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Beatboxer Babeli: Rachen-Putzer bei Featuring in Hellerau

Beatboxer Babeli: Rachen-Putzer bei Featuring in Hellerau

Wie schaffen sie es nur, sich immer wieder neu zu erfinden? Allein an der Vielfalt ihrer Gäste kann es nicht liegen. Die drei Musiker vom Feature-Ring laden sich von Konzert zu Konzert wen anders ein, um mit dessen Besonderheit etwas Neues zu gestalten.

Diesmal sollte es Beatbox sein. Beatbox? Das war ursprünglich mal der Begriff für eine elektronische Rhythmen erzeugende Klangschachtel, inzwischen steht das Wort für Stimmakrobaten, die jenes Geräusch nur mit den ungeahnten Möglichkeiten im menschlichen Rachen-Raum erzeugen.

Es mussten erst Schlagzeuge und Synthesizer erfunden werden, um die Idee hervorzubringen, deren Klangwelten auch ganz ohne künstliches Instrumentarium zu erzeugen. Einer der größten Könner, die das beherrschen, ist ein Bulgare namens SkilleR. Der aber hat den Feature-Ringern absagen müssen und statt dessen seinen jungen Kollegen Babeli empfohlen. Der stammt aus Marburg, ist Anfang zwanzig und verfügt bereits über eine gewaltige Fangemeinde. Hellerau war restlos ausverkauft.

Nach einem Auftakt der Ring-Trios, das eine heiße Rocknacht des Jazz einläutete, kam der Bursche auf die Bühne und eroberte die Publikums-Herzen im Sturm. Im Sturm? Im Zunge-Schnalzen und Lippen-Knallen, im Konsonanten-Kauen wie im Töne-Dehnen. Babeli ersetzt mit dem, was er ins Mikrofon flüstert, poltert und prahlt, ganze Klangapparate. Er forciert treibende Takte, hechelt herrliche Hörbilder und dynamisiert gewaltige Kraftakte. Nonverbal und aussagefrei, aber voller Wirkung.

Die Gastgeber - Simon Slowik an Synthesizern, Felix-Otto Jacobi am E-Bass und Demian Kappenstein am Schlagzeug sowie als Moderator - waren nicht minder fasziniert wie gefordert von Babelis brachialen Beats. In einer wahrlich fulminant zu nennenden Schlacht focht das reale Schlagzeug gegen den virtuellen Drummer. Immer noch ein Stück schneller, rhythmisch vertrackter, mit so überraschenden Wendungen und Stimmungen, bis kein Patt mehr zu halten war.

Im nächsten Feature-Ring geht es dann wieder verbal zu, wenn am 18. Juni die junge ungarische Sängerin Veronika Harcsa zu Gast sein wird. Ihr Jazz bewegt sich zwischen Standard und Experiment, wurde bereits mehrfach prämiert und ist dann erstmals in Hellerau zu erleben.

www.feature-ring.de

Dirigent Gergijew rechtfertigt sich

Der umstrittene russische Dirigent und Putin-Unterstützer Waleri Gergijew (61) hat sich in einem Brief an das Publikum der Münchner Philharmoniker, dessen Chefdirigent er 2015 werden soll, gewandt. "Ich bin Musiker und Dirigent. Ich bin aber auch Russe und meinem Heimatland eng verbunden", schreibt er in dem Brief, den die Philharmoniker gestern veröffentlichten. Gergijew steht international in der Kritik, weil er unter anderem einen Künstler-Appell zur Krim-Annexion unterschrieben und sich in der Ukraine-Krise zu Putins Politik bekannt hatte. Er achte und respektiere die russische "Lebensmaxime", schreibt er. "Dazu gehört auch das Festhalten an Tabus, die in den westlichen Ländern seit einigen Jahren nicht mehr gelten, aber zu deren Aufhebung es viele Anläufe und viel Zeit brauchte."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.05.2014

Aldo Lindhorst

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