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Bilder von Dieter Kecke sind in einer Ausstellung in Freital zu sehen

Voller Imagination Bilder von Dieter Kecke sind in einer Ausstellung in Freital zu sehen

Bilder voller Imagination stellt der aus Hartha bei Tharandt stammende Maler Dieter Kecke (geb. 1939) in den Fluren und Gängen sowie Wartebereichen des Freitaler Helios-Klinikums aus. Es handelt sich um eine vielstimmige Malerei, in der Wirklichkeit und Fantasie eigenwillig zusammenfließen. Zu sehen bis Ende Mai.

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Dieter Kecke. Ruinenbild Dresdner Schloss. Aquarell. 2010.

Quelle: Claußnitzer

Freital. Bilder voller Imagination stellt der aus Hartha bei Tharandt stammende Maler Dieter Kecke (geb. 1939) gegenwärtig in den Fluren und Gängen sowie Wartebereichen des Freitaler Helios-Klinikums aus. Es handelt sich um eine vielstimmige Malerei, in der Wirklichkeit und Fantasie eigenwillig zusammenfließen. In einer Reihe früherer Ausstellungen war das furiose Farbenspiel in Keckes Landschaften zu bewundern. Nicht die reinen, sondern die gebrochenen und düsteren Töne waren da wohl vorherrschend. Manches nur schemenhaft angedeutet, haftete solchen Bildern wohl immer auch etwas Außerzeitliches an. Wenn man jetzt auf diese Bildwelten schaut, so muss man vielleicht feststellen, dass die Malweise des Künstlers noch radikaler geworden ist, insgesamt noch dynamischer und manchmal freilich auch etwas ruppig in der farbigen Lautstärke und der Krassheit der Linienführung.

Es ist das Ungewohnte und sicher das Unerwartete, das Dieter Keckes Malerei in die Nähe eines Ludwig Meidner führt, dessen malerisches Werk ihm vielleicht nicht unbekannt sein dürfte. Man erinnert sich gewiss an Meidners apokalyptische Landschaften, noch vor dem ersten Weltkrieg entstanden, das Entsetzen einer drohenden Katastrohe.

Apokalyptisch sind ohne Zweifel die Trümmerlandschaften Keckes des zerbombten Stadtbildes von Dresden. Die „gemordete Stadt“ hatte bekanntlich Wilhelm Rudolph mit Rohrfeder und Tusche festgehalten unmittelbar nach der Zerstörung 1945. Das ganze Ausmaß der Vernichtung konnte der sehr viel jüngere Dieter Kecke gar nicht erfassen. Angesichts der rudimentären Trümmer vom Dresdner Schloss zeichnete er jedoch gleichsam mythische Erinnerungsmale anhand der verbliebenen Sedimente. Etwas Metaphysisches haftet dennoch diesen Aquarellen und Malereien an, in einer doch immerhin ergreifenden Aussagekraft.

Hier, in diesen Landschaftbildern, die in der Ausstellung in Freital zu sehen sind, realisiert sich der Maler Dieter Kecke einen Traum von Kunst. Es sind immer wieder die Farben, die er zu beherrschen sucht. Die „feurige Farbigkeit“ so mancher Bilder spricht wohl für das innere Aufgewühltsein des Malers, sein heftiges Temperament. Bedrängende Farberlebnisse, so niedergeworfen auf die Bildfläche, dass man die explosive Bewegung seines Pinsels und seines Spachtels förmlich vor Augen hat. Nicht Details sind ihm wichtig, sondern vielmehr die virtuose Form und die heftigen Kontraste im virtuosen Umriss. Es handelt sich um Wahrnehmungsbilder voller Dynamik, die eine innere Verwandtschaft des Künstlers mit dem deutschen Expressionismus erkennen lassen. Ganz gleich, ob es sich um Landschaften aus dem Erzgebirge, das ihn geprägt hat, oder um solche, die er auf Reisen durch Marokko, Griechenland, Italien gesehen hat, wo er u.a. Olivenhaine, Zypressen oder eine Steilküste malte, provokativ ist stets das Spiel der Farben: erdige Töne vielfach, manchmal mit Ziegelrot wie entflammt aufleuchtend, sodann Braun über der gebrannten Siena bis hin zum Ockerton.

Das alte perspektivische Daseinsbild wird man bei Kecke vergeblich suchen. Von starren akademischen Zwängen hat er sich längst verabschiedet. Und dann werden Linien, Flächen neben der Farbe zu reinen Gestaltungsmitteln. Insbesondere bei Zeichnungen oder auch Malereien, die Kecke, wie er sagt, nach der Lektüre von Dantes „Göttlicher Komödie“ geschaffen hat. Eine sehr persönliche Deutung Dantes. Kompositionen mit Figuren in einem energetischen Zentrum gleichsam. Die Totalität der Bewegung. Vieles bleibt undeutlich und ist womöglich auch nicht deutbar. Die Spontanität und das Skizzenhafte erwachsen aus dem Wissen, dass ohnehin die Realität nur fragmentarisch erfasst werden kann. Zeichenstrukturen, die wohl Ausdruck und Ausgangspunkt einer sich aus dem Traditionalismus lösenden Kunst sind.

Ausstellung „Dieter Kecke. Faszination Malerei“ im Helios-Klinikum Freital. Bis Ende Mai 2016

Von Gert Claußnitzer

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