klassischen Klavier. Viel ausdrucksstärker klang das, mit ihrer Stimme, die raspelig und sanft, aufmüpfig und melancholisch über Liebe, Geister und hörenswerte Lieder sang oder über den Sommerurlaub, den ihre deutschen Freunde lustigerweise "Holiday" nennen, was im Englischen aber lediglich die Weihnachtsfeiertage meint. Zwischendrin wagte sie immer mal wieder Ausführungen und unterhielt damit ein Publikum, das auffällig durchmischt war, aber im Durchschnitt locker doppelt so alt wie die 23-jährige Sängerin. Mit Chow und Perrin holte sie sich zudem zwei dezent, aber wirkungsvoll ergänzende Musiker auf die Bühne, mit denen sie den Tourbus teilt, wenn sie unterwegs sind, und die Wohnung in Montreal, wenn sie zu Hause sind. Viel Nähe, das merkte man, besonders zur Violine, in deren Richtung Keating immer wieder vielversprechend lächelte.

Nach einer Stunde waren alle Lieder verspielt, auch das rock'n'rolligste, das immer noch nach Sitzkonzert klang, in dem ganz kurz mal die Geige auf böse schaltete und ein paar schiefe Töne aus dem Klavier spritzten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

Juliane Hanka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr