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Beginn des Dresdner Orgelzyklus 2016 in der Kreuzkirche

Konzertauftakt Beginn des Dresdner Orgelzyklus 2016 in der Kreuzkirche

Für eine gemeinsame Orgelkonzertreihe schließen sich die drei Dresdner Innenstadtkirchen Kathedrale – Kreuzkirche – Frauenkirche auch in diesem Jahr zusammen. Der Orgelzyklus 2016 widmet sich auch dem 100. Todestag Max Regers. Zum Auftakt spielte Kreuzorganist Holger Gehring in der Kreuzkirche.

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Kantor Holger Gehring an der Jehmlich-Orgel der Dresdner Kreuzkirche.

Quelle: Carola Fritzsche/Archiv

Dresden. Kreuzorganist Holger Gehring war es bestimmt, den diesjährigen Dresdner Orgelzyklus zu eröffnen. Und er tat es mit einem sehr besonderen, in sich stimmigen Programm. Der 100. Todestag von Max Reger im Mai steht bevor. Daher wird seine umfangreiche Hinterlassenschaft für die Orgel einen großen Stellenwert in der Konzertreihe haben. Angesichts der Tatsache, dass die Epiphaniaszeit ja gerade erst vorbei ist, stellte Holger Gehring den Choral „Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern“ in das inhaltliche Zentrum des Abends in der Kreuzkirche. In seiner Urform stammt der Choral aus der Feder des aufrechten Lutheraners Philipp Nicolai, der 1597 Text und Melodie des als mystisches Brautlied konzipierten Stückes schuf. Reizvoll war es nun, dass hier verschiedene Bearbeitungen erklangen, natürlich die große Choralphantasie von Max Reger, aber auch solche anderer Meister (Reimann, Bach, Buxtehude), und so ein höchst aufschlussreicher, unmittelbarer Vergleich möglich war. Schließlich ging es auch darum zu zeigen, aus welchen geistigen und musikalischen Quellen Reger schöpfte.

Max Regers Orgelwerke machen es dem ausführenden Organisten nicht leicht, bauen sie doch auf eine kluge und auf den Punkt genau stimmige Balance zwischen Klangfülle und Raum- bzw. Instrumentalverhältnissen. Nur so entgehen Musiker und Hörer der Gefahr, von den oft üppig ausladenden Schöpfungen regelrecht überrumpelt zu werden. Nur so kann man deren geistvolle, vielschichtige Anlage genießen. Holger Gehring erwies sich als Meister seines Fachs und überzeugte durch facettenreiches, wundervoll differenziertes Spiel, durch einen ausgewogenen Einsatz von Farben und Registern. Die genaueste Kenntnis der Bedingungen in der Kreuzkirche und seine vorzügliche Spielkultur machten sich absolut bezahlt. Die Entwicklung von Regers Choralfantasie – die Gattung erlebte mit ihm einen großen Höhepunkt – und die unterschiedliche, sehr textbezogene Ausformung der einzelnen Strophen ließen sich bestens verfolgen bis hin zur sich machtvoll auftürmenden finalen Steigerung.

Mit einer kompositorisch eindrucksvollen Verbindung von Choralpartita und sinfonischem Duktus in seiner ebenfalls auf den genannten Choral bezogenen Phantasie bereitete der Karl-Straube-Lehrer Heinrich Reimann gewissermaßen den Weg für Max Reger. Akribisch genau, sorgsam auf Details achtend und dennoch von großer emotionaler Dichte getragen versenkte sich Holger Gehring in das monumentale, sich unaufhaltsam weiterentwickelnde Werk. Eine Wiedergabe von höchster Intensität.

Zwei weitere Werk-Paare, freilich aus einer ganz anderen Zeit, standen zwischen den beiden spätromantischen Choralphantasien. Da war zum einen Dieterich Buxtehudes fein ausgeleuchtete, perlende Toccata in d und danach die sehr schlüssige, effektvolle Auseinandersetzung mit dessen Version des Epiphanias-Chorals.

Wirklich Bach oder auch nicht – konnte man sich bei den hier ausgewählten Stücken fragen. Bestechende, phantasievolle Klanglichkeit ließ Holger Gehring dem kleinen Praeludium und Fuge d-Moll (BWV 539) angedeihen. Vermutlich 1704 schrieb der junge Bach seine Choralbearbeitung „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, noch sehr beeindruckt von Buxtehude. Sie erlebte eine Interpretation von geradezu mustergültiger Durchhörbarkeit.

Von Mareile Hanns

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