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Bigband-Begegnung ohne Verlierer: Der Škoda-Jazzpreis in der Dresdner Musikhochschule

Bigband-Begegnung ohne Verlierer: Der Škoda-Jazzpreis in der Dresdner Musikhochschule

Ungewöhnlicher Trubel herrschte am Wochenende im Neubau der Dresdner Musikhochschule Carl Maria von Weber (HfM). Als HfM-Rektor Ekkehard Klemm dort am Freitagmorgen die diesjährige Bundesbegegnung "Jugend jazzt" offiziell für eröffnet erklärte, erfüllte knisternde Aufregung den Saal.

Erstmals wurde der vom Deutschen Musikrat initiierte Škoda-Jazzpreis an diesem Wochenende in Dresden ausgetragen. Und die elf begabtesten deutschen Nachwuchsbigbands - sie alle waren 2011 bei den jeweiligen Landesausscheiden erfolgreich - trafen so 2012 just an jener Stelle zusammen, an der seit genau 50 Jahren das Herz der Dresdner Jazzausbildung schlägt.

Die Dresden Bigband unter der Leitung von Michael Winkler hatte dank Heimvorteil denn auch vor allen anderen die Ehre, die Wertungsspiele zu eröffnen - und mit groovigem Swing auf zweieinhalb Tage geballte Jazzfreude in der HfM einzustimmen. Halbstündig wanderten Jury und Publikum anschließend zwischen dem großen und kleinen Saal in der Hochschule hin und her, wo sich die Bigbands bei ihren 20-minütigen Auftritten abwechselnd die Klinke in die Hand gaben.

Der Wettbewerb wurde so schon allein deshalb zur Begegnung - schließlich ist laut Musikrat nicht Konkurrenz, sondern vielmehr Austausch das erklärte Ziel der Veranstaltung -, weil die Bands sich auch gegenseitig zuhörten. Im Sinne der Musik scheuten die jungen Leute etwa im übervollen kleinen Saal dabei selbst einen Platz auf dem Fußboden nicht. "Die Mischung aus Wertungsspiel, Zusammentreffen und Bandausflug macht diese Veranstaltung so interessant. Das stärkt auch den Zusammenhalt in der Band", erzählte etwa Sven Friebe (17), der in der Bigband des Gymnasiums Berenbostel aus Niedersachsen Posaune spielt.

Eine Stunde später hatte diese dann unter der Leitung von Bodo Schmidt ebenfalls ihren Auftritt. Mit spürbarer Spielfreude, klassischem Jazz und der rauchigen Stimme von Sängerin Isabelle Nagel zogen die Berenbosteler das Publikum sofort in ihren Bann. Doch auch insgesamt war das Feld der Teilnehmer stark. Ob mit Heavy-Metal-Arrangements, wie die Rheinland-Pfälzer, oder mit einem Blues-Mix aus den Titelmusiken des Schwarzen Kanals, wie ihn die Dresdner passend am 9. November präsentierten, fand nahezu jede Bigband ihren Weg, um die Freude an der Musik in den beiden Sälen spürbar werden zu lassen. Und dennoch ahnte man schon nach dem ersten Durchgang am Freitag, wen die Jury wohl in das Preisträgerkonzert wählen müsste.

In diesem standen gestern schließlich die Dresden Bigband, die Bigband "Null 7 4 6 Eins" der Musikschule Tuttlingen aus Baden-Württemberg und die niedersächsische Bigband des Gym- nasiums Berenbostel wieder auf der Bühne. Alle drei gewannen jeweils einen gleichberechtigten Škoda-Jazzpreis in Form von Workshops und Konzerten mit Jazzmusikern wie Sänger Tom Gaebel (für Dresden), Trompeter Till Brönner (für Niedersachsen) und Posaunist Jiggs Whigham (für Baden-Württemberg). Ganz ohne Faschingsnarreteien kam das abschließende Konzert am 11.11. um 11 Uhr jedoch nicht aus. So erschien die Band aus Nordrhein-Westfahlen in dezen- ten Verkleidungen und begrüßte den HfM-Rektor Ekkehard Klemm mit einem Faschingslied von der Empore herab.

Selbst die kurze Karnevalsfreude konnte den Spaß am Jazz aber nicht in den Schatten stellen. So spielten zum Abschluss noch einmal die drei Sieger ihre Jubelstücke im proppenvollen Saal der HfM, in dem es dank acht weiterer Förderpreise für die anderen Bigbands keine wirklichen Verlierer gab.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.11.2012

Nicole Czerwinka

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