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Cappella Sagittariana im Weihnachtskonzert

Cappella Sagittariana im Weihnachtskonzert

Die Versuchung, zu Weihnachten vor allem Unterhaltsames und Bekanntes für ein barockes Festkonzert zusammenzustellen, dürfte groß sein. Schon mit Blick auf die Publikumswirksamkeit.

Mit Erfolg widerstand die Cappella Sagittariana am ersten Feiertag dieser Versuchung und hatte damit ganz offensichtlich den Nerv der vielen Zuhörer getroffen. Das Ensemble präsentierte unbekanntere und durchaus ernste Stücke der bekannten Komponisten Telemann, Bach und Fasch unter der Überschrift "Virga Jesse floruit".

Der Kontrast zu den unverwandt fröhlichen Weihnachtsliedern des Vortages hätte beim ersten Werk kaum stärker sein können. Telemanns Concerto a-Moll für Blockflöte (Uta Schmidt), Oboe (Guido Titze), Violine (Margret Baumgartl) und Basso continuo (Sebastian Knebel, Cembalo; Thomas Grosche, Viola da gamba; Norbert Schuster, Kontrabass und Leitung) bekam eine beachtliche Spannung in den nachdrücklich gesteigerten, langsamen Sätze. Die schnellen Teile dagegen erstaunten in ihrer leicht und fließend genommenen Virtuosität. Die schlichte Fassung des Duetts "Virga Jesse floruit" aus Bachs Magnificat nur mit dem Orgelpositiv als Begleitung brachte die Gesangsstimmen (Heidi Maria Taubert, Sopran; Friedemann Klos, Bass) besonders gut zur Wirkung. Bachs Triosonate G-Dur für zwei Violinen und B.c. (mit Ulrike Scobel, Violine) trug den hellen Charakter der Arie weiter und ließ den Tonfall weihnachtlich-freundlich münden: "Ich steh an deiner Krippen hier" aus Schemellis Gesangbuch bekam bei Heidi Maria Taubert einen berührenden Zug, getragen von der Besetzung mit Oboe, Viola d'amore (U. Scobel), Gambe und Orgel.

Die Mischung der Charaktere vom feinsinnigen Ernst bis zu barocker Süße war bei Johann Friedrich Faschs Concerto G-Dur für Oboe, zwei Violinen und B.c. interessant und stark herausgearbeitet. Ebenso innig wie das reizvolle Largo bei Fasch, erklang auch das von Friedemann Klos gesungene Schemelli-Lied "O Jesulein süß". Der Schluss des Programms bot in Johann Sebastian Bachs Kantate "Tritt auf die Glaubensbahn" nicht nur eine besondere Mischung der Instrumente (Blockflöte, Oboe, Viola d'amore, Gambe) und im Tonumfang symbolkräftig aufgeladene Gesangspartien für Sopran und Bass. Diese Kantate ist selten zu hören und besitzt dabei eine Fülle klanglicher Einfälle Bachs, der sie für den Weimarer Hof schrieb. Und auch sie war, wie die übrigen Stücke des Konzerts, in einem ganz adäquaten, starken Vortrag zu erleben. Hartmut Schütz

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.12.2012

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