Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Calexico kommen wieder nach Dresden

Calexico kommen wieder nach Dresden

Natürlich ist der Abend zuvor in seiner Besetzung nahezu unschlagbar. Calexico spielen da auf der Zitadelle Spandau zusammen mit Patti Smith, Bratsch und Depedro.

Voriger Artikel
Saisonabschluss bei Dresdner Kreuzchor mit Deutschlandtournee
Nächster Artikel
Spontinis "La vestale" konzertant in der Semperoper Dresden als Beitrag zum Wagner-Jahr

Blick frei geradeaus: John Convertino (l.) und Joey Burns, kurz Calexico.

Quelle: PR

Die Konzertagentur Seliger, die als überregionaler Veranstalter für einen nicht unerheblichen Teil auch der Dresdner Club-Konzerte sorgt, feiert am Dienstag ihren 25. Geburtstag. Glückwunsch von dieser Stelle aus. Doch wenn Calexico schon mal im Land sind... Und zumindest Depedro ist als Gast auch für den Rest der Europa-Tour dabei. Eine Tour, die am Sonntag in Brüssel begann und Mitte August im portugiesischen Praia Fluvial enden wird. Es ist die dritte kompakte Reise der US-Amerikaner auf dem alten Kontinent, nachdem im Herbst 2012 ihre neue CD "Algiers" erschienen ist. Eine feine, gelassene Platte - das hatten auch wir damals sofort festgestellt.

Zunächst zu Depedro, hinter dem sich der Spanier Jairo Zavala verbirgt. Er ist eine weitere Entdeckung der Calexico-Frontmänner John Convertino und Joey Burns, die sich längst darauf spezialisiert haben, daheim und in Europa nach profunden Musikern zu suchen, die sie entweder später im Studio bei ihren eigenen Projekten unterstützen, in ihren Vorprogrammen einen ordentlichen Präsentationsrahmen bieten und/oder gleich in die jeweils aktuelle Besetzung integrieren. So geschehen mit Zavala als Gitarrist. Sein Material wird aktuell bestimmt von der dritten CD "La Increible Historia de un Hombre Bueno", vor Calexico war Jairo Zavala mit seinen Bands Vacazu und Amparanoia unterwegs. In Dresden wird er das zweite Dutzend mit "Unbekannten" vollmachen, die uns Calexico in all den Jahren vorgestellt und gleichzeitig nahegebracht haben. Das eint sie übrigens mit Alt-Kumpel Howe Gelb und ist eine von vielen ihrer Qualitäten. So wie Calexico als Stadt längst nicht mehr nur in den USA, sondern als Stadtteil in der Landeshauptstadt Sachsens liegen könnte. Seit Mitte der 1990er ist er das auch. Temporär für einen Abend. Seitdem kommen Burns und Convertino hierher, zunächst als Bestandteil von Giant Sand, dann als Duo, wenig später mit dem neuen Kern von Calexico (zu dem schnell die beiden Deutschen Volker Zander und Martin Wenk gehörten) mitsamt wechselnder Kräfte.

Calexico stellten uns im Laufe der Jahre original mexikanische Mariachi (Luz de Luna) vor, die Sängerinnen Pieta Brown und Marianne Dissard, sie spielten im Schlachthof, bei den Filmnächten am Elbufer, sie begannen aber im Star Club und hielten ihm im Herzen die Treue, auch als er längst Beatpol hieß. Unvergessen ihre Rückkehr zu den Wurzeln im September 2010, als sie unbedingt noch einmal an diesem Ort auftreten wollten, wo schon im Gründungsjahr 1996 als Vorband für Barbara Manning alles begann. Im Loschwitzer Plattenladen Sweetwater sind sie aber auch schon gewesen...

Calexio gehören zu den wenigen internationalen Bands, die man also in dieser Stadt nahezu minutiös beim Wachsen betrachten konnte. Und sie haben das wunderbar hinbekommen mit dem Wuchs. Dafür mussten sie sich niemals verleugnen, auch als es größer und größer wurde. Ihre exzellente Mischung aus US-amerikanischem Folkrock, europäischen und südamerikanischen Elementen, großartiger Lyrik und einem Umfeld, das von Freundschaft, Respekt, kultureller und sozialer Offenheit lebt, machen sie so gern gesehen. Wiederkommen in Gelassenheit - eine Familie bekommt stetigen Zuwachs (nicht nur in echt, da es längst Kinder bei den Künstlern gibt, die ihrerseits für neue Prioritäten gesorgt haben).

"Algiers", ihre bislang letzte, insgesamt sechste CD, haben Calexico in New Orleans, nicht daheim in Tucson aufgenommen. Joey Burns: "Wenn alles um dich herum in Ordnung scheint, wenn dein Zuhause eine verlässliche Oase ist, wenn du mit deinem besten Freund in einem tollen kleinen Studio in New Orleans stehst, wo es ständig unfassbar lecker nach Shrimp Creole, Jambalaya, gebackenen Froschschenkeln, Schweinerippen, Roten Bohnen und Reis duftet, wenn Craig Schumacher als Produzent trotzdem neben dir sitzt und die Musiker, mit denen du seit Jahren zusammen spielst, sich die Klinke in die Hand geben, was soll da eigentlich noch schiefgehen? Wir haben in den letzten Jahren so viele merkwürdige Situationen hinter uns gebracht, all diese Sessions mit Victoria Williams, Iron & Wine, Willie Nelson, Roger McGuinn, Nancy Sinatra, Neko Case, all die Soundtracks, an denen wir gearbeitet haben. Dagegen war das hier wie Urlaub!" Zuvor waren mit "Circo" (2010) und "The Guard" ("Ein Ire sieht schwarz", 2011) sowie der exklusiven Sammlung aus Calexicos beliebten "Tour only"-CDs ("Selections From Road Atlas") weitere Tonträger erschienen.

In der "Tour"-Reihe wurde jetzt eine 2013er Ausgabe veröffentlicht. Physisch-exklusiv für unterwegs (ansonsten nur digital) ist "Maybe On Monday" zu erwerben. Darauf ist besagter Song zu hören, der sich aus dem Live-Programm heraus noch einmal verwandelt hat und nach einer neuen Demo-Version eine zweite Studiofassung bekam. Ihren formidablen Geschmack beim Covern stellen Calexico zudem mit "Walls Came Down" von The Call und "Unsatisfied" der Replacements unter Beweis.

Calexico wieder in Dresden - die Freude ist groß. Wir wissen das, sie wissen das.

Calexico feat. Depedro, morgen 20 Uhr, Alter Schlachthof

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.07.2013

Andreas Körner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr