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Bullet For My Valentine in der ausverkauften Reithalle

Bullet For My Valentine in der ausverkauften Reithalle

Das Vorspiel: Coldrain - durchgestylter Post-Hardcore-Pop aus Japan. Danach While She Sleeps mit durchschlagendem britischem Metalcore. Erst dann, zwei Stunden nach Beginn, zeigen sich Bullet For My Valentine.

Dresden. Das Vorspiel: Coldrain - durchgestylter Post-Hardcore-Pop aus Japan. Danach While She Sleeps mit durchschlagendem britischem Metalcore. Nach der üblichen Pausen-Umbau-Beschallung läuft in voller Lautstärke "Thunderstruck" von AC/DC aus der Konserve. Erst dann, zwei Stunden nach Beginn, zeigen sich in der ausverkauften Reithalle die walisischen Herren auf der Bühne, deretwegen das Volk gekommen war: Bullet For My Valentine.

Seit 1998 eine Band, seit 2002 unter diesem Namen unterwegs, machen die Jungs immer noch genau die Musik, mit der sie begonnen haben. Brachial und trotzdem melodisch, Metalcore mit eingängigen Emo-Anleihen und einer Prise Rock. Letztere ist hauptsächlich Michael Paget zu verdanken. Der Leadgitarrist, der laut Bandbiographie mit 17 seine erste Klampfe in den Händen hielt, fingert diffizile Soli zusammen und wirkt in Spielweise und Kleidung, als hätte er sich in der Musikrichtung geirrt.

Wer nicht so ganz macht, was er soll, ist der Sound. Die getriggerte Bassdrum von Michael Thomas, tiefe Gitarrenriffs, eine kräftige Basslinie, zwei verhallte Stimmen - zum Teil ist noch eine ominöse dritte Gesangsspur im Spiel - wenn das alles aufeinandertrifft, ist nicht viel mehr als Klangbrei zu hören. Die eigentümliche Leadstimme von Matthew Tuck ist manchmal kaum zu erkennen - auch wenn das Publikum lautstark mitschreit. Die von Jamie Mathias, der im Frühling die Rolle von Jason James, damit das Bassspiel und die Scream-Vocals übernommen hat, ist hingegen gut ausgepegelt, und der Neue im Team "Bullet" kann überzeugen. Dieser Klangbrei immer dann, wenn die Waliser volles Brett spielen, macht einige Songs schwer identifizierbar - "Army Of Noise" oder "This Is War" zum Beispiel - allerdings bietet bei letzterem der eingespielte Kinderchor Schützenhilfe.

Die "Bullets" lassen sich nach etwas über einer Stunde Konzert verhältnismäßig lange um eine Zugabe bitten, die dann aber mit Krachern wie "Waking The Demon" auch kommt. Zum Abschluss läuft Queen aus der Konserve, "We Are The Champions". Die Waliser verbeugen sich, Thomas haut seine Drumsticks ins Publikum, ein Kameramann filmt mit, und die Fans sind erfreut. Sich als walisische Metalcore-Band mit 17 Jahren Berufserfahrung zwischen AC/DC und Queen zu positionieren, ist trotzdem ein starkes Stück.

Franziska Schmieder

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