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Besondere Motivation: Undine Röhner-Stolle und Isabel Kern sind die Solistinnen im Benefizkonzert "Dresdner helfen Dresdnern"

Besondere Motivation: Undine Röhner-Stolle und Isabel Kern sind die Solistinnen im Benefizkonzert "Dresdner helfen Dresdnern"

Vierter Advent, Dreikönigskirche - das war seit elf Jahren der fixe Termin für das Benefizkonzert des Philharmonischen Kammerorchesters zugunsten der DNN-Spendenaktion "Dresdner helfen Dresdnern".

In diesem Jahr ist das schon traditionelle Datum aus technischen Gründen nicht zu realisieren. Das Benefizkonzert deswegen ausfallen zu lassen, kam für die Musiker um Konzertmeister Wolfgang Hentrich in keinster Weise in Betracht. Und so wurde trotz adventstypischer Termindichte im Musikerkalender eine Alternative gefunden: Das Konzert findet am 16. Dezember, also bereits am Dritten Advent, statt, ist damit zwar nicht mehr Abschluss, aber gleichwohl ein Höhepunkt der Spendensammlung. Und dank dem Entgegenkommen der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden fand sich mit deren Konzertsaal ein würdiger Ort.

Drei Werke stehen auf dem Programm. Den Auftakt gibt Edvard Griegs Suite im alten Stil "Aus Holbergs Zeit", die der norwegische Komponist 1884/85 anlässlich des 200. Geburtstages des Dichters Ludvig Holberg schuf und in der er barocken Stil mit der Klangsprache seiner Zeit verschmolz. Einem breiten Publikum bekannt sein dürfte das Concerto grosso op. 6 Nr. 8 von Arcangelo Corelli, das sogenannte Weihnachtskonzert, das zum Abschluss erklingt.

Anders sieht das sicher bei Othmar Schoecks Serenade für Oboe, Englischhorn und Streichorchester aus. Der Schweizer Komponist (1886-1957) ist eher selten in den Konzertsälen vertreten. Den Dresdnern in Erinnerung ist vielleicht seine Oper "Penthesilea", die 2008 in der Semperoper - und damit an ihrem Uraufführungsort von 1927 - Premiere hatte. Auch die Serenade des stets eine spätromantische Tonsprache pflegenden Schoeck geht auf eine Oper zurück - sie ist ein 1930 für eine Dresdner Inszenierung von "Don Ranudo" entstandenes Intermezzo. Die Oper spielt in Spanien, entsprechend atmet auch die Serenade spanisches Kolorit, freilich stets im Sinne eines Abendständchens sehr gesanglich, sehr träumerisch.

Das Stück erklang schon im Oktober im "Dresdner Abend" des Philharmonischen Kammerorchesters im Hygiene-Museum, nun bietet sich für die Solistinnen - Undine Röhner-Stolle und Isabel Kern - noch einmal willkommene Gelegenheit, es dem Publikum zu präsentieren. "Das Benefizkonzert ist ein wunderbarer Anlass für uns, noch einmal dieses seltene Kleinod von Othmar Schoeck gemeinsam zu spielen. Jeder von uns ist ja ansonsten im Orchesterspiel Solist für sich allein, und es gibt sehr wenige Solokonzerte, die für Oboe und Englischhorn zusammen komponiert sind. In Schoecks Serenade ergänzen sich Oboe und Englischhorn auf das Innigste, und wir genießen es, einmal zu zweit vorn zu stehen, um die Zuhörer zu erfreuen", schwärmt Undine Röhner-Stolle, seit 2005 Solo-Oboistin der Dresdner Philharmonie.

Vielleicht ist für die Hörer auch der direkte Vergleich der Schwesterinstrumente interessant. Der Begriff Englischhorn führt gelegentlich zu Verwirrung, weil mancher dahinter eher ein Waldhorn vermutet. Isabel Kern, seit 2006 Solo-Englischhornistin und 2. Oboistin der Philharmonie, erinnert sich da etwa an ein Konzert in ihrem Heimatdorf an der Schweizer Grenze: "Sie hatten mich mit einem Instrument erwartet, das golden glänzt und zur Schnecke gedreht ist."

Die gebürtige Schweizerin entdeckte ihre Liebe zum Alt-Instrument der Oboen-Familie - das sich von der Oboe durch ein s-förmiges Verbindungsstück zum Rohrblatt und einen birnenförmigen Schallbecher unterscheidet - während des Studiums in Karlsruhe und Würzburg: "Mich sprach dieser melancholische, geerdete Ton sehr an. Er hat so etwas Umarmendes..."

Den Unterschied zum Spiel auf der Oboe erklärt die Musikerin so: "Die Oboe mit ihrem fokussierten Klang erfordert sozusagen schnellere Luft. Beim Englischhorn ist das Rohrblatt breiter, man braucht mehr Luft, die aber langsamer unterwegs ist. Da es in der Orchesterliteratur weniger Englischhorn- als Oboensoli gibt, hat man es außerdem mit größeren Pausen in der Spielpraxis vor Publikum zu tun. Wenn das Englischhorn dann gefragt ist, muss ich nicht selten innerhalb eines Stückes schnell zwischen beiden Spielarten umschalten - erst spiele ich die defensive zweite Oboe, die mehr ein Schatten der ersten ist, und plötzlich muss ich am Englischhorn das Wort ergreifen."

Für beide Solistinnen war es eine Selbstverständlichkeit, ihre Mitwirkung beim DNN-Benefizkonzert zuzusagen. "Es ist uns eine Herzensangelegenheit, zu diesem Anlass zu spielen und somit einen Teil zur Spendenaktion mit beizutragen. Mit Musik Freude zu bereiten und gleichzeitig Bedürftigen zu helfen, ist für uns eine besondere Motivation. Wir freuen uns darauf!", so Isabel Kern.

Der Erlös des Konzertes fließt in die Spendenaktion, kommt also den Obdachlosen der Stadt, zu früh geborenen Babys sowie Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen zugute, wofür die DNN wieder eng mit den drei Partnern Aufwind Kinder- und Jugendfonds e.V., Dresdner Kinderhilfe e.V. und Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen zusammenarbeitet.

Unter den Mitwirkenden, die dafür ihre wunderbare Kunst zum Besten geben, sei unbedingt auch der Schauspieler Ahmad Mesghara vom Staatsschauspiel Dresden genannt, der das musikalische Programm mit Textlesungen ergänzen wird.

Benefizkonzert "Dresdner helfen Dresdnern", 16. Dezember, 20 Uhr, Konzertsaal der Musikhochschule, Wettiner Platz/Schützenhofstraße. Der Vorverkauf hat begonnen, Karten zu 15 Euro (Kinder bis 14 Jahre 8 Euro) gibt es an allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen, etwa an der Konzertkasse Kreuzkirche, den Konzertkassen in Florentinum und Schillergalerie, bei Sax-Ticket oder der Ticketcentrale Dresden in der Sporergasse 9, außerdem online unter www.reservix.de. Restkarten werden an der Abendkasse verkauft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.11.2012

Sybille Graf

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