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Bewegter Raum: "Diesseits" als interaktive Installation in Dresden-Hellerau

Bewegter Raum: "Diesseits" als interaktive Installation in Dresden-Hellerau

Ab und an wird im Festspielhaus Hellerau auch eine Art Überraschungsbox offeriert, wo keiner so recht weiß, was drin steckt. Denn quasi "auspacken" muss jeder die Kiste selbst und kann erst dann entscheiden, wie überraschend der zu entdeckende Inhalt tatsächlich ist.

Im konkreten Fall bietet sich dafür die Video- und Rauminstallation "Diesseits" von Hector Solari/Irene Pätzug/Valentin Hertweck an, präsentiert von "Linie 08" im nun schon medial bewährten Dalcrozesaal. Bis zum Sonnabend wird die interaktive Installation täglich ab 19 Uhr zu erleben sein, am heutigen Donnerstag bis 21 Uhr sowie am Freitag/Sonnabend von 19 bis 20 Uhr und von 21.30 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Sympathische daran ist, dass sich die Besucher allein von ihrer Neugier geleitet durch den Raum bewegen können, und dabei sind sie in ihren Konturen mit einbezogen in das Videogeschehen, werden selbst zu "Bildträgern". Zudem gibt es ein (manchmal auch störrisch reagierendes) bewegtes Objekt, das den sonst freien Raum herumwandernd partiell für sich einnimmt, und zuweilen kommt dieses den anderen "Akteuren" auch sacht in die Quere. Man muss also reagieren. Überhaupt werden in dieser in Klang und Bild behutsam, bedacht agierenden Szenerie die Sinne nicht heillos überflutet. Und es bleibt anregend, herauszufinden, was sich hinter den Strukturen verbirgt, welche rhythmischen Spannungen sich aus den Licht- und Klangveränderungen ergeben. Sehen und entdecken wird allerdings nur der, der auch Freude daran hat, sich einzulassen auf Bewegung in Zwiesprache mit dem sich stetig verwandelnden Raum. Denn dafür bietet das abstrakt wie auch konkret gehandhabte Videomaterial jede Möglichkeit.

Als es am ersten Abend noch Probleme mit der Steuerung des bewegten Objektes gab, brachte das unter den Machern etwas Aufregung in die sonst eher intensiv-beschauliche Situation. Doch eigentlich ist dieser "Makel" doch so etwas wie das Salz in der Suppe. Irritationen können absolut belebend sein, das zeigt sich immer wieder. Schließlich kann man auch über Stillstand nachdenken, und die mächtig-gewaltige Leiter an der Wand mit ihrem Schattenplatz stand da, als könnte es gar nicht anders sein. Was hatte sich vor einigen Jahren das Staatsschauspiel Dresden auf seine Spielzeit-Fahnen geschrieben? "Wer lebt, stört". Schon damals klang das wie die ultimative Herausforderung, das Ganze auch auf den Kopf zu stellen: Wer stört, lebt!

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2012

Gabriele Gorgas

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