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Breakdance-Crew The Saxonz erhält Stiftungs-Preis

Sächsisch, sauber, preisgekrönt Breakdance-Crew The Saxonz erhält Stiftungs-Preis

Der Lautenist Stefan Maass, der Komponist Christian Münch und der Orgelbauer Kristian Wegscheider waren die ersten Preisträger des im Jahr 2000 durch die drei Jahre zuvor gegründete Hanna Johannes Arras Stiftung bislang jährlich vergebenen Preise.Dieses Mal ging er an die Breakdance-Crew The Saxonz.


Quelle: Carola Fritzsche

Dresden. Der Lautenist Stefan Maass, der Komponist Christian Münch und der Orgelbauer Kristian Wegscheider waren die ersten Preisträger des im Jahr 2000 durch die drei Jahre zuvor gegründete Hanna Johannes Arras Stiftung bislang jährlich vergebenen Preise.

Die durch Dr. Gerth Arras gegründete Einrichtung soll einerseits den Dank an seine Heimatstadt Dresden zum Ausdruck bringen, andererseits an seine Eltern, Hanna und Johannes Arras, die hier ihren Wirkungskreis hatten, erinnern.

Der Preis versteht sich als Förderpreis, der vornehmlich an junge Künstlerinnen und Künstler aus allen Bereichen vergeben wird.

Nach Ehrungen für die Choreografin Avatâra Ayuso im Jahr 2010, für die Tänzerin und Choreografin Cindy Hammer 2013 ging der Preis in diesem Jahr wieder an Tänzer, diesmal an die Breakdance-Crew The Saxonz und wurde im großen Saal des Festspielhauses des Europäischen Zentrums der Künste in Hellerau verliehen.

Nach einer Begrüßung durch den Intendanten Dieter Jaenicke, der gemeinsam mit Susanne Dagen, Manfred Wiemer und Torsten Tannenberg zum Stiftungsrat und den Juroren gehört, verwies er darauf, wie lange es gedauert hat, bis dieses Genre, für das die elf Mitglieder der Crew stehen, künstlerische Anerkennung erlangte.

Wie sie das verstehen, zeigten fünf schwarz gekleidete Mitglieder der Company in einem für sie inzwischen typischen Beitrag, bei dem die akrobatischen Elemente des Breakdance mit denen der Pantomime, des Tanztheaters und mitunter sogar des Balletts verbunden werden.

In seiner anschließenden Laudatio zeichnete zunächst der Chemnitzer Chef der Firma Wegvisor Titus Lindl, mit der er gut 80 mittelständische Unternehmen der Region Chemnitz unterstützt, der aber vor allem seit Beginn seines Studiums in Chemnitz im Jahr 2000 begeisterter Breakdancer ist und zu den Mitbegründern der erfolgreichen Gruppe Die Söhne des Kreises gehörte, die Erfolgsgeschichte der diesjährigen Preisträger nach.

Für ihn wurden aus den Vertretern der Breakdance-Hochburgen Sachsens, Chemnitz, Dresden und Leipzig, mit dem Zusammenschluss zu The Saxonz beste Freunde. Man orientierte sich von Beginn an immer an den Besten, etwa an der erfolgreichen Berliner Gruppe The Flying Steps, und sagte sich, „wenn die das können, dann können wir das auch.“

So gelang es in Sachsen, aus vielen Gruppen eine werden zu lassen, der es, so der Laudator, immer wieder für Momente bei ihren halsbrecherischen Elementen der Powermoves gelingt, „die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft zu setzen“.

Nach seiner Einschätzung verlief diese Entwicklung für The Saxonz richtig, hat die Mitglieder tüchtig gemacht und stark.

Manchmal waren die Entscheidungen für die Einzelnen hart, Mathe oder Breakdance, man konnte gemeinsam den Ausgleich schaffen. Manche der heutigen Mitglieder kamen mit fünf Jahren in eine der Gruppen, es ging und geht auch darum, immer wieder körperliche und intellektuelle Sprungkraft miteinander zu verbinden. Manche, so Lindl, haben sich in das Team gekämpft, „Neugier und Demut“ galt es in Einklang zu bringen, nicht nur „Tänzer und Künstler“ sollen sie sein, diese ausgezeichneten Breakdancer, auch ihr Engagement für soziale Projekte ist gefordert, das private Leben gehört dazu, sie sind Väter, Lebenspartner, Unternehmer, Studierende.

Ihre Disziplin ist für Titus Lindl die Erfolgsgarantie, Konkurrenzen ja, aber positive.

Für den Laudator, der natürlich auch auf die Reihe der nationalen und internationalen Erfolge der von ihm offensichtlich stark geprägten Gruppe verweist, ist dieser aktuelle Anlass natürlich ein Grund für „drei große Gefühle: Dankbarkeit, Respekt und Freude“.

Und, das muss er sagen, es geht weiter, „alles ist erst der Anfang“, und jetzt alle, aufstehen, „Saxonz Schlachtruf“: drei mal Klatschen, Arme hoch, Hu...Rahhhhh. Na ja.

Mit freundlichen Worten erfolgt die Preisübergabe, Urkunde und Scheck in Höhe von 5000 Euro, durch Stefan Arras, für ihn ist von Bedeutung, wie es diese Kunst von der Straße ins Theater geschafft hat, und das im „tollen Dresden“. Ein Werbefilm für The Saxonz von Sebastian Linda, unterstützt von der Aktion „So geht Sächsisch“, zeigt – sicher in Ermangelung sächsischer Gegenden, die mit den Straßen der Bronx vergleichbar wären – die Breakdancer an Sachsens schönsten Orten, auf den Gipfeln touristischer Attraktionen, im Kornfeld oder im Gebirge, natürlich im romantisch gefärbten Caspar-David-Friedrich-Licht. Da ist der Weg nicht weit zum Beitrag, mit dem sich die Tänzer für den Preis bedanken, ganz in Weiß, mit unterschiedlich großen und verschieden platzierten Silberflecken, jetzt Tanztheater, rasant und unterhaltsam, die schöne Show mit Master in der Mitte. Oder doch eine herrliche Portion Ironie? Man möchte es den Ausgezeichneten von Herzen wünschen.

Von Boris Gruhl

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