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Brühlsche Terrasse als Künstlermeile - Für Dresden wäre es ein Gewinn

Brühlsche Terrasse als Künstlermeile - Für Dresden wäre es ein Gewinn

Künstler sollen ab Mai an den Wochenenden die Brühlsche Terrasse bevölkern und so den "Balkon Europas" noch mehr zum touristischen Anziehungspunkt machen.

Von Catrin Steinbach

Das ist die Idee von Henri Bibow. Der Diplomkulturwissenschaftler leitet die Torgauer Veranstaltungsagentur "bibow communications" und ist in Dresden kein Unbekannter. Von 2009 bis 2011 hatte seine Agentur den Hut für den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt im Stallhof auf. Ende Juni/Anfang Juli veranstaltet er dort nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Weinbauverband Sachsen das erste Sächsische Weinfest.

Doch zuvor startet mit einer Auftaktveranstaltung vom 28. April bis 1. Mai im Stallhof das Kunstmarkt-Projekt. "20 Künstler haben für dieses Wochenende bereits zugesagt. Darunter sind zum Beispiel aus Dresden die Grafik-Designerin Christine Grochau und der Maler René Weigel", so Bibow. Des Weiteren seien Schmuck- und Textildesigner und eine Porzellanmalerin dabei. Zudem warten gastronomische Angebote auf die Besucher und es gibt ein musikalisches Rahmenprogramm unter anderem mit einem Konzert der Gruppe "Stilbruch" am 30. April ab 19 Uhr. Ab dem 5./6. Mai bekommen dann Künstler jedes Wochenende Gelegenheit, sich auf der Brühlschen Terrasse zu präsentieren, Werke zu verkaufen und Interessenten zu sich ins Atelier einzuladen. "Wir haben dafür extra hochwertige regendichte Stände angeschafft", sagt Bibow. "Wir bauen die Stände auf und stellen sie den Künstlern zur Verfügung." Diese kostet das für den Auftaktmarkt im Stallhof insgesamt 120 Euro und ansonsten für ein Wochenende auf der Brühlschen Terrasse 70 Euro. Bibow hofft, dass sein Experiment gelingt und mit der Zeit 30 bis 40 Künstler jedes Wochenende in der warmen Jahreszeit bei schönem Wetter auf der Brühlschen Terrasse vertreten sind. Bibow, der einen Vertrag mit den Schlössern, Burgen und Gärten geschlossen hat, will ausschließlich Künstler zulassen, "die unverwechselbare originale Unikate oder handsignierte Serien anbieten, die in einem kreativen Schaffensprozess entstanden sind. Zugekauftes und Industriewaren wird es nicht geben." Für Verkäufer von Laubsägearbeiten, Horoskopblättern, Keramik usw. ist die Terrasse damit tabu.

Auftaktmarkt im Stallhof 28.4.-1.5. tägl. 11-19 Uhr; aufgrund des Stilbruch-Konzerts ist der Stallhof am 30. April bis 22 Uhr geöffnet; Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro;

Künstlermarkt auf der Brühlschen Terrasse ab 5. Mai jeden Sa./So 11-17 Uhr; kein Eintritt

Für Dresden wäre es ein Gewinn

In Berlin gibt es schon seit Jahren einen Künstlermarkt, in Prag ist die Karlsbrücke ohne Porträtzeichner und andere Straßenkünstler undenkbar, in Paris wäre der Montmartre-Spaziergang ohne die vielen Maler auf und um den Place du Tertre nur halb so schön. Dresden ist eine Kunst- und Kulturstadt, an Künstlern mangelt es hier nicht. Und ich frage mich, wieso es eigentlich eine solche Künstlermeile, wie sie jetzt auf der Brühlschen Terrasse entstehen soll, nicht schon längst gibt. Gewiss, die Stadt verfügt über viele Museen, es gibt jede Menge Galerien. Zudem wurde gerade erst im Januar zusammen mit der Messe room+style nach zehn Jahren Pause wieder eine Künstlermesse durchgeführt. Und etablierte Künstler werden für sich auf der Brühlschen Terrasse kein Podium sehen. Wer kauft schon auch mal eben so im Vorbeigehen und mitten im Touristengewühl ein Bild für tausende Euro. Bibow ist sich seines Erfolges nicht sicher. Er wisse nicht, ob es in Dresden überhaupt genug Künstler gibt, die eine solche Verkaufsplattform wollen. Dass er trotzdem den Versuch wagt, ist aller Ehren wert. Für Dresden wäre eine Künstlermeile ein Gewinn, denn sie trägt zu dem bei, was manche Städte haben und andere nicht: Flair.

c.steinbach@dnn.de

Von Catrin Steinbach

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2012

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