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Budapester Musicalproduktion "Die Schöne und das Biest" kommt in die Dresdner Semperoper

Budapester Musicalproduktion "Die Schöne und das Biest" kommt in die Dresdner Semperoper

Zwei Oscars und fünf Grammys für die Musik, dazu eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester Film": Mit "Die Schöne und das Biest" schuf Disney Anfang der 1990er Jahre einen der größten Filmerfolge seiner Historie.

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Die Kostüme Erzsébet Túris sind bei dem in Alltagsgegenstände verzauberten Schloss-Personal und bei den Hauptakteuren herrliche Hingucker.

Quelle: Thommy Mardo/PR

Es dauerte nicht lange, bis die märchenhafte Geschichte um die schöne Belle und den verzauberten Prinzen in einer Musical-Version an den Broadway kam und von dort aus ein zweites Mal die Welt eroberte: Sagenhafte 5464 Mal wurde es am Broadway gespielt und feierte in 13 Ländern und 115 Städten Premiere!

Den Dresdnern wird die Magie einer der romantischsten Liebesgeschichten ab 12. Juli vom Budapester Operetten-Theater in einer BB-Promotions-Produktion in der Semperoper offeriert. Das Budapester Operettentheater, 1900 begründet, ist bis heute eine gute Adresse für die leichte Musiktheater-Muse. Nicht nur an der Donau, sondern in ganz Europa. Denn das Theater, dessen finanzielle Situation auch nicht rosig ist, tourt. Nicht zu einem Gastspiel hier und einem anderen da, wie es gelegentlich auch Dresdner Ensembles tun - es spielt lange Blöcke in großen Häusern der Metropolen Europas. Beispielsweise im Musical-Dome in Köln rund zwei Dutzend Aufführungen von "Die Schöne und das Biest", allesamt ausverkauft zu ziemlich stolzen Preisen, die in der Spitze an der Dreistelligkeit kratzen.

Jetzt kommt die Produktion mit Mann und Maus also in die Dresdner Semperoper, wo die Akustik gewiss besser ist als im Zelt am Rhein, wo die Verstärker-Anlage von der Decke zerrte und plärrte, Stimmen bisweilen grauslich verflachte und das fabelhafte Orchester in Ermangelung eines Grabens von rechts hinten und ohne Kontakt zur Bühne klingen ließ, wie aus der Konserve.

22 Orchester-Musikerinnen und -Musiker aus Budapest reisen für dieses Musical um die Welt. Das sind weit mehr, als der Broadway sich noch gönnt. Aber weit weniger, als einschlägige Häuser wie die Dresdner Staatsoperette oder die Leipziger Musikalische Komödie aufbieten können, die letzten verbliebenen Konkurrenz-Institute der Budapester in Deutschland. In der Bühnen-Adaption der Musical-Adaption des Disney-Erfolgsfilms ist die Szenerie kunterbunt. István Rózsas grelles Bühnenbild spielt scheinkubistisch mit sanfter Moderne - alles schön schief also. Die Kostüme Erzsébet Túris sind vor allem beim von der Kommode bis zum Leuchter, von der Teekanne bis zur Wanduhr in Alltagsgegenstände verzauberten Schloss-Personal herrliche Hingucker. Dass das Nebenpersonal mitunter allzu derb chargiert - geschenkt. Schließlich geht es hier um große Zeichentrick-Posen.

Komplizierter wird die Sache mit den vielen Dialogen. In Köln hörte man den Ungarn an, dass sie bis zum Abwinken Deutsch gebüffelt haben. Der durchaus charmante magyarische Einheits-Akzent dieser in Frankreich spielenden Märchen-Adaption war doch gewöhnungsbedürftig und schmälerte die Begeisterung am ersten Akt. Im zweiten allerdings kam immer mehr Tempo in die ganze Angelegenheit. Die Verwandlungen auf offener Bühne waren nicht nur bei den zahlreichen Kindern im 1700 Plätze fassenden Kölner Musical-Dome gut für offene Münder. Und wenn am Schluss die Schöne und das in den Prinzen zurückverwandelte Ex-Scheusal einander finden, greift das Publikum reflexsicher zum Taschentuch.

Nachdem dann in Dresden die Tränen getrocknet sind, können sich u.a. im November die Fans in der Stadthalle Wien, über den Jahreswechsel in Frankfurts Alter Oper und im Januar im Festspielhaus Baden-Baden dem Spektakel hingeben.

Disneys "Die Schöne und das Biest", 12. bis 28. Juli in der Semperoper. Karten (ca. 25 - ca. 100 Euro) unter Tel. 01805 218150 (14 ct./min. aus dem dt. Festetz, mobil max 42 ct./min).

Die ursprünglich für den 29. Juli noch vorgesehene Vorstellung entfällt aus produktionstechnischen Gründen. Bereits erworbene Tickets können in der Vorverkaufsstelle, in der sie erworben wurden, zurückgegeben werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2012

Peter Korfmacher/DNN

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