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Bundeswehrmuseum in Dresden - viel Lob für Architektur und offenen Diskurs

Bundeswehrmuseum in Dresden - viel Lob für Architektur und offenen Diskurs

Dresden. Offensive statt Verteidigung: Die Bundeswehr sucht mit ihrem neuen Militärhistorischen Museum in Dresden den offenen Diskurs über Ursachen von Krieg und Gewalt.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Dabei wolle sich das Museum auch kritischen Fragen stellen, sagte Direktor Matthias Rogg am Freitag zur Eröffnung des Hauses. Neben der Dauerausstellung seien regelmäßig Vorträge oder Veranstaltungen mit Filmen, Lesungen oder Kunstveranstaltungen geplant. Das Museum verstehe sich vor allem als Lernort und Ort der Diskussion. Es gehe darum, den Horizont der Militärgeschichte zu erweitern.

Bereits an diesem Wochenende sind eine Fülle von Veranstaltungen geplant. Das Museum war nach einem Entwurf des US-Architekten Daniel Libeskind für 62,5 Millionen Euro umgebaut worden und stellt mit rund 10 500 Exponaten deutsche Militärhistorie als Kulturgeschichte der Gewalt dar.

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Diese Pickelhaube ist eines von 10.500 Exponaten in der Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums.

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In seiner Rede zur Eröffnung des Hauses forderte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) eine kritische Reflexion über den Einsatz von Militär, Krieg, Gewalt und deren Folgen für Menschen. Das Museum könne dazu einen Beitrag leisten. „Die Neuausrichtung der Bundeswehr ist mehr als eine neue Organisationsform. Sie stellt auch eine geistige Aufgabe."

Nach Ansicht de Maizières lehrt das Museum ebenso viel über den Krieg selbst wie über dessen gesellschaftliche Ursachen. Es sei daher auch eine Einladung an die Öffentlichkeit zur Auseinandersetzung mit diesem Thema. Das Museum konfrontiere Besucher mit grundsätzlichen Fragen - beispielsweise mit der Frage nach dem Einsatz militärischer Gewalt als politisches Mittel.

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Robert Erdmann aus Schwerin kam eigens wegen der Architektur ins Museum. "Es gefällt mir sehr gut, auch die Spannung zwischen alt und neu." Eigentlich besuchte er in Dresden den Tag der Architektur.

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Das Leitsystem befindet sich auf dem Fußboden.

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Ausführlich widmete sich de Maizière der Traditionspflege bei der Bundeswehr. Sie beinhalte „die Möglichkeit, ja auch die Pflicht, mit Teilen der Vergangenheit zu brechen und einstmals gepflegte Traditionslinien zu kappen". So könne die Wehrmacht als Ganzes nicht traditionsbegründend sein. „Eine ungebrochene, gerade Traditionslinie von der Wehrmacht zur Bundeswehr lässt sich nicht ziehen. Dem ehrenden Gedenken einzelner, unbelasteter Wehrmachtssoldaten oder deren Handlungen steht dies jedoch nicht im Wege." Neue Traditionen sieht der Minister als Folge internationaler Einsätze der Bundeswehr. „Ihre Tradition wird europäischer, internationaler."

Die Bundeswehr sei längst eine „Armee im Einsatz". Dabei würden Soldaten auch mit Gewalt und vielfältigen Formen kriegerischer Auseinandersetzungen konfrontiert, betonte der Minister. Um ihren Auftrag erfüllen zu können, müssten sie in der Lage sein, die tieferen Ursachsen von Gewalt zu erkennen, sie auszuhalten und zu reflektieren. „Nur so wird es ihnen gelingen, ein Einsatzland langfristig zu stabilisieren und zu befrieden und mit sich selbst im inneren Frieden zu leben." Deutschland lebe nicht auf einer Insel der Seligen und sei aufgefordert, dem Frieden in der Welt zu dienen. „Manchmal kann sogar nur Gewalt den Frieden wieder erzwingen."

Vor de Maizière hatten Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) und Architekt Libeskind das Wort ergriffen. Tillich nannte das Museum ein „Schmuckstück, das sich ästhetischen Vereinnahmungen widersetzt und zum Nachdenken anregt". Es sollte vor allem ein Ort des Lernens und Begreifens sein. „Zu begreifen, dass die Kultur des Friedens eines der wertvollsten Dinge für uns Menschen ist."

Libeskind erinnerte auch an die leidvolle Geschichte von Dresden und daran, wie die Stadt aus der Asche des Krieges zu neuer Schönheit fand. „Der menschliche Geist wird niemals sterben."

dpa

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