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Blaue Fabrik am Abgrund: Eigentümer verbieten Kulturstätte in der Äußeren Neustadt die Veranstaltungen

Blaue Fabrik am Abgrund: Eigentümer verbieten Kulturstätte in der Äußeren Neustadt die Veranstaltungen

Swing und Charleston sollten am Sonnabend, wie in den DNN angekündigt, die Gäste in der Blauen Fabrik an der Prießnitzstraße in die Zwanziger Jahre zurückversetzen.

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Der Geschäftsführer der Blauen Fabrik Holger Knaak mit einem Veranstaltungsplakat. Ob auch in Zukunft Konzerte und Ausstellungen in dem Haus an der Prießnitzstraße stattfinden können, steht derzeit in den Sternen.

Quelle: Christian Juppe

Die Swingparty musste nun in das "Schwarze Schaf" an der Louisenstraße 44 verlegt werden und beginnt erst um 21.30 Uhr. Der Grund: Die Eigentümergemeinschaft als Vermieter des Gebäudes, in dem sich der Verein Kulturprojekt Blaue Fabrik e.V. befindet, will keine großen Veranstaltungen mehr zulassen.

Die 18 Inhaberparteien haben alles Recht so vorzugehen, denn die Blaue Fabrik hat keine Zulassung als öffentlicher Veranstaltungsort. Der Widerspruch ergibt sich allerdings daraus, dass die Eigentümergemeinschaft vor drei Jahren ursprünglich gegründet wurde, um die kulturelle Vielfalt in dem Gebäudekomplex zu bewahren.

In der Wendezeit siedelten sich Künstler mit Einverständnis des Alteigentümers in der alten Schokoladenfabrik und späteren Wäscherei an und etablierten einen Produktions- und Aufführungsort für zeitgenössische Kunst. Dafür konnte nie eine Zulassung beantragt werden, weil der Ort die dafür notwendigen baulichen Vorschriften, wie Fluchtwege, Brand- und Schallschutz nicht erfüllt. Nach DNN-Informationen, dürften eigentlich nur zwölf Personen an einer Veranstaltung teilnehmen.

"Die Blaue Fabrik existiert seit 1996 und bisher konnten wir uns mit der Stadt, die uns und unser Anliegen über die Jahre immer unterstützt hat, zu jedem Sachverhalt einigen. Die fehlende Anmeldung als Kulturort wurde toleriert", sagt der Geschäftsführer des Kulturvereins Holger Knaak. Auch der vorherige Eigentümer, dessen Erben den Gebäudekomplex 2010 an die Eigentümergemeinschaft veräußerten, habe nie die Existenz des Vereins und das vereinzelte Stattfinden größerer Veranstaltungen in Frage gestellt, so Knaak.

Als das Grundstück vor drei Jahren zum Verkauf stand, initiierten der Kulturverein und einige Anwohner die Bildung einer Bietergemeinschaft, die die Blaue Fabrik als Wohn- Kultur- und Arbeitsort erhalten wollten. Die Stadt unterstützte diese Bemühungen, in dem sie die Baugenehmigung für drei Gartenhäuser im eigentlich nicht für Bebauung vorgesehenen Areal an der Prießnitz erteilte.

Nun sorge die Frage, wie man mit dem Verein umgeht und wer wie viel Geld in die Hand nimmt, um die Blaue Fabrik veranstaltungstauglich zu machen, unter den Eigentümern für Konflikte, zumal es sich um eine sehr heterogene Gruppe handle, so Knaak.

"Wir versuchen seit Jahren, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln und haben mehrfach signalisiert, dass wir bereit wären, einen Großteil der Kosten für die Planung und den Umbau mitzutragen. Es gibt darüber hinaus viele Möglichkeiten, Fördermittel zu beantragen. Ganz ohne Geld von den Eigentümern wird das allerdings nicht funktionieren", sagt Knaak. Wie der Geschäftsführer erläutert, könnte man mit diesen Mitteln zuerst ein sogenanntes "Konzept zur Herstellung der baulichen Mindestvoraussetzungen" erstellen und von der Stadt genehmigen lassen. Dann hätte man über Jahre Zeit, die Anforderungen umzusetzen.

Sollte sich nicht schnell eine Lösung finden, könnte die Neustadt eine ihrer wichtigsten Kulturstätten verlieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2013

Hauke Heuer

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