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Ballettabend der Dresden Frankfurt Dance Company erstmals mit Livemusik

Drei Teile, ein Ganzes Ballettabend der Dresden Frankfurt Dance Company erstmals mit Livemusik

Noch sind die rasanten Abende der Dresden Frankfurt Dance Company in Hellerau mit ihrer Neueinstudierung von William Forsythes „One Flat Thing, reproduced“ für 14 Tänzerinnen und Tänzern an auf unter und zwischen 20 Tischen, sowie der Europäischen Erstaufführung von Rafael Bonachelas „Lux Tenebris“ in bester Erinnerung.

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Quelle: Raffaele Irace

Dresden.  Noch sind die rasanten Abende der Dresden Frankfurt Dance Company in Hellerau mit ihrer Neueinstudierung von William Forsythes „One Flat Thing, reproduced“ für 14 Tänzerinnen und Tänzern an auf unter und zwischen 20 Tischen, sowie der Europäischen Erstaufführung von Rafael Bonachelas „Lux Tenebris“ in bester Erinnerung. Ab morgen nun erwartet das Dresdner Publikum im Festspielhaus Hellerau mit dem neuen dreiteiligen Ballettabend von Jacopo Godani, zwei Uraufführungen und einer Wiederaufnahme, erneut ein Tanzereignis der besonderen Art.

Erstmals choreografiert Godani für diese Company zu Livemusik, gespielt von Musikern des renommierten Frankfurter Ensemble Modern, und für die Musiker ist dies auch ein Debüt. Die Musiker dieses außergewöhnlichen Ensembles sind es zwar gewöhnt, in szenischen Projekten mitzuwirken, derzeit, anlässlich des 80. Geburtstages von Hans Zender, spielen sie im Musiktheaterprojekt „Don Quixote de la Mancha“. Letztes Jahr zu den Musikfestspielen konnte man das Ensemble in Dresden unter der Leitung von Kent Nagano in einer halbszenischen Aufführung von Leonhard Bernsteins „A Quiet Place“ erleben.

Aber Tanz oder Ballett, da gab es bisher wenige Gelegenheiten, abgesehen von einer früheren Arbeit mit William Forsythe oder Sasha Waltz. Für seine erste Kreation des neuen Ballettabends wählte Jacopo Godani das vierte Streichquartett von 1928 von Béla Bartok, in fünf Sätzen.

Für den Cellisten Michael M. Kasper vom Ensemble Modern ist dies eine besonders gute Wahl, „hier kommen im für Bartok typischen Klang Energie und Sensibilität zusammen, das Werk hat einen tänzerischen Grundgestus“, sagt er im Gespräch am Tag nach der Uraufführung von Godanis bejubelter Kreation in Frankfurt.

Für ihn bestätigte sich im Verlauf der Proben schon die Erwartung aus der intensiven Kenntnis des Werkes, dessen Part am Cello er bereits vor sechs Jahren einstudiert hatte und seitdem immer wieder mit neuer Herausforderung musiziert. Hinzu kommt, dass im mittleren der fünf Sätze, „Non troppo lento“, gerade dem Cello eine besondere Aufgabe zukommt. Zudem findet er die vom Choreografen gewählte optische Variante der Aufführung sehr gelungen, bei der die Musiker wie auf dem Balkon eines Tores platziert sind und darunter die Tänzer wie aus einer unsichtbaren Welt der Klänge ins Licht treten, um dann wieder in den Klangkosmos zurückzukehren.

Wenn der Musiker davon berichtet, wie er bisher Godanis Choreografie „Echos from a restless Soul“ zu den beiden ersten Sätzen aus Maurice Ravels Zyklus „Gaspard de la Nuit“, gespielt vom Pianisten Ruslan Bezbrozh, erlebte, dann ist er voller Bewunderung für dieses sensible Zusammenspiel des Tanzes und der Musik. Der Pianist ist jetzt ganz nahe bei den beiden Paaren, David Leonidas Thiel und Iolanta Filipa Almeida, Gustavo Gomes und Kristýna Němečková, und sie vermögen es bei größter tänzerischer Anforderung dennoch immer, den Kontakt zum Pianisten zu halten. „Das ist phantastisch, wie Blicke, Atem, Klang und Bewegung hier in feinster Sensibilität zusammen kommen“, so der Cellist.

Und so hatte es sich Jacopo Godani auch vorgestellt, als er sich entschloss, diese Arbeiten zur live gespielten Musik von Bartok und Ravel zu kreieren. So war es auch möglich, sagt der Choreograf, in diesem dreiteiligen Abend ebenfalls die unterschiedlichen Möglichkeiten der Company ins Licht zu stellen, in stärkerem Maße als bisher solistisch zu arbeiten, um dann wieder der mitreißenden Dynamik der ganzen Gruppe Raum zu geben.

Für Jacopo Godani bezieht der Tanz seine Kraft aus dem Dialog mit der Musik. Die Musik wiederum setzt eigene Akzente und nimmt dennoch die Schwingungen der Bewegungen auf. Sind es in den beiden ersten Teilen live gespielte die Werke von Béla Bartok und Maurice Ravel, so fügt sich dann zum rasanten Finale „Moto Perpetuo“ die zugespielte elektronische Komposition von 48Nord (Ulrich Müller & Siegfried Rössert).

Jeder der drei Teile folgt einer eigenen Struktur. Zusammen ergibt sich am Ende auch tänzerisch eine nahezu klassische, dreisätzige Kompositionsform mit der weiträumig angelegten Verschränkung vieler Themen der Eröffnung zum Streichquartett von Bartok, worauf der zarte, besinnliche, fast meditative Teil zu Ravels Sätzen „Ondine“ und „Le Gibet“ aus der Sammlung „Gaspard de la Nuit“ für Klavier in tänzerisch eher solistisch ausgeführter Form folgt.

Ein fulminantes Finale mit allen 16 Tänzerinnen und Tänzern der Company dann zum elektronischen Sound von 48Nord, der hier als logische Klangkonsequenz erlebbar wird, denn sowohl Bartoks Quartett als auch Ravels Klavierstücke erfahren elektronische Verstärkung und somit eine Heranführung an gegenwärtige Hörgewohnheiten außerhalb traditioneller Konzertsäle.

Aufführungen: 2., 3., 7., 8., 9., 10.12., jeweils 20 Uhr, Festspielhaus Hellerau

www.hellerau.org / www.dresdenfrankfurtdancecompany.com

Von Boris Gruhl

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