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Bei der Dinnershow "Cabaret im Palais" verschmelzen Artistik, Burlesque, Stepptanz und Gaumenfreuden

Bei der Dinnershow "Cabaret im Palais" verschmelzen Artistik, Burlesque, Stepptanz und Gaumenfreuden

Ob Honey Lulu ein Einreiseverbot für Großbritannien hat? Jedenfalls könnte man das, was sie auf der Bühne macht, mal abgesehen davon, dass sie sich peu à peu aufreizend entblättert, wenn auch nicht ganz, als Angriff auf eine heilige Institution merry old Englands werten: das Ritual des Teetrinkens.

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Honey Lulu (M.), Mister Leu und Miss Evi.

Quelle: PR

Sie nimmt nicht wie andere ein Bad in der Menge, sondern in einer riesengroßen (Tee-)Tasse. So bekommt das mit der Tea-Time eine völlig neue Bedeutung. Wer diese Nummer gesehen hat, der muss bei der nächsten Tasse Kräuter-Gebräus, ob nun im Büro, zu Hause oder bei Freunden, unweigerlich auch an die aparten Formen und den verführerischen Augenaufschlag von Miss Honey Lulu denken. Oder liege ich da falsch?

Die offizielle Berufsbezeichnung von Miss Honey Lulu lautet "Burlesque Starlet", sie pflegt also eine ironische Form des Strips, die in Deutschland immer beliebter wird und durchaus auch so mancher Frau gefällt. Es darf schlüpfrig sein, gern auch verrucht, sogar ein bisschen vulgär. Billig nicht. Es ist nicht einfach Fleischbeschau. Es geht um die Verführung. Der Spaß darf bei aller Sinnlichkeit nicht zu kurz kommen. Und kommt er auch nicht bei Honey Lulus Auftritt in der Show "Cabaret im Palais", die am Freitag im Festsaal des Kurländer Palais Premiere hatte.

Eine andere Miss, die die Zuschauer kess und kokett um den Finger zu wickeln versucht, die aparten wie ausgefallenen Kostüme aber anbehält, ist Miss Evi, die von Mister Leu am Klavier begleitet wird. Wie der Mann zu seinem Beinamen "Das Tier" kommt, wird schnell klar. Der Kerl haut nicht immer, aber oft, wie ein Berserker in die Tasten, zeigt ein ums andere Mal überdeutlich, dass ihm nicht nur eine bemerkenswerte Anschlagtechnik, sondern auch eine stupende Zungenfertigkeit eigen ist. Die Diva und der Freak mäandern musikalisch und gesanglich herrlich schräg durch die verschiedensten Genres. Vom Gassenhauer über französisches Chanson bis zur Arie ist alles drin, aber jedes Lied bekommt eine ganz eigene Note. "La vie en rose", das französischste aller französischen Chansons, wird erst mal auf Englisch angegangen, bei "Waltzing Matilda" liegt mehr Eric Clapton in der Luft als Eric Bogle. Eine große Nummer legt auch Marcel Peneux hin. Dass er auf großen Sohlen daherkommt, geht voll in Ordnung, pflegt der gebürtige Südamerikaner doch die Kunst des Stepptanzes. Schon nach den ersten Einlagen wird klar, wieso Peneux einige Weltmeistertitel in dieser klackernden, eher ohne große Sprünge auskommenden Disziplin einheimsen konnte. Ein Hauch von Cotton Club während der Roaring Twenties ist spürbar. Noch mehr Anmut und Grazie ist im Spiel, wenn Sharyn Monni in den Ring steigt, am nach oben gezogenen Luftring hängend über den Köpfen der Zuschauer "Kontorsionen" (Körper-Windungen) zeigt. So manche Verrenkung der Artistin verursacht schon beim bloßen Zusehen Phantomschmerzen, aber der Körper Monnis ist definitiv dermaßen durchtrainiert, dass man spontan den Entschluss fasst, von Gummibärchen und Schokolade in der nächsten Zeit erst mal die Hände zu lassen, naja, ihren Konsum jedenfalls zu reduzieren. Zumal Magen und Hüften schon genug damit zu tun haben werden, das leckere Menü, das zu dieser Show kredenzt wird, zu verdauen.

Tickets ab 58.50 Euro je nach Platzkategorie und Wochentag unter 0351/ 421 99 90

cabaret-im-palais.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.11.2014

Christian Ruf

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