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Bob Dylan zu Gast in der Jungen Garde Dresden: die Ruhe des großen alten Mannes

Bob Dylan zu Gast in der Jungen Garde Dresden: die Ruhe des großen alten Mannes

Völlig unspektakulär steht er plötzlich auf der Bühne: Schwarze Hose mit rotem Streifen, schwarzes Sakko und ein beiger Hut, dessen Krempe das Gesicht fast verdeckt.

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Rund 5000 Fans wollten Bob Dylan in Dresden sehen.

Quelle: Stephan Lohse

So betritt Bob Dylan, einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts, die Bühne der Jungen Garde in Dresden. So schnörkellos, wie er ankommt, so spielt er auch.

„Leopard-Skin Pill-Box Hat“ aus den 60ern, „Watching The River Flow” aus den 70ern, “Under The Red Sky“ (1990) und „Things Have Changed”, mit dem er 2001 sogar einen Oscar gewann. Ohne ein zusätzliches Wort zu sprechen, führt Dylan die Dresdner in den erst vier Liedern einmal quer durch sein Schaffen.

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Keine Fotos erlaubt: Deswegen können auch wir Ihnen leider keine Bilder vom Konzert zeigen.

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Und die Dresdner sind reichlich gekommen. Mit rund 5000 Besuchern ist die Garde trotz Ticketpreisen von mehr als 60 Euro rappelvoll. Vor der Bühne und in den Aufgängen drängen sich die Menschen, andere sitzen entspannt und knabbern Geleebananen während der Lieder. Aus halb Europa sind Fans gekommen. Norweger, Italiener, Polen und Österreicher stehen neben Besuchern aus Dresden, Bautzen und Pirna. Die Alten sind dabei klar in der Überzahl. Fans unter 30 sind an diesem Abend eher selten zu finden und sind oft mit ihren Eltern da, um den großen Helden aus deren musikalischer Jugend zu erleben.

Sie sehen einen Mann, der auch mit 71 Jahren nichts von seiner Präsenz auf der Bühne verloren hat. Anbiederungen beim Publikum sind unnötig. Im Laufe des Abends richtet er kein Wort direkt an seine Zuhörer. Bleibt strikt an Mikrofon, Mundharmonika oder dem schwarzen Flügel, an dem er einen Großteil seiner Songs spielt. Dass er während eines Liedes seine hervorragend aufgelegte Band vorstellt, bleibt das einzige, was er außerhalb der kratzig und teils vernuschelt vorgetragenen Songtexte zu sagen hat.

Doch sein Publikum nimmt ihm das nicht übel. Sie stören sich nicht mal am strikten Fotoverbot, das der Künstler verhängt hat. Zwar knipsen viele trotzdem, doch wer erwischt wird, wird von den Sicherheitskräften nach draußen begleitet.

Mit Liedern wie „Visions Of Johanna“ oder „Highway 61 Revisited” taucht er immer wieder in die 60er Jahre ein. Und grad bei den älteren Liedern hat so mancher Fan ein Leuchten in den Augen und erinnert sich an vergangene Tage. Wunderkerzen gehen nach oben, erwachsene Menschen fallen in ihre Jugend zurück.

Zum Ende der gut 90 Minuten kommen dann die ganz großen Hits. Für "Like A Rolling Stone" bekommt er gefühlt minutenlang Applaus, bevor er mit „All Along The Watchtower“ die Bühne verlässt. Doch Bob Dylan kehrt noch einmal zurück. Mit einem musikalisch kaum mehr erkennbaren „Blowin' In The Wind“ verabschiedet er die Dresdner in den hereinbrechenden Abend. Sie gehen mit einem Lächeln auf den Lippen.

Hinweis: Aufgrund des verhängten Fotoverbotes während des Konzertes ist es auch uns nicht möglich, Ihnen Bilder aus der Jungen Garde anzubieten.

Stephan Lohse / Georg Wehse

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