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Bühne kann Spaß machen: Das Dresdner Festival "Kids on stage" im Festspielhaus Hellerau war ein Erfolg

Bühne kann Spaß machen: Das Dresdner Festival "Kids on stage" im Festspielhaus Hellerau war ein Erfolg

Die Band kommt erst raus, wenn alle Kinder nach vorn kommen, tönt die Stimme eines Unsichtbaren über die Boxen. Da hatten sich diese schon längst gemeinsam mit Eltern, Freunden, Großeltern auf den ansteigenden Sitzplätzen niedergelassen, um das Ganze möglichst gut überschauen zu können.

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Katharina Wiedenhofer und Albi Gika tanzen in "miniMAX" auch für die Allerkleinsten.

Quelle: Klaus GIgga

Doch bei der ultimativen Aufforderung flitzen die Jüngeren wie auch einige Junggebliebene schnurstracks auf das freie Parkettfeld vor dem Podium der Band "Deine Freunde". Und schon bald herrscht allerbeste Stimmung im Großen Saal vom Festspielhaus Hellerau.

Sie haben es geschickt verstanden, diese erstmals bei "kids on stage" in Dresden gastierenden Musiker und Sänger aus Hamburg, das gemischte Publikum zu unterhalten, ohne es dabei zu unterfordern oder gar moralinsauer zu werden. Da staunt man schon, was sie in ihrer Rapper-Manier so alles in die Texte packen, speziell auch zum ganz normalen Familienalltag, und dümmer geworden ist davon wohl keiner. Zudem gibt es auch noch witzig gestaltete Filmideen frei von der sonst üblichen Reizüberflutung. Und dabei lassen die munteren "Knaben" wirklich nichts aus - sogar ein Plattler ist dabei zur Bergidyll-Filmkulisse. Und als es ans Gruseln geht, spurten die Kinder rasant wieder unter die Fittiche der Eltern.

"Heile Welt" heißt das aktuelle Album, und damit ist die Dreier- Band(e) nun auf Tour. Als neue Freunde werden die Musiker sicher auch bald wieder in Hellerau anlanden. Es ist schon erstaunlich, was sich im Fest-spielhaus so alles arrangieren lässt. Und auch im Freigelände gibt es di- verse Aktivitäten und Möglichkeiten. Beispielsweise haben sich Familien quasi im Klassenverband draußen auf der Wiese zum Picknick verabredet. Und ganz offensichtlich wissen die Besucher und Teilnehmer den komfortablen "Spielort" bestens zu nutzen. Betreut und begleitet von den Gastgebern vom Europäischen Zentrum der Künste Hellerau, was bei allem Gewusel zuweilen sicher auch eine Herausforderung ist.

Selbst die Allerkleinsten dürfen bei "kids on stage" mit dabei sein. Da kann es zwar schon mal vorkommen, dass diese bei "miniMAX" im Nancy Spero Saal zunächst etwas misstrauisch oder ängstlich reagieren, obwohl sich das Team zuvor auch schon in den Kindereinrichtungen vorgestellt hat. Doch die beiden Tänzer und der Musiker am Kontrabass verstehen es, auf liebenswerte Art die Aufmerksamkeit auch der Skeptiker zu wecken. Und nach der Aufführung sind sie alle beherzt und bewegt auf der Spielfläche zu Gange, bauen und springen, fühlen sich auf der Bühne deutlich wohl.

Dass dem Festival mit insgesamt knapp 2500 Besuchern trotz großer Fußballereignisse das Publikum nicht ausgegangen ist, scheint kaum verwunderlich. Weil es überhaupt keine Frage ist - wenn sich Kinder und Jugendliche auf die Bühne wagen, setzen auch die stolzen Eltern, Geschwister, Großeltern Prämissen. Und bei "Härtefällen" gibt es dann eben schon mal von der Bühne eine Information zum aktuellen Spielstand. Wie beispielsweise bei der Moderation zum Preisträgerkonzert des Jugend-Kompositionswettbewerbs "Verträumt und zugedeckt - Geschichten und Lieder aus der Nacht" im Großen Saal.

Was es bei diesem außergewöhnlichen Konzert mit dem wunderbaren MDR Kinderchor unter der sensiblen musikalischen Leitung von Ulrich Kai-ser an Kostbarkeiten zu entdecken gibt, erwärmt die Seele. Es sind Komposi- tionen von Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland, die zu eigenen und besonders auch zu Gedichten und Geschichten der Kinderlesebühne Dresden entstanden. Darunter in persischer Sprache das unglaublich intensive, fein gesponnene Traumlied "Roya" von Shadi Kassaee (geb. 1999) aus Hamburg. Welches derart nachklingt, dass man es immer wieder hören möchte. Überhaupt sind die Werke, darunter auch Arbeiten aus der Komponisten-klasse Dresden-Halle, von der Jury bestens ausgewählt worden. Und es beeindruckt ebenso die Qualität der Texte - zu jenen von Henriette Schwabe entstanden gleich mehrere Kompositionen. Deutlich überrascht hat auch der begabte japanische Junge Ryokan Ymakata (geb. 2003) aus Krefeld mit seinem Lied: "Ich weiß nicht, was meine Mama träumt".

Ein rundum bemerkenswerter, gelungener Jahrgang von "kids on stage", wo man erfährt, wie viel Spaß es Kindern und Jugendlichen und natürlich ebenso den "Gereifteren" machen kann, die Bühne gemeinsam zu erobern. Das hat sich bei "Generation May Be" zum Auftakt ebenso wie beim launigen "Sommernachtstraum" vom Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden gezeigt bis hin zu besagtem Abschlusskonzert. Schade nur, dass bei der Fülle und Vielfalt einfach nicht alles zu schaffen ist, denn ganz offenbar haben ebenso die Aufführungen vom Romain-Rolland-Gymnasium und vom Vitzthum Gymnasium Dresden, das beliebte Auftreten sächsischer Breakdancer bei ihrer nun ersten "Saxonz Break Championship 2014"oder der Performance-Wettbewerb "unart" mit Dresdner und Hamburger Beiträgen reichlich Zuspruch und Beifall gefunden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.07.2014

Gabriele Gorgas

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