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Blicke nach draußen: Dresdens Kunstpreis geht an die Compagnie Freaks und Fremde

Blicke nach draußen: Dresdens Kunstpreis geht an die Compagnie Freaks und Fremde

Die Figur mit dem Fischkopf war natürlich wieder der Hingucker. Mr Fish, sozusagen das Maskottchen der Dresdner Theatercompagnie Freaks und Fremde, zog die Blicke auf sich.

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Porträt der Künstler mit Fisch-Figur: die Preisträger Susanne Köhler, Heiki Ikkola, Birgit Schuh, Susanne Hampe und Christoph Rodde (v.l.).

Quelle: Dietrich Flechtner

In seinem Aufmerksamkeitsschatten fühlten sich die beiden Köpfe der Compagnie, Susanne Köhler und Heiki Ikkola, gestern sichtlich wohl. Kein Wunder, waren sie doch aus bestem Grund ins Rathaus gebeten worden, wo Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) einen jährlich wiederkehrenden, mit ausnehmend guter Resonanz versehenen Termin wahrnahm: die Verkündung der Kunst- und Förderpreisträger der Stadt.

2015 nun also Köhler und Ikkola alias Freaks und Fremde. Sie erhalten den mit 5000 Euro dotierten Kunstpreis. Der ebenso hoch bedachte Förderpreis geht in diesem Jahr an die Künstlergruppe Haifische Dresden Süd-West um Gründerin Birgit Schuh, die von ihren Mitstreitern Susanne Hampe und Christoph Rodde begleitet wurde. Eine zwölfköpfige Jury inklusive Lunau hatte aus neun Vorschlägen für den Kunstpreis und sieben für den Förderpreis die diesjährigen Sieger gekürt.

Freaks und Fremde stehen in Dresdens freier Theaterszene für ein extrem reiches, oft surreal anmutendes Kreativpotenzial. Das haben sie erst kürzlich wieder mit ihrem Programm "Songs for Bulgakow" unter Beweis gestellt (DNN berichteten). Lunau lobte die "politische Akzentuierung ohne moralischen Zeigefinger, aber mit Skurrilität" der Inszenierungen, bezeichnete "Spielfreude, Sinnlichkeit und philosophische Tiefe" als charakteristisch für die Compagnie. Auch die Tatsache, dass Freaks und Fremde national und international viel unterwegs seien und dort die Stadt repräsentierten, habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.

Ikkola ließ augenzwinkernd wissen, es wäre ihm ganz lieb, wenn der Preis "nicht als Abschluss eines Lebenswerks" vergeben würde. Er sprach von weiteren internationalen Koproduktionen, die geplant seien. "Wir sind aber sehr verwurzelt in Dresden", fügte er hinzu. Dafür stehe unter anderem die derzeitige dreijährige Residenz am Societaetstheater. Köhler freute sich vor allem für ihren Mitstreiter, mit dem sie zusammen seit 2006 dem Projekt Freaks und Fremde vorsteht. "Heiki hat über die Jahre viel vorangetrieben. Es ist gut zu sehen, dass das honoriert wird", sagte sie.

Das Trio der Förderpreisträger zeigte sich ähnlich erfreut und überrascht vom Jury-Entscheid. "Wir freuen uns, dass die Stadt offenbar will, dass wir diesen Raum bespielen, ihn auch stören", sagte Schuh mit Blick auf den bevorzugen Tummelplatz der Haifische in Plauen, rund um die Bienertmühle und die Weißeritz, wo Schuh unter anderem mit der permanenten Installation "Schokofluss" Aufmerksamkeit erregte. Noch bis zum Sonntag ist die jüngste Arbeit "Felsverlauf" von Schuh, Hampe und Rodde als Videoinstallation in der Ausstellung "Kirunatopia" im Kunsthaus zu sehen.

Auch für sie sei es wichtig, Künstler von anderswo nach Dresden zu lotsen und sie einen Blick auf die Stadt werfen zu lassen, sagte Schuh. Außerdem betonte sie die Vergänglichkeit vieler Arbeiten. Es sei "kein denkmalartiger Umgang von Kunst im öffentlichen Raum", den sie verfolge, "mehr ein Besuch". Noch in diesem Jahr sollen wieder größere Projekte mit Gästen umgesetzt werden. "Wir sind in der Antragsphase, das Preisgeld ist unser Startkapital."

Ein Termin für die offizielle Preisverleihung, bei der auch eine Bronzeplastik in Form eines geteilten Apfels als Preis übergeben wird, steht wegen des dichten Tourneekalenders von Freaks und Fremde noch nicht fest. Auch der Ort ist offen. Vielleicht ja im Stadtbad, hieß es mit Blick auf so viel Fisch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.03.2015

Torsten Klaus

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