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Brachialromantik: Futurum oder "Gefühl ist alles"

Brachialromantik: Futurum oder "Gefühl ist alles"

Man nehme: Eine Extraportion Selbstbewusstsein, reichlich Bilderliebe (zu Caspar David Friedrich etwa), ordentlich Musikhäppchen (von Robert Schumann) und ausreichend Text (zum Beispiel von Heinrich Heine), mixe das alles mit Computeranimationen, filtere jegliche Scheu vor Kitsch heraus - und fertig ist "Futurum", das neue Projekt vom Dresdner Barden Sebastian Lohse.

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Caspar David Friedrich trifft auf Computerspielromantik: Auf das Cover der neuen Aufnahme greift die Intention Lohses auf.

Quelle: PR

Er hat bisher als moderner Romantiker im Liedgesang von sich reden gemacht, nun aber verknüpft er verinnerlichte Lyrismen mit aufgesetztem Modernismus. Das Resultat ist eine Form von exzentrischer Brachialromantik. "Gefühl ist alles" heißt sein Projekt, das in "Traum", "Rhein", "Liedchen" und "Zwielicht" unterteilt ist. Die Uraufführung gibt es am 13. September in der Messe Dresden. Sie ist Bestandteil von "Ostrale-Extra" und verspricht eine Multi-Media-Reise durch die Zeiten und Genres.

Dazu gehören martialische Auftritte eines wie aus der Zeit gefallenen Helden inmitten von bekannten Friedrich-Gemälden, die mittels digitaler Computertechnik und Animationen des Japaners Ciro Ayala so weit verfremdet worden sind, dass ihre wehende Mysthik eine moderne Interpretation erfährt. Das passt natürlich bestens zu 2014, dem Jahr der Romantik, und wird sogar von Stadtmarketing heftig beworben. Nicht zuletzt ist es ein Brückenschlag zum 240. Geburtstag des Malers aus Greifswald, dem der 1978 in Wolgast geborene Sänger ideell verbunden scheint.

Sebastian Lohse, der aus mehreren eigenen Formationen und nicht zuletzt von seinem Mitwirken in der "Letzten Instanz" bekannt ist, gibt im neuesten Projekt "Futurum" den Reisenden durch diese Zeit- und Gattungsebenen. Zur Binnensicht des Romantikers gehört eben auch der offene Blick auf die Außenwelt, die zerstörende, geschundene, bewahrenswerte? Hierzu werden Friedrichs stille Ansichten mit bedrohlichen Cyberwelten konfrontiert. Gemeinsam mit Stephan Salewski (Schlagzeug), Christian Keymer (Keyboards), Johannes Hautop (Gitarre) und Florian Salewski (Bass) zelebriert Lohse Neoromantik pur, singt Ausschnitte aus Schumanns "Dichterliebe" op. 48 zu Heine-Texten und dem "Liederkreis" op. 39 nach Vorlagen Joseph von Eichendorffs. Damit ist eine aufwändige Bühnenshow versprochen, die herkömmliche Romantik-Vorstellungen in ganz neuem Licht und Klang erscheinen lassen.

"Futurum", am Sonnabend, 20.30 Uhr, Messe Dresden; www.futurum-music.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2014

Michael Ernst

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